✓ Versandkostenfrei innerhalb Deutschlands ✓ 30 Tage Widerrufsrecht ✓ Seit 1997 — über 25 Jahre Erfahrung Hotline: 037329 7153-0
Branche & Markt – Ratgeber im Magazin

Reifenmarkt-Wochenrückblick KW 37/2026: Die Wintertests beginnen, Continental gewinnt dreimal – und der ADAC zieht die Grenze bei vier Millimetern

· 15 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 15.09.2026
Winterreifen mit Lamellenprofil auf verschneiter Teststrecke (KI-generiert, OpenAI)
Winterreifen mit Lamellenprofil auf verschneiter Teststrecke (KI-generiert, OpenAI)

Die Kalenderwoche 37 lief vom 7. bis zum 13. September 2026, und sie hatte einen eindeutigen roten Faden: Die Testsaison für den Winter ist eröffnet. Wir haben das Tagesarchiv der Fachpresse ausgezählt und kommen von Montag bis Freitag auf 38 Meldungen, am Samstag und Sonntag erschien keine einzige – dasselbe reine Werktagsmuster wie in den beiden Vorwochen. Inhaltlich drehten sich gleich vier dieser Meldungen um Reifentests, und drei davon betrafen die kalte Jahreszeit. Dazu kamen zwei echte Produktpremieren, ein Schritt in der Erstausrüstung und ein Marktrückzug nach 50 Jahren. Wir ordnen die Woche entlang dieser Linie; jeder Punkt ist über die verlinkte Quelle belegt, und wo wir etwas nicht belegen können, sagen wir das ausdrücklich.

Auto Express eröffnet die Testsaison – und Continental gewinnt zum dritten Mal

Der erste Winterreifentest des Jahres in Europa kam am Montag aus Großbritannien. Das Magazin Auto Express prüfte elf Winterreifen in der Größe 205/55 R16 – laut Redaktion eine der meistverkauften Größen und bei uns die meistgefragte Pkw-Dimension, die dort zuletzt 2024 auf dem Prüfstand stand. Testsieger wurde der Continental WinterContact TS 870, der damit in dieser Größe zum dritten Mal gewann. Michelin mit dem Alpin 7 und Bridgestone mit dem Blizzak 6 teilen sich Platz vier; zum Feld gehörten außerdem der Goodyear UltraGrip Performance 3, der Hankook i’cept RS3 W462, der neue Pirelli Cinturato Winter 3, Falken Eurowinter HS02, Dunlop Winter, Maxxis Premitra Snow WP6, der umbenannte Linglong Sport Master Winter HP und als Budgetkandidat der Minerva Frostrack HP (Auto Express, Best winter tyres 2026).

Zwei Details aus der Methodik sind wichtiger als die Rangliste selbst. Erstens die Gewichtung: Die Briten vergeben 50 Prozent der Gesamtwertung auf Nässe, je 20 Prozent auf Schnee und auf Trockenheit, die restlichen zehn Prozent verteilen sich auf Geräusch, Verbrauch und Preis. Ein Reifen kann dort also gewinnen und trotzdem im Schnee schwächeln – genau das setzte die deutsche Fachpresse in ihre Schlagzeile, als sie von einem herausragend bewerteten Reifen mit einem Ausrutscher auf Schnee berichtete (Reifenpresse.de zum Auto-Express-Wintertest, 07.09.2026). Zweitens die Beschaffung: Die Testreifen wurden verdeckt über einen unabhängigen Großhändler in Deutschland gekauft, die Schneeversuche liefen bei minus neun bis minus elf Grad in Ivalo nördlich des Polarkreises, die Nass- und Trockenversuche auf dem Contidrom.

Für Sie heißt das vor allem: Lesen Sie bei jedem Test zuerst die Gewichtung, bevor Sie die Reihenfolge lesen. Wer viel im Schnee unterwegs ist, braucht eine andere Rangliste als jemand, der im Flachland fast nur nasse Straßen erlebt. Warum unterschiedliche Prüforganisationen aus denselben Messwerten unterschiedliche Sieger errechnen, haben wir ausführlich aufgeschrieben: Sechs Reifentester, vier Messreihen und je nach Gewichtung ein anderer Sieger. Der Testsieger selbst steht bei uns in der geprüften Dimension als Continental WinterContact TS 870 205/55 R16 91T im Regal.

Sport auto: 9,0 Punkte für den Sieger, mangelhaft für das Schlusslicht

Am Donnerstag folgte der zweite Wintertest der Woche, diesmal aus Stuttgart – und er zeigte ein völlig anderes Bild. Sport auto prüfte neun Winterreifen in der Dimension 205/45 R17 88V XL auf einem Mazda MX-5. Das Notenspektrum reichte von überragend für den Testsieger über zwei sehr gute und drei gute Reifen bis zu je einem befriedigenden und einem ausreichenden Kandidaten – und einem Schlusslicht mit der Gesamtnote mangelhaft (Reifenpresse.de zur Notenspreizung beim Sportauto-Winterreifentest, 10.09.2026). Testsieger wurde der Continental WinterContact TS 870 P mit 9,0 von 10 Punkten; das Magazin lobte laut Hersteller starken Grip, hohe Sicherheitsreserven und einen geringen Rollwiderstand (Pressemitteilung von Continental zum Sport-auto-Testsieg, 11.09.2026).

Die Spreizung ist der eigentliche Befund, nicht der Sieg. Neun Reifen derselben Größe, dieselbe Strecke, dasselbe Auto – und am Ende trennt Welten das obere vom unteren Ende des Feldes. In der Pkw-Kompaktklasse mit 16 Zoll liegen die Testfelder meist eng beieinander; in sportlichen 17-Zoll-Größen ist die Auswahl im Markt deutlich heterogener, und das schlägt sich in den Noten nieder. Bei uns sind in dieser Dimension aktuell 67 Winterreifen lieferbar, und die Preisspanne bildet das Feld gut ab: Der günstigste ist der Goodride SW608 205/45 R17 88H für 47,32 Euro, der Testsieger Continental WinterContact TS 870 P 205/45 R17 88V kostet 150,86 Euro. Das ist Faktor drei für denselben Platz an derselben Achse.

Bemerkenswert ist außerdem, dass hier zwei Reifen mit fast identischem Namen in zwei verschiedenen Tests gewonnen haben. TS 870 und TS 870 P sind nicht dieselbe Konstruktion, sondern zwei Linien für unterschiedliche Größensegmente – ein Unterschied, der beim Nachkaufen regelmäßig untergeht. Wir haben beide Modelle samt ihrer getrennten Testakten gegenübergestellt: Continental WinterContact TS 870 und TS 870 P im Direktvergleich. Die gesamte Auswahl finden Sie bei den Winterreifen für den Pkw.

Der ADAC zieht die Grenze bei vier Millimetern – mit Zahlen statt Appell

Die aus unserer Sicht wichtigste Meldung der Woche für Autofahrerinnen und Autofahrer kam am Dienstag vom ADAC. Der Klub empfiehlt seit Jahren, Winterreifen bereits bei vier Millimetern Restprofil zu ersetzen, statt die gesetzlichen 1,6 Millimeter auszureizen. Vor der beginnenden Umrüstsaison hat er diese Empfehlung erstmals mit einer eigenen Messreihe unterfüttert: Fünf Winterreifen unterschiedlicher Hersteller und Preisklassen wurden maschinell gleichmäßig auf vier und auf zwei Millimeter abgetragen und mussten anschließend dieselben Handling- und Bremsversuche auf Nässe und Schnee absolvieren wie im Neuzustand (ADAC-Pressemeldung, Millimeter, die entscheiden, 08.09.2026).

Das Ergebnis widerlegt die verbreitete Vorstellung vom gleichmäßigen Verschleiß. Bis vier Millimeter verlieren die Reifen zwar messbar an Leistung, der Verlust bleibt laut ADAC technisch vertretbar. Zwischen vier und zwei Millimetern bricht die Leistung dann deutlich stärker ein. In der Kategorie Aquaplaning längs lag der durchschnittliche Bewertungsverlust zwischen Neuzustand und vier Millimetern bei minus zwölf Prozent, bei zwei Millimetern bereits bei minus 22 Prozent; beim quer verlaufenden Aquaplaning, wie es in Kurven auftritt, waren es im Mittel minus 25 Prozent. Beim Bremsen auf Schnee betrug der Verlust zwischen Neuzustand und zwei Millimetern minus 20 Prozent. Der Klub nennt ein anschauliches Beispiel: Bei einer Vollbremsung auf Schnee aus 30 km/h hätte der Reifen mit zwei Millimetern gerade etwas mehr als die Hälfte der Geschwindigkeit abgebaut, während derselbe Reifen im Neuzustand schon gestanden hätte.

Zwei Sätze aus der Mitteilung verdienen besondere Beachtung. Erstens: Ein zunächst gut bewerteter Reifen kann kurz vor Erreichen der gesetzlichen Mindestprofiltiefe so stark einbrechen, dass er als Sicherheitsrisiko einzustufen ist. Zweitens: Auch ein Premiumreifen ersetzt eine fehlende Profiltiefe nicht. Beides deckt sich mit dem, was eine Umfrage aus diesem Jahr über das tatsächliche Verhalten zutage förderte – abgefahrene Reifen gelten als größte Wintergefahr, und fast jeder Zweite fuhr trotzdem damit (unsere Auswertung der Umfrage zu abgefahrenen Winterreifen). Wenn Sie die Winterräder ohnehin gerade aus dem Keller holen: So messen Sie die Profiltiefe zuverlässig nach. Für Ganzjahresreifen gilt dieselbe Vier-Millimeter-Logik, weil sie im Winter eingesetzt werden – nachzulesen in unserem Beitrag Wie lange hält ein Ganzjahresreifen.

Ganzjahresreifen im Kleinwagen: alle gut, keiner überragend

Am Mittwoch veröffentlichte auto motor und sport den dritten Test der Woche, diesmal für Allwetterreifen. Für Ausgabe 20/2026 traten neun Ganzjahresreifen in der Kleinwagendimension 195/55 R16 auf einem Hyundai i20 gegeneinander an. Alle neun erreichten mindestens die Note gut, ein Drittel des Feldes sogar sehr gut – und trotzdem vergab die Redaktion kein einziges Mal die Bestnote überragend, für die es glatte neun von zehn Punkten braucht. Die Begründung des Blattes ist bemerkenswert offen: Ein Allwetterreifen bleibe ein Kompromiss, und von der Sicherheit eines guten Sommerreifens auf trockener Straße seien auch die besten Vertreter ein weites Stück entfernt (Reifenpresse.de zum Ganzjahresreifentest, 09.09.2026).

Testsieger wurde der Continental AllSeasonContact 2 mit 8,7 von 10 Punkten. Er erhielt die höchste Umweltwertung und den niedrigsten Rollwiderstand im Feld und wurde wegen seiner Effizienz zusätzlich als E-Auto-Tipp empfohlen (Pressemitteilung von Continental zum Ganzjahres-Testsieg, 10.09.2026). Damit hat derselbe Hersteller in einer einzigen Woche drei Testsiege eingefahren – zwei bei Winterreifen, einen bei Ganzjahresreifen. Am Freitag legte das Magazin noch eine Kaufhilfe nach. Thiemo Fleck, Gesamtleiter Reifentest Pkw und Light Truck bei der Auto-Motor-und-Sport-Gruppe, wird dort mit einem Satz zitiert, den wir uneingeschränkt unterschreiben: Wer sich gerade bei einem stadtnah bewegten Kleinwagen für einen Ganzjahresreifen entscheide, solle nicht nur auf den Preis schauen (Reifenpresse.de zur Kaufberatung von auto motor und sport, 11.09.2026).

Den gesamten Test samt Bewertungsschema und der Lücke zwischen durchweg gut und nirgends überragend haben wir separat aufbereitet: Ganzjahresreifen für Kleinwagen im Testcheck. Wie berechtigt der Hinweis auf den Preis ist, zeigt ein Blick ins eigene Regal. In der getesteten Größe sind bei uns 141 Ganzjahresreifen lieferbar; der günstigste ist der Westlake Z-401 für 43,04 Euro, der Testsieger als Continental AllSeasonContact 2 195/55 R16 87H kostet 107,02 Euro. Zwischen diesen beiden Polen liegen 139 weitere Reifen, von denen die allerwenigsten je getestet wurden. Was den Testsieger technisch auszeichnet und für welche Fahrprofile er sich lohnt, steht in unserem Modellbeitrag zum AllSeasonContact 2 im Detail; die komplette Auswahl finden Sie bei den Ganzjahresreifen für den Pkw.

Wann die Wintersaison wirklich beginnt

Zum Wochenauftakt beschäftigte sich die Branche mit einer Frage, die jedes Jahr wiederkehrt: Wann fängt die Wintersaison eigentlich an? Neben der bekannten Faustregel von Oktober bis Ostern und dem meteorologischen Herbstanfang bringt die Vergleichsplattform Check24 eine dritte, rein empirische Definition ins Spiel. Sie hat für das Vorjahr ausgewertet, in welcher Kalenderwoche die Winterreifennachfrage je Bundesland deutlich über das typische Spätsommerniveau stieg und auch in den Folgewochen erhöht blieb; einzelne kurzfristige Ausschläge zählten nicht als Saisonstart. Das Ergebnis: Der Startzeitpunkt fällt regional unterschiedlich aus, mancherorts früher, anderswo später (Reifenpresse.de zum Saisonstart im Reifengeschäft, 07.09.2026). Die vollständige Bundesland-Auswertung steht hinter einer Bezahlschranke; einzelne Wochenzahlen nennen wir deshalb hier nicht.

Praktisch ändert das an Ihrer Entscheidung wenig – sie hängt nicht am Kalender, sondern an der Temperatur. Unterhalb von etwa sieben Grad verliert die Sommermischung spürbar an Griff, und zwar unabhängig davon, ob Schnee liegt. Genau dort setzen unsere beiden Ratgeber an: Wann Sie die Räder wechseln sollten ordnet die O-bis-O-Regel anhand echter Wetterdaten ein, und die 7-Grad-Regel im Faktencheck erklärt, woher der Wert stammt und wo seine Grenzen liegen. Eines lässt sich aus der Check24-Systematik aber ableiten: Wer früh kauft, kauft aus dem vollen Regal. Wer wartet, bis die Nachfrage im eigenen Bundesland anzieht, konkurriert mit allen anderen um dieselben Größen.

Ein Spikereifen, der seine Stifte einzieht

Die spektakulärste Produktmeldung der Woche kam am Freitag aus Finnland. Nokian Tyres hat den Hakkapeliitta 01 in den Handel gebracht – einen Spikereifen, dessen Hartmetallstifte sich je nach Bedingungen selbsttätig ein- und wieder ausfahren. Verfügbar ist er nach Herstellerangaben bei Händlern in Skandinavien, Nordamerika und Mitteleuropa. Die Zahlenkombination im Namen steht für die beiden Zustände on und off. Zugleich feiert der Hersteller damit 90 Jahre der Hakkapeliitta-Reihe: 1936, zwei Jahre nach dem ersten Winterreifen des Hauses, erschien das Debütmodell Lumi-Hakkapeliitta (Reifenpresse.de zur Markteinführung, 11.09.2026; Pressemitteilung von Nokian Tyres).

Für deutsche Kundinnen und Kunden ist das allerdings eine Nachricht zum Zuschauen, nicht zum Kaufen. Spikereifen dürfen in Deutschland auf öffentlichen Straßen grundsätzlich nicht gefahren werden; die einzige nennenswerte Ausnahme betrifft einen kurzen Abschnitt an der österreichischen Grenze. Wie die Technik hinter den ein- und ausfahrenden Stiften funktioniert und was Nokian konkret verspricht, steht in unserem Überblick zum Hakkapeliitta 01 und seiner Double-Action-Stud-Technik. Wie die Rechtslage genau aussieht und warum das Wort Spikereifen im Gesetzestext gar nicht auftaucht, haben wir hier aufgeschrieben: Spikereifen in Deutschland und was die StVZO wirklich regelt. Wer von der Marke einen in Deutschland zugelassenen Winterreifen sucht, wird selbstverständlich fündig – unser Markenporträt zu Nokian Tyres ordnet das Sortiment des finnischen Winterspezialisten ein.

ContiMotion EVO: neuer Sport-Touring-Reifen fürs Motorrad

Die zweite Premiere der Woche betrifft Motorradfahrer. Continental stellte am Donnerstag den ContiMotion EVO vor, den Nachfolger des ContiMotion im Sport-Touring-Segment. Laut Hersteller sorgen neue Karkassmaterialien für zusätzliche Stabilität und damit für besseres Handling und agilere Fahrdynamik, dazu kommt eine überarbeitete Gummimischung für Nässe und Trockenheit; der Reifen nutzt die ZeroDegree-Stahlgürtelkonstruktion. Christoph Ettenhuber, Head of Business Field Motorcycle Tires, nennt als Zielgruppe Naked Bikes, Roadster und moderne Klassiker und führt unter anderem BMW R12 nineT, Triumph Daytona 660, Ducati Supersport 950, Honda CB 650R, Suzuki GSX-8TT und Yamaha MT-09 als passende Maschinen an (Pressemitteilung von Continental zum ContiMotion EVO, 10.09.2026).

Die Verfügbarkeit ist konkret benannt, und das ist bei Ankündigungen keine Selbstverständlichkeit. Ab September 2026 kommen der Vorderreifen 120/70 ZR17 M/C 58W TL sowie die Hinterreifen 160/60 ZR17 M/C 69W TL und 180/55 ZR17 M/C 73W TL; die vierte Größe 190/50 ZR17 M/C 73W TL folgt im November 2026. Alter und neuer Reifen dürfen laut Hersteller kombiniert werden. In unserem Sortiment ist der EVO zum Redaktionsschluss noch nicht gelistet – der Vorgänger steht dagegen in elf Ausführungen bereit, etwa als Continental ContiMotion M 180/55ZR17 73W. Wie sich diese Klasse insgesamt sortiert, zeigt unser Vergleich aktueller Sport-Touring-Reifen; die genannten Dimensionen finden Sie außerdem als Größenseiten für 120/70 R17 und 160/60 R17 sowie in der Übersicht der Straßenreifen fürs Motorrad.

Erstausrüstung: Laufenn rückt bei Volkswagen nach

Am Donnerstag meldete die Fachpresse einen Schritt, der über eine einzelne Modellfreigabe hinausweist. Hankooks Schwestermarke Laufenn wird mit dem S Fit 2 nun auch ab Werk auf dem Seat Leon und dem Seat Leon Sportstourer verbaut, und zwar in den Größen 205/55 R16 und 225/40 R18. Zuvor hatte der Konzern Anfang des Jahres die erste Laufenn-Erstausrüstung überhaupt gemeldet, damals mit demselben Profil auf dem Skoda Octavia in 205/55 R17 91V. Bemerkenswert ist auch die Sprachregelung: Der südkoreanische Hersteller spricht bei Laufenn bewusst nicht mehr von einer Zweitmarke (Reifenpresse.de zur Laufenn-Erstausrüstung bei Volkswagen, 10.09.2026).

Warum das für Sie relevant ist: Eine Werksfreigabe ist kein Testergebnis, aber sie ist auch kein Zufall. Ein Fahrzeughersteller prüft Reifen über Monate auf Fahrverhalten, Geräusch, Verbrauch und Haltbarkeit, bevor er sie ab Werk montiert. Eine Marke, die sich diesen Weg erschließt, verlässt die reine Preisliga. Was Laufenn im Regal tatsächlich leistet, haben wir uns unabhängig davon angesehen: Laufenn im Markencheck. Bereits in der Vorwoche war Continental als Erstausrüster des neuen Audi Q3 bestätigt worden – die fünf Werksgrößen samt Preis- und Labelvergleich stehen in unserem Beitrag zur Erstausrüstung des Audi Q3. Und falls Sie sich fragen, was die kleinen Buchstabenkürzel auf der Flanke solcher Werksreifen bedeuten: Das erklären wir am Beispiel der Porsche-Kennung NA2.

Kurz notiert: Kartreifen, Verbände und eine Messewoche

Sumitomo Rubber Industries zieht sich nach genau 50 Jahren aus dem Kartreifengeschäft zurück. Der japanische Hersteller begründet den Schritt mit seiner mittel- bis langfristigen Managementstrategie und veränderten Rahmenbedingungen und spricht selbst von einer schwierigen Entscheidung. Bestehende Kunden sollen noch bis zum 31. Dezember 2027 beliefert werden; die Produkte liefen überwiegend unter der Marke Dunlop (Reifenpresse.de zum Rückzug aus dem Kartreifengeschäft, 07.09.2026). Dass derselbe Markenname je nach Weltregion und Produktgruppe unterschiedlichen Unternehmen gehört, ist bei Dunlop seit jeher der Fall – wir haben die Eigentümerlage in unserem Markenporträt zu Dunlop auseinandersortiert. Am Sortiment im deutschen Handel ändert die Meldung vorerst nichts; Kartreifen bleiben lieferbar.

Auf Verbandsebene setzte sich fort, was in der Vorwoche begonnen hatte. Der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie hat mit Tyres Europe, dem aus der früheren ETRMA hervorgegangenen reinen Reifenherstellerverband, eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Eine formelle Mitgliedschaft ist damit ausdrücklich nicht verbunden; der Austausch läuft über die Plattform ReifenDeutschland, da der deutsche Verband weiterhin die gesamte Kautschukbranche vertritt und nicht nur die Reifenhersteller (Reifenpresse.de zur Kooperationsvereinbarung, 07.09.2026). Für Verbraucher hat das keine unmittelbare Folge, für die Frage, wer in Brüssel für die Branche spricht, sehr wohl. Den Hintergrund dazu finden Sie im Rückblick auf KW 36 mit Korbach und den Ägypten-Plänen.

Und schließlich war es eine Messewoche. Die Automechanika Frankfurt lief vom 8. bis zum 12. September 2026 (Termin und Programm beim Veranstalter Messe Frankfurt). Sie richtet sich an Fachbesucher, nicht an Endkunden; interessant ist sie für Sie trotzdem, weil dort regelmäßig gezeigt wird, was ein halbes Jahr später in den Werkstätten und im Handel ankommt.

Was Sie aus dieser Woche mitnehmen

Diese Woche war für einmal keine Marktwoche, sondern eine Testwoche – und sie liefert drei praktische Schlüsse. Erstens: Die Wintertests haben begonnen, aber sie kommen nacheinander und mit sehr unterschiedlicher Gewichtung. Ein Sieg in einem Nass-lastigen Test sagt wenig über den Schnee aus, und umgekehrt. Lesen Sie deshalb immer erst die Methodik, dann die Rangliste – unser Beitrag Winterreifen kaufen und worauf es dabei ankommt fasst die Kriterien zusammen, die unabhängig vom einzelnen Test gelten, und das Alpine-Symbol auf dem EU-Label bleibt die einzige rechtlich verbindliche Wintermarkierung.

Zweitens: Die ADAC-Messreihe ist die alltagstauglichste Erkenntnis der Woche. Vier Millimeter sind keine willkürlich gesetzte Komfortgrenze, sondern der Punkt, ab dem es steil bergab geht – mit Einbrüchen von 20 bis 25 Prozent in den nassen und winterlichen Disziplinen. Wer den Radsatz jetzt herausholt, sollte zuerst messen und dann entscheiden. Drittens: Zwei Premieren sind angekündigt, aber nur eine davon ist hierzulande fahrbar. Der Spikereifen aus Finnland bleibt für deutsche Straßen tabu, der neue Sport-Touring-Reifen fürs Motorrad kommt in drei Größen ab September und in einer vierten ab November. Bei Neuvorstellungen lohnt es sich fast immer, den Vorgänger im Blick zu behalten: Er ist verfügbar, getestet und in aller Regel günstiger.

Häufige Fragen

Muss ich meine Winterreifen wirklich schon bei vier Millimetern ersetzen?

Vorgeschrieben sind in Deutschland 1,6 Millimeter. Die vier Millimeter sind eine Empfehlung des ADAC, die der Klub jetzt mit einer eigenen Messreihe belegt hat: Zwischen vier und zwei Millimetern bricht die Leistung auf Nässe und Schnee überproportional ein. Rechtlich dürfen Sie also weiterfahren, sicherheitstechnisch raten wir zum Wechsel.

Warum gewinnt in einem Test ein Reifen, der im Schnee nicht der beste ist?

Weil jedes Testinstitut die Disziplinen unterschiedlich gewichtet. Der britische Vergleich dieser Woche zählt Nässe mit 50 Prozent und Schnee mit nur 20 Prozent in die Gesamtwertung. Ein Reifen mit herausragenden Nasswerten kann damit gewinnen, obwohl ein Konkurrent auf Schnee besser ist. Prüfen Sie deshalb die Teilnoten, nicht nur den Gesamtrang.

Kann ich den Nokian Hakkapeliitta 01 in Deutschland fahren?

Nein. Es handelt sich um einen Spikereifen, und Spikes sind auf deutschen Straßen von wenigen örtlichen Ausnahmen abgesehen nicht zugelassen. Der Reifen richtet sich an Märkte in Skandinavien und Nordamerika. Für deutsche Winterbedingungen ist ein Winterreifen mit Alpine-Symbol die richtige Wahl.

Schlagwörter: Wochenrückblick Reifenmarkt Branche & Markt Winterreifen Reifentests Continental

Das könnte Sie auch interessieren