Goodyear Vector All Season 4: Testsieg, EU-Label und der Vergleich mit dem Vorgänger
Als Goodyear den Vector All Season 4 am 30. April 2026 vorstellte, war vieles davon noch ein Versprechen: ein Testsieg in einer einzigen Größe, ein angekündigtes Programm, ein Vorgänger, den man vorerst weiterkaufen sollte. Gut vier Monate später lässt sich das überprüfen – nicht mit Herstellerangaben, sondern mit zwei unabhängigen Beständen: dem EU-Produktregister EPREL, in dem jede verkaufte Reifenausführung eingetragen sein muss, und unserem eigenen Lager. Wir haben beides an einem Tag ausgezählt, Stand 3. September 2026. Das Ergebnis bestätigt manches aus der Pressemitteilung – und korrigiert zwei Punkte, die sich seit dem Frühjahr überall wiederholen.
Der erste unabhängige Test – und was der Auftragstest daneben wert ist
Als der Vector All Season 4 vorgestellt wurde, lagen zunächst keine neutralen Testergebnisse vor. Das hat sich geändert.
AUTO BILD 2026: Am 29. April 2026 veröffentlichte die Fachzeitschrift einen Nachtest in der gängigen Dimension 225/40 R18 – als Ergänzung zu ihrem großen Ganzjahrestest vom September 2025, für den der Vector All Season 4 schlicht noch nicht lieferbar gewesen war. Er trat dort gegen die vier stärksten Premium-Allwetterreifen aus dem ursprünglichen Feld an und gewann. Zur Erinnerung: Im Test 2025 hatte der Pirelli Cinturato All Season SF3 mit der Note 1,1 vorn gelegen, vor dem Continental AllSeasonContact 2 (1,2) und dem Michelin CrossClimate 3 Sport (1,3).
Der Sieg entstand fast vollständig im Schneekapitel, und zwar deutlich: Der Goodyear fuhr die höchste Traktionskraft (2.310 Newton), das schnellste Schneehandling (54,3 km/h) und die höchste Querbeschleunigung im Schneeslalom (4,16 m/s²) – drei Bestwerte von vier Disziplinen. Nur beim Schneebremsweg lag der Michelin mit 29,1 zu 29,3 Metern hauchdünn vorn. Auf Nässe gewann er Handling (74,7 km/h) und Nasskreis (19,85 s) und bremste mit 51,1 Metern aus 100 km/h einen Meter hinter dem Michelin. Bemerkenswert ist, wo er nicht vorn liegt: Beim Trockenbremsen reichte es nur für Platz vier (37,9 m, 1,1 m hinter dem Pirelli), beim Abrollgeräusch ebenfalls (64,6 dB gegen 63,7 dB beim Michelin). Beim Rollwiderstand dagegen wurde er mit 7,61 kg/t Zweiter, denkbar knapp hinter dem Michelin.
Und noch eine Einordnung, die in den meisten Meldungen untergeht: „Vorbildlich“ erhielten vier der fünf Reifen – neben dem Goodyear auch Continental, Michelin und Pirelli. Nur der Bridgestone Turanza All Season 6 blieb bei „gut“. Der Vector All Season 4 gewann also ein sehr dicht beieinander liegendes Feld, nicht ein schwaches. Das Fazit der Tester war trotzdem eindeutig: Der bisherige Vector 4Seasons Gen-3 dürfe nun „in den Ruhestand gehen“.
Daneben führt Goodyear einen zweiten Test an, und der ist anders zu gewichten. Es handelt sich um eine Prüfung durch die TÜV SÜD Product Service GmbH – „by order of Goodyear“, also im Auftrag des Herstellers. Der Hersteller nennt die Rahmendaten transparent: geprüft im November und Dezember 2024, in der Größe 205/55 R16 94V XL, auf VW Golf VIII und Škoda Superb, an vier Orten von Mireval in Frankreich bis zum Arctic Center im finnischen Saariselkä, Berichtsnummer 713349044-PM. Verglichen wurde mit Bridgestone Turanza All Season 6, Continental AllSeasonContact 2, Michelin CrossClimate 2 und Pirelli Cinturato All Season SF 3.
Zwei Dinge sollte man dabei im Kopf behalten. Erstens: Ein Auftragstest ist kein unabhängiger Vergleichstest. Der Auftraggeber bestimmt Größe, Gegner, Fahrzeuge und Kriterien; ein Magazin oder der ADAC tut das nicht. Das macht die Messwerte nicht falsch, aber die Auswahl ist eben nicht neutral. Zweitens – und das ist der praktisch wichtigere Punkt: Getestet wurde Ende 2024, also rund siebzehn Monate vor der Markteinführung. Zum Zeitpunkt des Verkaufsstarts war das Vergleichsfeld dadurch teilweise überholt; der dort geschlagene Michelin CrossClimate 2 hatte längst einen Nachfolger. Wer eine Kaufentscheidung trifft, sollte deshalb das AUTO-BILD-Ergebnis und den Auftragstest sauber auseinanderhalten. Wie man Testergebnisse, Vorgängermodelle und Preisversprechen generell einordnet, zeigt unser Beitrag zu den Preisfallen beim Reifenkauf.
Und der ADAC? Er hat den Vector All Season 4 bis heute nicht geprüft. Das liegt nicht an mangelndem Interesse, sondern an der Größe: Der jüngste ADAC-Ganzjahresreifentest vom 23. Juni 2026 lief in 185/65 R15 – einer Dimension, die es vom Vector All Season 4 überhaupt nicht gibt. Der Club testete dort folgerichtig noch den Vorgänger. Auch die ADAC-Tests in 205/55 R16, 225/45 R17 und 235/55 R17 stammen aus früheren Jahren und kennen den Neuling nicht. Ein Testsieg in einer Größe bei einem Magazin bleibt damit vorerst das einzige unabhängige Urteil.
Was ist neu am Vector All Season 4?
Kern der Neuentwicklung ist Goodyears WeatherReady-Technologie – die technische Basis des Reifens. Sie bündelt laut Hersteller drei Bausteine: Dry Contact Plus, eine optimierte Aufstandsfläche, die beim Bremsen mehr Kontakt zur Fahrbahn herstellen soll; das 3D-Blade-Lamellensystem, also feine, dreidimensional verzahnte Lamellen im Profil, die bei Nässe, Matsch und leichtem Schnee greifen sollen; und eine neue Laufflächenmischung, die Abrieb und Rollwiderstand senken soll – ein Punkt, der besonders bei schweren Elektroautos zählt.
Wie es sich für einen echten Ganzjahresreifen gehört, trägt der Vector All Season 4 das Alpine-Symbol (Schneeflocke im Bergpiktogramm, „3PMSF“). Im EU-Register ist das nachprüfbar: Alle 72 bisher eingetragenen Ausführungen sind als Reifen für strenge Schneebedingungen gekennzeichnet, ausnahmslos. Nur mit diesem Symbol erfüllt ein Reifen in Deutschland die situative Winterreifenpflicht – ein reines „M+S“ genügt bei neuen Reifen nicht mehr. Wie Sie zugelassene Winter- und Ganzjahresreifen sicher erkennen, erklärt unser Ratgeber Winterreifenpflicht in Deutschland.
Optisch fällt bei den größeren Dimensionen (ab 19 Zoll) eine lasergravierte Seitenwand mit besonders tiefem Schwarz auf. Das ist zunächst nur Design – zeigt aber, wohin Goodyear zielt: zu großen Rädern und hochwertigen Fahrzeugen. Historisch hat das Haus in dieser Kategorie einiges vorzuweisen: Der Goodyear Tiempo von 1977 gilt als erster Ganzjahresreifen der Welt, das Jubiläum steht 2027 an.
Was das EU-Register über die neue Generation verrät
Jede in der EU verkaufte Reifenausführung muss vor dem Inverkehrbringen in der Datenbank EPREL registriert werden, mit Labelwerten und Marktstartdatum. Das macht das Register zur ehrlichsten Quelle über ein neues Modell – es zeigt nicht, was angekündigt ist, sondern was eingetragen wurde. Wir haben am 3. September 2026 alle Einträge zu beiden Generationen ausgezählt.
Für den Vector All Season 4 stehen dort 72 Registrierungen – gegenüber den 96 Ausführungen, die Goodyear für 2026 angekündigt hat. Verteilt sind sie auf Felgendurchmesser von 16 bis 22 Zoll: vier Ausführungen in 16 Zoll, fünf in 17, siebzehn in 18, dreiundzwanzig in 19, siebzehn in 20, fünf in 21 und genau eine in 22 Zoll. 23 Zoll, in der Ankündigung als Obergrenze genannt, sind bislang nicht eingetragen. Der Anteil der Ausführungen ab 19 Zoll liegt bei 64 Prozent und trifft die angekündigten zwei Drittel damit ziemlich genau.
Interessanter ist der Blick auf die Labelwerte, denn hier zeigt sich der Generationswechsel als Tausch, nicht als Fortschritt auf ganzer Linie:
- Nasshaftung — Der Vector All Season 4 erreicht in 34 von 72 Ausführungen die Bestklasse A, in den übrigen 38 die Klasse B. Ein C kommt nicht vor. Beim Vorgänger Vector 4Seasons Gen-3 ist die Klasse A dagegen in keiner einzigen der 271 Registrierungen zu finden.
- Kraftstoffeffizienz — Genau umgekehrt: Der neue Reifen erreicht kein einziges Mal die Klasse A – 51-mal B, 19-mal C, zweimal D. Der Vorgänger schafft die Klasse A 40-mal.
- Geräusch — 70 bis 75 dB, der Schwerpunkt liegt bei 71 und 72 dB. Der lauteste Eintrag mit 75 dB ist die 325/30 R21, der leiseste mit 70 dB die schmale 195/55 R19.
Der naheliegende Einwand – der Vorgänger komme nur deshalb auf Klasse A, weil er auch kleine, leichte Größen abdeckt – trägt nicht: Von seinen 40 A-Einträgen entfällt keiner auf 14 oder 15 Zoll; sie verteilen sich auf 16 bis 20 Zoll (dreizehn, elf, neun, drei und vier). Im selben Felgenbereich, in dem beide Generationen antreten, erreicht der Vorgänger also die Effizienzklasse A – und der Nachfolger nicht. Das heißt allerdings nicht, dass der Neue schlecht rollt: Im AUTO-BILD-Nachtest belegte er beim gemessenen Rollwiderstand Platz zwei von fünf. Die Labelklasse ist eben eine Stufe auf einer groben Skala, kein Messwert – für den Vergleich zweier Generationen desselben Herstellers bleibt sie trotzdem das einzige flächendeckend verfügbare Kriterium. Dass Labelwerte innerhalb eines Modells stark schwanken, ist übrigens kein Sonderfall dieses Reifens, sondern die Regel: Warum das so ist, erklärt unser Beitrag Reifenlabel nach Größe.
Ein letztes Detail aus dem Register betrifft den Zeitplan. Die erste Ausführung ist dort seit dem 3. November 2025 eingetragen – ausgerechnet die 225/40 R18 92 Y XL, also genau jene Größe, in der AUTO BILD ein halbes Jahr später testete (Registereintrag 2520324, Labelwerte C/B/72 dB). Der Reifen war also längst im Register, als er offiziell vorgestellt wurde. Der jüngste Eintrag stammt vom 1. September 2026, zwei Tage vor unserer Auswertung: Das Programm wächst weiter. Wie man Marktstartdaten aus dem Register selbst nachschlägt, zeigen wir in Wann ein Reifen wirklich neu ist.
Vier Monate später: was wirklich im Regal liegt
Register und Ladentheke sind zweierlei – eingetragen heißt noch nicht lieferbar. In unserem Sortiment führen wir am 3. September 2026 48 lieferbare Ausführungen des Vector All Season 4 in 27 verschiedenen Größen. Das ist genau die Hälfte des für 2026 angekündigten Programms und rund zwei Drittel dessen, was im EU-Register steht.
Die Verteilung nach Felgendurchmesser sieht so aus – jeweils Zahl der lieferbaren Ausführungen:
- 16 Zoll — 2 (ausschließlich 205/55 R16)
- 17 Zoll — 5
- 18 Zoll — 17
- 19 Zoll — 16
- 20 Zoll — 5
- 21 Zoll — 3
- 22 und 23 Zoll — keine
Zwei Dinge fallen dabei auf. Erstens: Unterhalb von 16 Zoll gibt es den Reifen nicht – weder bei uns noch im Register, und das ist nach dem angekündigten Programm auch nicht vorgesehen. Wer einen Kleinwagen mit 14- oder 15-Zoll-Rädern fährt, kommt für dieses Modell schlicht nicht in Frage. Zweitens: Der Schwerpunkt liegt derzeit auf 18 und 19 Zoll, die zusammen 33 der 48 Ausführungen stellen. Der Anteil ab 19 Zoll beträgt im Regal genau 50 Prozent – deutlich weniger als die 64 Prozent im Register. Die ganz großen Dimensionen kommen also später nach, obwohl sie im Programm den größeren Teil ausmachen.
Zum Vergleich der Vorgänger: Vom Vector 4Seasons Gen-3 führen wir aktuell 137 lieferbare Ausführungen in 95 Größen (ohne die SUV-Varianten; mit ihnen sind es 167 Ausführungen), von 14 bis 21 Zoll – darunter neun Größen unterhalb von 16 Zoll. Das Sortiment des Vorgängers ist damit rund dreieinhalbmal so breit wie das des Nachfolgers. Beide Generationen finden Sie im Ganzjahresreifen-Sortiment; alle lieferbaren Größen des Neulings stehen auf der Modellseite Goodyear Vector All Season 4.
Der Preisvergleich: Generation gegen Generation, Größe für Größe
Der wichtigste Rat aus dem Frühjahr lautete: Solange nicht alles verfügbar ist, greifen Sie zum günstigeren Vorgänger. Diesen Satz haben wir überprüft – und zwar nicht pauschal, sondern nur dort, wo beide Generationen dieselbe Größe anbieten. Das ist bei 20 der 27 Größen der Fall.
Das Ergebnis fällt anders aus als erwartet. In 14 dieser 20 Größen ist der neue Reifen teurer, in sechs günstiger. Der Aufpreis ist dabei kleiner, als es ein Generationssprung vermuten lässt: Der mittlere Unterschied liegt bei 3,60 Euro je Reifen, und 14 der 20 Paarungen liegen innerhalb von zehn Euro. Für einen Satz von vier Reifen bedeutet das in der Mehrzahl der Fälle weniger als 15 Euro Unterschied – eine Größenordnung, die gegen den frischeren Reifen kaum ins Gewicht fällt.
Die Ausreißer sind allerdings erheblich und gehen in beide Richtungen:
- 245/45 R20 — 253,33 € neu gegen 204,08 € alt: 49,25 Euro Aufpreis (24 Prozent), der größte Abstand im Vergleich.
- 255/45 R19 — 22,59 Euro Aufpreis (15 Prozent).
- 215/55 R18 — 124,74 € neu gegen 137,20 € alt: Der Nachfolger ist hier 12,46 Euro günstiger.
- 215/55 R17 — ebenfalls zugunsten des Neulings, 11,11 Euro Unterschied.
Daraus folgt eine unspektakuläre, aber nützliche Regel: Die Frage „neu oder Vorgänger?“ lässt sich nicht für das Modell beantworten, sondern nur für Ihre Größe. Rechnen Sie beide Generationen in Ihrer Dimension gegeneinander, statt sich auf den Ruf des Vorgängers als Preis-Tipp zu verlassen – der stimmt inzwischen nur noch in einem Teil der Fälle.
Zwei Sonderfälle sind erwähnenswert. Die Testgröße 225/40 R18 gibt es ausgerechnet nur beim neuen Modell; wer den Testsieger genau so kaufen möchte, wie er geprüft wurde, hat keine Wahl – das ist der Goodyear Vector All Season 4 225/40 R18 92Y für rund 95 Euro. Und am unteren Ende bleibt der Vorgänger konkurrenzlos: Der günstigste lieferbare Gen-3 kostet knapp 64 Euro in 175/65 R14, der günstigste Vector All Season 4 gut 88 Euro in 205/55 R16 – ein Unterschied, der allerdings vor allem den verschiedenen Größen geschuldet ist. Alle Preise sind Tagespreise vom 3. September 2026 und können sich ändern.
Für wen sich der Reifen lohnt – und für wen nicht
Goodyear positioniert den Vector All Season 4 klar im Premium- und Elektro-Segment. Ausgelegt ist er auf schwerere, stärkere und zunehmend elektrifizierte Fahrzeuge – genannt werden Modelle wie Range Rover und Range Rover Sport, Porsche Panamera und Macan oder Audi A6 e-tron, Q7 und SQ7. Diese Ausrichtung ist keine Marketing-Behauptung, sondern lässt sich an den Größen ablesen: 26 der 27 lieferbaren Dimensionen sitzen auf 17 Zoll und mehr.
Der EV-Faktor: Dass Goodyear bei einem Allwetterreifen so stark auf Effizienz und Verschleiß setzt, ist kein Zufall. Elektroautos sind schwer und beschleunigen kräftig – beides belastet die Reifen stärker und kostet Reichweite. Der Hersteller verweist zudem auf einen Markttrend: Der Absatz von Ganzjahresreifen ab 19 Zoll sei zwischen 2022 und 2025 um mehr als 20 Prozent pro Jahr gewachsen. Interessant ist an dieser Stelle die Spannung zum Labelbefund weiter oben: Auf dem EU-Label bleibt der neue Reifen bei der Effizienz hinter den besten Ausführungen des Vorgängers zurück, während er bei der Nasshaftung eine Klasse zulegt – im gemessenen Rollwiderstand des AUTO-BILD-Nachtests lag er dagegen fast an der Spitze. Für ein schweres Fahrzeug, bei dem kurze Bremswege im Regen zählen, ist der Tausch also klar von Vorteil; wer streng nach Labelklasse einkauft, findet die Bestnote nur beim Vorgänger. Worauf E-Auto-Fahrer bei der Reifenwahl sonst noch achten sollten, erklären wir in unserer Kaufberatung für E-Auto-Reifen.
Tipp für schwere Fahrzeuge: Achten Sie bei SUV und E-Autos besonders auf den passenden Tragfähigkeits- und Geschwindigkeitsindex. Verstärkte Ausführungen tragen häufig die Kennung „XL“ – beim Vector All Season 4 ist das der Normalfall, nicht die Ausnahme. Die geforderten Werte stehen in den Fahrzeugpapieren und müssen mindestens erreicht werden, sonst ist der Reifen für Ihr Fahrzeug nicht zugelassen. Ob ein Ganzjahresreifen grundsätzlich zu Ihrem Fahrprofil passt, klärt vorab unser Ratgeber Ganzjahresreifen: für wen sich Allwetterreifen wirklich lohnen.
Eine ehrliche Empfehlung hängt danach an drei Fragen. Fährt Ihr Auto 15 Zoll oder kleiner? Dann entfällt die Wahl – es bleibt der Goodyear Vector 4Seasons Gen-3, den wir in zahlreichen Größen führen und der als vielfach ausgezeichneter Ganzjahresreifen weiterhin eine sehr gute Basis ist; mehr dazu im Porträt Goodyear Vector 4Seasons Gen-3 im Detail. Fahren Sie 17 Zoll oder mehr und liegt Ihre Größe in beiden Programmen? Dann rechnen Sie den konkreten Aufpreis aus – liegt er im einstelligen Bereich, sprechen der frische Testsieg und die bessere Nasshaftungsklasse für den Neuling. Vergleichen Sie gern über die Marke hinaus? Der Michelin CrossClimate 3 ist der wichtigste Premium-Konkurrent und wurde im selben AUTO-BILD-Feld nur knapp geschlagen.
Fazit
Vier Monate nach dem Start lässt sich der Vector All Season 4 nüchterner beurteilen als am Tag der Pressemitteilung. Der Testsieg bei AUTO BILD ist echt, gilt aber für eine Größe, ein Magazin und ein Feld, in dem vier von fünf Reifen die Bestnote bekamen; der zweite angeführte Test ist ein Auftragstest von Ende 2024 gegen ein inzwischen teilweise überholtes Feld. Das EU-Register zeigt einen Reifen, der bei der Nasshaftung eine Labelklasse gewinnt und bei der Effizienz eine verliert. Und unser Regal zeigt einen Reifen, der oben angefangen hat: 27 Größen ab 16 Zoll, nichts darunter, die ganz großen Dimensionen noch im Zulauf. Wer ein Premium- oder Elektrofahrzeug mit großen Felgen bewegt, bekommt einen frisch bestätigten Spitzenreifen zu einem meist überschaubaren Aufpreis. Wer einen Kompaktwagen fährt, bleibt beim bewährten Vorgänger – nicht aus Sparsamkeit, sondern weil es den Nachfolger in seiner Größe gar nicht gibt.
Häufige Fragen
Wie hat der Goodyear Vector All Season 4 im Test abgeschnitten?
Im AUTO-BILD-Nachtest vom 29. April 2026 (Größe 225/40 R18) setzte sich der Vector All Season 4 an die Spitze von fünf Premium-Allwetterreifen – vor allem dank drei Bestwerten auf Schnee sowie Siegen bei Nasshandling und Nasskreis. Beim Trockenbremsen und beim Geräusch reichte es dagegen nur für Platz vier, und das Prädikat „vorbildlich“ erhielten vier der fünf Reifen. Der ADAC hat den Reifen bis heute nicht geprüft, weil seine Ganzjahrestests zuletzt in Größen liefen, die es vom Vector All Season 4 nicht gibt.
In welchen Größen gibt es den Vector All Season 4?
Im EU-Register stehen am 3. September 2026 72 Ausführungen von 16 bis 22 Zoll; lieferbar sind bei uns 48 Ausführungen in 27 Größen von 16 bis 21 Zoll. Unterhalb von 16 Zoll gibt es den Reifen nicht und wird es ihn nach dem angekündigten Programm auch nicht geben – dort bleibt der Vorgänger Vector 4Seasons Gen-3 die Wahl.
Lohnt sich der Aufpreis gegenüber dem Vorgänger?
Das hängt an Ihrer Größe. In 20 Dimensionen bieten wir beide Generationen an; in 14 davon ist der neue Reifen teurer, in sechs günstiger, im Mittel um rund 3,60 Euro je Reifen. Die Spanne reicht von 12 Euro Ersparnis bis zu 49 Euro Aufpreis – rechnen Sie deshalb Ihre konkrete Dimension durch, statt sich auf eine pauschale Empfehlung zu verlassen.
Quellen: Goodyear Newsroom – Vector All Season 4 (30.04.2026, inklusive der Fußnoten zu AUTO BILD und zum TÜV-SÜD-Auftragstest); EU-Produktregister EPREL (eigene Auszählung vom 03.09.2026); ADAC-Ganzjahresreifentest 185/65 R15 (23.06.2026); AUTO-BILD-Ganzjahrestest 2025 (autobild.de) sowie AUTO-BILD-Nachtest 2026, dokumentiert bei Tyre Reviews; Sortiments- und Preisdaten aus dem eigenen Shop, Stand 03.09.2026.