Tracmax Trac Saver: Was der günstige Ganzjahresreifen wirklich mitbringt
Ganzjahresreifen für unter 40 Euro werfen fast immer dieselbe Frage auf: Ist das noch ein richtiger Reifen – oder nur Gummi, das zufällig rund ist? Der Tracmax Trac Saver gehört zu den meistgefragten Ganzjahresreifen in unserem Sortiment, und er kostet je nach Größe zwischen 34,06 und 138,03 Euro. Grund genug, ihn sich gründlich anzusehen: nicht mit Bauchgefühl, sondern mit dem, was der Hersteller in der EU-Produktdatenbank amtlich hinterlegt hat.
Für diese Fassung haben wir die Auswertung auf eine neue Grundlage gestellt. Statt einer Stichprobe liegt jetzt eine Vollerhebung vor: alle 154 Registrierungen des Modells im EU-Register, Felgengröße für Felgengröße abgefragt und mit unseren 124 lieferbaren Ausführungen über die EAN abgeglichen. Das Ergebnis ist deutlicher, als wir es erwartet haben – und es dreht die wichtigste Aussage dieses Beitrags um. Der Trac Saver ist nicht ein Reifen mit einem Etikett. Er ist, gemessen am Register, ein Name mit zwei sehr unterschiedlichen Etiketten – und welches Sie bekommen, hängt an Ihrer Felgengröße.
Ein Reifen, drei Namen – und ein Hersteller, der keiner der bekannten ist
Bei uns steht der Reifen schlicht als Tracmax Trac Saver im Regal. Im EU-Register ist derselbe Reifen als „ALL SEASON TRAC SAVER X-privilo“ eingetragen, und im übrigen Handel begegnet er Ihnen häufig als X-Privilo A/S Trac Saver. Diese Schreibweise ist jetzt keine Vermutung mehr, sondern geprüft: In allen 154 Registrierungen lautet der Handelsname wortgleich „ALL SEASON TRAC SAVER X-privilo“, ohne eine einzige Abweichung. „X-Privilo“ ist die Produktfamilie von Tracmax, unter der auch die Sommerreifen TX-2 und TX-3 oder der Winterreifen S-130 laufen. „A/S“ steht schlicht für All Season, also Ganzjahresreifen.
Praktisch ist das relevant, weil Namen beim Preisvergleich zur Falle werden. Wer über mehrere Anbieter hinweg sucht und dabei nur eine Schreibweise eingibt, findet einen Teil der Angebote nicht – und hält im schlimmsten Fall zwei Namen für zwei verschiedene Reifen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Schreibweisen auch innerhalb des Registers schwanken: Dort finden sich Tracmax-Einträge mal als „X-privilo RS01“, mal als „X-PRIVILO RS01“. Verlassen Sie sich deshalb nicht auf den Namen, sondern auf die harten Angaben: Größe, Lastindex, Geschwindigkeitsindex – und im Zweifel die EAN. Die EAN ist auch der Schlüssel, mit dem wir unten das Register gegen unsere eigenen Daten gestellt haben; sie ist die einzige Angabe, die eine Ausführung wirklich eindeutig bezeichnet.
Hinter der Marke steht kein europäischer Traditionshersteller. Als Anmelder der Reifenlabel ist im Register die HONCH HUSDOW CO. (CYPRUS) LTD eingetragen, als Kontakt eine zyprische Adresse mit dem Servicenamen TRACMAX und einer Mailadresse der chinesischen Yongsheng-Gruppe. Wichtig für die Einordnung: Das Register führt diesen Anmelder ausdrücklich als Bevollmächtigten. Ein bevollmächtigter Vertreter ist im EU-Recht vorgesehen und üblich – aus diesem Feld folgt deshalb nichts über den Fertigungsort des Reifens, und wir behaupten dazu auch nichts. Tracmax ist eine Marke mit chinesischem Hintergrund und europäischer Vertretung und macht daraus kein Geheimnis. Wie Sie solche Marken generell einordnen, beschreibt unser Ratgeber zu Billigreifen und unbekannten Marken ausführlich.
Das Alpine-Symbol sitzt drauf – über alle 154 Registrierungen geprüft
Für einen Ganzjahresreifen ist das die entscheidende Frage: Darf man damit im Winter überhaupt fahren? In Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht, und die alte Kennzeichnung „M+S“ allein genügt dafür bei neuen Reifen nicht mehr. Anerkannt ist das Alpine-Symbol – das kleine Bergpiktogramm mit Schneeflocke, kurz 3PMSF.
Hier ist die Antwort erfreulich eindeutig, und sie steht jetzt auf einer breiteren Basis als in der ersten Fassung dieses Beitrags. Damals hatten wir 52 Registrierungen ausgewertet und das offen als Stichprobe gekennzeichnet. Inzwischen liegt die vollständige Erhebung vor: Alle 154 im EU-Register eingetragenen Ausführungen des Trac Saver sind als Reifen mit schwerer Schneegriffigkeit geführt – 154 von 154, keine einzige Ausnahme. Als Eisreifen ist dagegen keine Ausführung eingetragen, was für einen Ganzjahresreifen dieser Klasse aber auch niemand erwarten würde. Die gesetzliche Wintereignung dieses Modells ist damit so gut belegt, wie es ohne eigene Prüfstandsfahrt möglich ist.
Eine Einschränkung bleibt, und sie ist keine Formalie: Für die Zulassung gilt immer die Kennzeichnung auf dem Reifen, der tatsächlich vor Ihnen liegt. Ein Blick auf die Flanke vor der Montage ersetzt keine Datenbank – aber die Datenbank ersetzt auch nicht den Blick auf die Flanke. Gerade bei einem Modell, das seit 2015 in Wellen registriert wurde, können sich Produktionsstände unterscheiden. Was bei Verstößen droht und wann die Pflicht überhaupt greift, lesen Sie im Beitrag zur Winterreifenpflicht in Deutschland.
Zwei Etiketten unter einem Namen: wie der Trac Saver amtlich eingestuft ist
Jetzt zum Kern. Das EU-Reifenlabel bewertet drei Eigenschaften: Rollwiderstand, Nasshaftung und das externe Rollgeräusch. Über alle 154 Registrierungen hinweg ergibt sich kein einheitliches Bild, sondern ein auffällig zweigeteiltes:
- Rollwiderstand: 99 Registrierungen tragen die Klasse C, 55 die Klasse D. Eine Ausführung mit A oder B gibt es nicht – und, das ist neu und wichtig, eine Ausführung mit E gibt es ebenfalls nicht.
- Nasshaftung: 99 Registrierungen tragen die Klasse B, 55 die Klasse C. Auch hier kein A, kein D, kein E.
- Rollgeräusch: alle 154 Registrierungen liegen in der Geräuschklasse B, mit gemessenen 71 oder 72 Dezibel. Einen niedrigeren Wert führt das Register für dieses Modell nicht.
Die Verteilung 99 zu 55 taucht bei Rollwiderstand und Nasshaftung zweimal auf, und das ist kein Zufall. In 138 der 154 Registrierungen treten das schwächere D beim Rollwiderstand und das schwächere C bei der Nasshaftung gemeinsam auf – oder eben gemeinsam nicht. Praktisch heißt das: Der Trac Saver zerfällt in zwei Etikettenstufen. Die häufigste Kombination ist C/B/72 mit 91 Registrierungen, die zweithäufigste D/C/71 mit 40 Registrierungen; die restlichen 23 verteilen sich auf Mischformen. Es gibt also nicht viele feine Abstufungen innerhalb einer Modellreihe, sondern im Wesentlichen zwei Reifen mit einem gemeinsamen Namen.
Wichtig ist, was das Label dabei nicht sagt. Es ist eine standardisierte Messung von drei Eigenschaften, kein Test. Über Aquaplaning-Reserven, Handling, Laufleistung oder das Verhalten auf Schnee jenseits der bestandenen Schneegriffigkeitsprüfung steht dort nichts, und der Geräuschwert ist das Vorbeifahrgeräusch für Anwohner, nicht die Lautstärke im Innenraum. Wie weit ein gutes Label von der Praxis abweichen kann, hat unser Beitrag zum Imperial AS Driver gezeigt. Und in aller Offenheit: Ein Testergebnis einer großen Prüforganisation liegt uns für den Trac Saver nicht vor – wir stützen uns hier bewusst nur auf Registerdaten und die eigene Sortimentsauswertung.
Die Felgengröße entscheidet über das Etikett
Welche der beiden Stufen Sie bekommen, lässt sich erstaunlich genau vorhersagen – und zwar an der Felgengröße. Dieser Befund stand schon in der ersten Fassung dieses Beitrags, aber er war dort zu schwach formuliert und auf den Rollwiderstand verengt. Gegen das Register gerechnet ist er sehr viel schärfer, und er betrifft beide sicherheitsrelevanten Kriterien:
- 12 bis 15 Zoll (47 Registrierungen): Rollwiderstand D in 83,0 Prozent, Nasshaftung C in 93,6 Prozent der Fälle.
- 16 und 17 Zoll (48 Registrierungen): Rollwiderstand D in 27,1 Prozent, Nasshaftung C in 18,8 Prozent.
- 18 bis 22 Zoll (59 Registrierungen): Rollwiderstand D in 5,1 Prozent, Nasshaftung C in 3,4 Prozent.
Das Gefälle ist eindeutig und läuft der Intuition zuwider: Man würde erwarten, dass die kleinen, schmalen Reifen für Kleinwagen beim Rollwiderstand am besten abschneiden. Beim Trac Saver ist es genau umgekehrt. In 13 Zoll trägt keine einzige der zehn Registrierungen ein besseres Etikett als D/C, in 18 Zoll sind 24 von 25 Registrierungen C beim Rollwiderstand und alle 25 B bei der Nasshaftung. Auch der Geräuschwert folgt der Linie: 71 Dezibel finden sich fast nur in den kleinen Dimensionen, 72 Dezibel ab 16 Zoll.
Eine zweite Spur führt zur Tragfähigkeitskennung. Von den 91 Registrierungen der guten Stufe C/B/72 sind 77 als verstärkte Ausführung (XL) eingetragen, bei der schwächeren Stufe D/C ist es umgekehrt: Dort dominieren die Standardausführungen. Warum das so ist, sagen weder Hersteller noch Register. Plausibel sind unterschiedlich alte Bauformen innerhalb derselben Modellreihe – das Register zeigt Inverkehrbringungen von 2015 bis 2024, mit den Schwerpunkten 2018 und 2019 –, belegen können wir diese Erklärung aber nicht, und wir spekulieren nicht darüber. Was belegt ist, ist die Verteilung selbst.
Die praktische Konsequenz: Wenn Sie einen kleinen Wagen fahren, kaufen Sie bei diesem Modell mit hoher Wahrscheinlichkeit die schwächere Etikettenstufe – auch bei der Nasshaftung, also bei dem Wert, der im Zweifel über den Bremsweg entscheidet. Das ist kein Grund, den Reifen abzulehnen, aber ein Grund, vor dem Kauf genau auf die Angaben Ihrer Größe zu schauen statt auf die Werbeaussage zum Modell.
Wenn die Produktseite etwas anderes sagt als das Register
Bei diesem Abgleich ist uns etwas aufgefallen, das wir offen benennen, weil es Sie als Käufer unmittelbar betrifft. Wir haben alle 124 lieferbaren Ausführungen über die EAN gegen ihre Registereinträge gestellt; 123 ließen sich zuordnen. Bei 47 dieser 123 Ausführungen weichen die Labelangaben in unserer eigenen Artikelliste von den amtlich eingetragenen Werten ab – insgesamt 92 einzelne Abweichungen. Die wichtigsten Muster:
- 33-mal steht bei uns Nasshaftung B, wo das Register C eingetragen hat. Das ist die Abweichung, die uns am meisten stört, weil sie den Reifen besser aussehen lässt, als er amtlich eingestuft ist – und zwar genau in den kleinen Größen.
- 20-mal steht bei uns Rollwiderstand E, obwohl das Register für dieses Modell überhaupt kein E führt; amtlich ist dort jeweils D. Hier weist unsere Angabe den Reifen also schlechter aus als die Registrierung. Weitere 14-mal steht C, wo D eingetragen ist.
- 24 Ausführungen weisen bei uns 70 Dezibel aus – einen Wert, den das Register für den Trac Saver nirgends kennt. Amtlich sind es 71 oder 72 Dezibel.
Ein Beispiel zum Mitprüfen: Beim Tracmax Trac Saver 195/65 R15 91H steht auf unserer Produktseite C/B/70. Die zugehörige Registrierung mit der Nummer 606874 – über dieselbe EAN eindeutig verknüpft – führt denselben Reifen als C/C/72 im EU-Register. Dazu kommt ein zweiter, sichtbarer Mangel: Bei 91 unserer 124 Ausführungen steht als Registriernummer der Platzhalter 1000000, bei weiteren Ausführungen eine einstellige Ziffer. Das sind keine Registriernummern, sondern Füllwerte – genau das Phänomen, das wir im Beitrag über Füllwerte im Reifenetikett grundsätzlich beschrieben haben. Hier liegt nun der Einzelfall dazu auf dem Tisch.
Wir korrigieren diese Angaben. Für Sie gilt in der Zwischenzeit eine einfache Regel, und sie gilt bei jedem Händler: Verbindlich ist der Eintrag im EU-Register, nicht die Angabe in einer Artikelliste. Sie können ihn selbst nachsehen – die öffentliche Produktsuche des EU-Registers ist ohne Anmeldung zugänglich, und die Registriernummer steht auf dem Etikett am Reifen. Wo die Registriernummer in einer Artikelliste fehlt oder offensichtlich ein Füllwert ist, sind die daneben stehenden Labelwerte mit Vorsicht zu lesen.
Größen, Preise und eine auffällige Lücke
Mit 119 verschiedenen Größen von 13 bis 20 Zoll deckt der Trac Saver eine ungewöhnlich große Bandbreite ab. Die Preise steigen erwartungsgemäß mit dem Durchmesser: Der Median liegt bei 13 Zoll bei 40,16 Euro, bei 15 Zoll bei 49,21 Euro, bei 17 Zoll bei 63,26 Euro und bei 20 Zoll bei 90,61 Euro. Günstigste Ausführung ist derzeit die 155/65 R13 73T für 34,06 Euro, teuerste die 265/45 R20 108Y für 138,03 Euro – eine Spanne, die sich gegenüber dem Sommer deutlich nach oben ausgeweitet hat.
Aufschlussreicher als der Preis ist die Verteilung der Geschwindigkeitsindizes. 85 der 124 Ausführungen – 68,5 Prozent – tragen den Index V oder schneller (W 31-mal, Y 31-mal, V 23-mal), dazu kommen 20 Ausführungen mit H und 19 mit T. Das ist für einen Budget-Ganzjahresreifen bemerkenswert: Dieses Modell ist erkennbar nicht nur als Kleinwagenreifen gedacht, sondern deckt bis hin zu schnellen Kombis und SUV-Größen mit ab. Ob der Reifen dieses Tempo auch fahrdynamisch souverän begleitet, ist eine andere Frage – der Index beschreibt zunächst nur die Freigabe.
Eine Lücke ist dabei erwähnenswert, weil sie viele Fahrzeuge betrifft: In 205/55 R16 führt der Trac Saver derzeit keine Ausführung – und das ist eine der am häufigsten nachgefragten Größen überhaupt in unserem Shop. Wer diese Dimension braucht, findet Alternativen auf der Übersicht zu 205/55 R16. Drei Ausführungen, deren Labelangaben wir gegen das Register geprüft haben und die dort bestätigt sind, Stand 13. Oktober 2026:
- Tracmax Trac Saver 165/60 R14 79H – 37,91 Euro, amtlich D/C/71, also die schwächere Stufe
- Tracmax Trac Saver 215/65 R16 98V – 67,28 Euro, amtlich C/B/72
- Tracmax Trac Saver 225/50 R17 98Y – 72,91 Euro, amtlich C/B/72
Alle Größen des Modells finden Sie gebündelt auf der Modellseite zum Tracmax Trac Saver, die gesamte Auswahl unter Ganzjahresreifen für PKW.
Wenn eine Größe zweimal im Regal liegt – und wenn eine verschwindet
Die erste Fassung dieses Beitrags hatte eine Preisfalle beschrieben: In 245/45 R19 gab es den Trac Saver zweimal, bei identischem Lastindex und identischem Etikett, und ausgerechnet die langsamere Ausführung war rund 35 Prozent teurer als die schnellere. Das war damals korrekt belegt. Heute trifft es nicht mehr zu – und wir schreiben das hier hin, statt die Passage stillschweigend zu löschen, weil die Lehre daraus wertvoller ist als der Einzelfall.
Von dem Paar ist nur noch eine Ausführung übrig: der Tracmax Trac Saver 245/45 R19 102Y für 69,77 Euro, amtlich C/B/72. Die teurere Variante mit dem niedrigeren Geschwindigkeitsindex ist aus dem Sortiment verschwunden. Genauso ist es dem zweiten Beispielpaar ergangen: In 165/70 R14 standen sich eine Ausführung 81T und eine Ausführung 85T gegenüber, bei der der Aufpreis ausnahmsweise sinnvoll war, weil er sowohl das bessere Etikett als auch mehr Tragfähigkeit brachte. Geblieben ist allein die 85T für 45,83 Euro.
Beide Beispiele sind weg, der Mechanismus nicht. Doppelt geführte Größen entstehen laufend neu – durch Fertigungsstände, durch unterschiedliche Tragfähigkeitskennungen, durch Nachregistrierungen –, und wie dieses Modell zeigt, können zwei Ausführungen mit demselben Namen und derselben Größe unterschiedlich teuer und unterschiedlich eingestuft sein. Deshalb bleibt der Rat unverändert bestehen, auch wenn die Zahlen von damals nicht mehr gelten:
Faustregel: Lassen Sie sich bei Ihrer Größe immer alle Ausführungen anzeigen und vergleichen Sie Lastindex, Geschwindigkeitsindex und Etikett nebeneinander. Ein höherer Index ist nicht automatisch teurer – und ein höherer Preis nicht automatisch mehr Reifen. Modellname plus Größe bezeichnen keinen Reifen eindeutig; die Artikelnummer und die EAN tun es.
Für wen sich der Trac Saver eignet – und für wen nicht
Der Trac Saver ist ein ehrlicher Vertreter seiner Klasse, und das Register bestätigt ihm das Wichtigste: Er bringt mit, was gesetzlich zählt, nämlich das Alpine-Symbol, und zwar nachweisbar in jeder einzelnen eingetragenen Ausführung. Beim Rollgeräusch liegt er durchgehend in der Klasse B. Das ist unauffällig, aber nicht schlecht.
Passend ist er für Wenigfahrer, Zweitwagen und Fahrzeuge, die überwiegend in der Stadt und im flachen Umland bewegt werden, wo Schnee die Ausnahme bleibt. Wer im Jahr wenige tausend Kilometer fährt, für den fällt der mäßige Rollwiderstand kaum ins Gewicht, und die Ersparnis gegenüber zwei Sätzen Sommer- und Winterreifen ist erheblich. Besonders stimmig ist das Angebot in den großen Dimensionen von 17 Zoll aufwärts: Dort liegt der Reifen amtlich fast durchgehend bei C/B/72, bietet also die bessere der beiden Etikettenstufen – und kostet trotzdem einen Bruchteil eines Premiumreifens.
Weniger passend ist er für Vielfahrer: Ein Rollwiderstand der Klasse C oder D kostet über 20.000 Jahreskilometer spürbar Kraftstoff, und was am Kaufpreis gespart wurde, verbrennen Sie unterwegs wieder. Zurückhaltender als in der ersten Fassung dieses Beitrags beurteilen wir ihn außerdem in den kleinen Größen. Wer einen Kleinwagen in 13, 14 oder 15 Zoll bereift, bekommt hier mit hoher Wahrscheinlichkeit Nasshaftung C statt B – gemessen am Register in über neun von zehn Fällen. Das ist die zweitschlechteste in diesem Modell vorkommende Stufe bei dem Kriterium, auf das es beim Bremsen in Nässe ankommt. Ebenso wenig ist er die richtige Wahl für regelmäßige Fahrten in höhere Lagen mit echtem Winter oder für Fahrer mit sportlichem Anspruch. Ob Allwetterreifen für Ihr Fahrprofil überhaupt die richtige Lösung sind, klärt unser Ratgeber zu Ganzjahresreifen.
Unser Fazit: Der Trac Saver ist kein Premiumreifen und will keiner sein. Er ist ein gesetzeskonformer, ordentlich gelabelter Ganzjahresreifen für kleine Budgets – mit drei Dingen, die Sie kennen sollten: dem Namenswirrwarr, der klaren Zweiteilung des Etiketts nach Felgengröße und der Erkenntnis, dass die Labelangabe in einer Artikelliste nicht automatisch dem amtlichen Eintrag entspricht. Wer das im Blick behält, kauft hier bewusst und nicht auf gut Glück.
Häufige Fragen
Ist der Tracmax Trac Saver im Winter zugelassen?
Ja. Alle 154 im EU-Register eingetragenen Ausführungen tragen das Alpine-Symbol (3PMSF). Damit erfüllt das Modell die Anforderungen der situativen Winterreifenpflicht in Deutschland. Prüfen Sie das Symbol vor der Montage zusätzlich auf der Flanke des gelieferten Reifens.
Warum hat derselbe Reifen in 14 Zoll ein schlechteres Etikett als in 18 Zoll?
Die Ursache nennen weder Hersteller noch Register. Belegt ist nur die Verteilung: In 12 bis 15 Zoll trägt die große Mehrheit der Registrierungen D beim Rollwiderstand und C bei der Nasshaftung, ab 18 Zoll fast durchgehend C und B. Gehen Sie deshalb immer von den Angaben Ihrer konkreten Größe aus, nicht von der Modellbeschreibung.
Woran erkenne ich, ob eine Labelangabe im Handel belastbar ist?
An der Registriernummer. Steht dort eine echte, mehrstellige Nummer, können Sie den Eintrag in der öffentlichen EU-Produktdatenbank selbst nachschlagen und die drei Klassen vergleichen. Fehlt sie oder steht dort ein offensichtlicher Platzhalter wie 1000000, fehlt der Angabe die Grundlage – dann gilt das Etikett am Reifen.