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Kompletträder – Ratgeber im Magazin

Kompletträder: Vorteile, Saisonwechsel und worauf Sie beim Kauf achten

· 8 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 07.07.2026
Vier Kompletträder mit Sommerreifen auf Alufelgen und ein Drehmomentschlüssel in einer Garage (KI-generiert, OpenAI)
Vier Kompletträder mit Sommerreifen auf Alufelgen und ein Drehmomentschlüssel in einer Garage (KI-generiert, OpenAI)

Zweimal im Jahr steht der Räderwechsel an – und genau hier spielen Kompletträder ihre Stärken aus. Ein Komplettrad ist ein fertig auf die Felge montierter und ausgewuchteter Reifen. Statt jede Saison Reifen auf- und abziehen zu lassen, tauschen Sie einfach das ganze Rad. Das spart Zeit, schont die Reifen und lässt sich mit etwas Werkzeug sogar selbst erledigen. In diesem Ratgeber erklären wir, für wen sich Kompletträder lohnen, worauf Sie beim Kauf achten müssen und wie der Saisonwechsel sicher gelingt.

Was ist ein Komplettrad?

Ein Komplettrad besteht aus drei Teilen, die bereits fix und fertig zusammengehören:

  • der Felge (aus Stahl oder Aluminium),
  • dem darauf montierten Reifen (Sommer-, Winter- oder Ganzjahresreifen),
  • und – bei den meisten neueren Fahrzeugen – dem passenden RDKS-Sensor für die Reifendrucküberwachung.

Das Rad wird beim Kauf bereits gewuchtet geliefert, also so abgestimmt, dass es bei hohem Tempo nicht vibriert. Sie erhalten somit ein einbaufertiges Rad, das nur noch ans Auto geschraubt werden muss – ganz ohne Reifenmontiermaschine.

Wer Kompletträder nutzt, besitzt in der Regel zwei Radsätze: einen für die warme und einen für die kalte Jahreszeit. Beim Wechsel kommt der eine Satz ans Auto, der andere ins Lager.

Vorteile und Nachteile von Kompletträdern

Schneller, einfacher Saisonwechsel: Der größte Vorteil liegt auf der Hand: Sie wechseln das komplette Rad statt nur den Reifen. Es entfällt das aufwendige Auf- und Abziehen des Reifens von der Felge. Der Wechsel dauert nur wenige Minuten pro Rad und lässt sich – passendes Werkzeug vorausgesetzt – auch in der eigenen Garage erledigen.

Schonender für die Reifen: Jedes Ummontieren bedeutet mechanische Belastung für den Reifenwulst und das Felgenhorn. Wer die Reifen auf der Felge belässt, vermeidet diesen Verschleiß. Auch das Risiko von Beschädigungen beim Montieren sinkt.

Auf Dauer oft günstiger: Ein zweiter Felgensatz kostet zunächst Geld. Dafür sparen Sie über die Jahre die Montage- und Wuchtkosten, die bei reinem Reifenwechsel jede Saison anfallen. Je länger Sie ein Auto fahren, desto eher rechnet sich die Anschaffung.

Schonende Lagerung inklusive: Eingelagert wird ohnehin immer ein kompletter Radsatz. Reifen auf der Felge altern bei richtiger Lagerung langsamer, weil sie ihre Form behalten und nicht eingedrückt werden.

Tipp: Ob sich ein zweiter Satz Alufelgen oder günstige Stahlfelgen mehr lohnt, hängt von Budget und Anspruch ab. Die Unterschiede haben wir im Detail in unserem Vergleich Stahlfelgen oder Alufelgen? zusammengestellt.

Wo liegen die Nachteile?

Kompletträder sind nicht für jeden die beste Wahl. Bedenken sollten Sie:

  • Höhere Anfangsinvestition: Sie kaufen einen kompletten zweiten Felgensatz dazu.
  • Mehr Lagerplatz nötig: Vier montierte Räder brauchen deutlich mehr Raum als vier lose Reifen – Keller, Garage oder ein Einlagerungsservice müssen das hergeben.
  • Höheres Gewicht beim Transport: Komplette Räder sind schwerer und sperriger als einzelne Reifen.

Wer sein Auto nur kurz fährt oder ohnehin keinen Lagerplatz hat, fährt mit dem klassischen Reifenwechsel in der Werkstatt mitunter günstiger.

Worauf Sie beim Kauf achten müssen

Damit ein Komplettrad wirklich an Ihr Fahrzeug passt, müssen mehrere Maße stimmen. Felgen sind kein Zubehör von der Stange – sie müssen exakt zum Auto passen.

Die richtige Felgengröße und Anschlussmaße

Entscheidend sind unter anderem:

  • Felgendurchmesser und -breite (z. B. 6,5J x 16),
  • der Lochkreis (Anzahl und Abstand der Schraublöcher, z. B. 5 x 112),
  • die Einpresstiefe (ET) – sie bestimmt, wie weit das Rad im Radkasten sitzt,
  • der Mittenlochdurchmesser (Nabenbohrung), ggf. mit Zentrierring,
  • sowie die richtige Reifengröße mit ausreichendem Last- und Geschwindigkeitsindex.

Welche Werte Ihr Fahrzeug verlangt, steht in den Fahrzeugpapieren (Zulassungsbescheinigung Teil I) bzw. im CoC-Dokument. Wie Sie die Reifengröße und die Kennzeichen an der Flanke lesen, erklären wir in Reifengröße ablesen.

Zulassung: ABE oder Eintragung

Felgen dürfen nur in der für Ihr Fahrzeug freigegebenen Kombination gefahren werden. Maßgeblich ist die Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) oder ein Teilegutachten – darin steht, ob und mit welchen Auflagen das Rad erlaubt ist. Weicht die Rad-Reifen-Kombination von den Papieren ab, ist eine Eintragung nötig. Mehr zu Reifenfreigabe und Vorschriften finden Sie in Reifen und Gesetz.

Die passenden Radschrauben

Achtung, ein häufig übersehener Punkt: Alufelgen brauchen oft andere Radschrauben oder -bolzen als Stahlfelgen – etwa wegen einer anderen Bundform (Kegel- oder Kugelbund) oder Länge. Verwenden Sie ausschließlich die für Ihre Felge passenden Schrauben. Falsche Schrauben können sich lösen – ein erhebliches Sicherheitsrisiko.

RDKS-Sensoren nicht vergessen

Für alle seit dem 1. November 2014 erstmals zugelassenen Pkw ist ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS) Pflicht (laut ADAC). Man unterscheidet zwei Systeme:

  • Indirekte Systeme messen über die Drehzahlsensoren des ABS, ob sich der Abrollumfang eines Reifens verändert. Sie kommen ohne eigene Sensoren im Rad aus – beim zweiten Radsatz muss das System nach dem Wechsel nur per Knopfdruck neu angelernt werden.
  • Direkte Systeme nutzen je Rad einen Sensor im Ventil, der den tatsächlichen Druck misst. Hier braucht jeder Radsatz eigene, programmierte Sensoren.

Achten Sie beim Kauf eines zweiten Komplettradsatzes also darauf, ob direkte Sensoren benötigt werden – am besten gleich passend bestellen, damit die Kontrollleuchte nach dem Wechsel nicht dauerhaft mahnt.

Stahl- oder Alu-Kompletträder?

Beide Varianten haben ihre Berechtigung:

  • Stahlfelgen sind günstiger und robust gegenüber Schlaglöchern und Streusalz – beliebt als preiswerter Winter-Radsatz. Optisch verschwinden sie meist hinter Radkappen.
  • Alufelgen sind leichter, hochwertiger verarbeitet und optisch ansprechender; sie sind im Sommer wie im Winter gefragt, müssen aber gerade im Winter konsequent von Streusalz gereinigt werden.

Eine ausführliche Gegenüberstellung – inklusive Gewicht, Korrosion und Pflege – lesen Sie in unserem Beitrag Stahlfelgen oder Alufelgen?. Beide Felgenarten sowie passende Alufelgen, Stahlfelgen und Radschrauben finden Sie in unserem Shop.

Saisonwechsel und Lagerung: So geht es sicher

Mit Kompletträdern können Sie den Wechsel selbst übernehmen. So gelingt er nach den Empfehlungen des ADAC:

  1. Sicher abstellen: Auto auf festem, ebenem Untergrund parken, Handbremse anziehen, Gang einlegen.
  2. Schrauben lösen: Radschrauben bei stehendem, noch nicht aufgebocktem Fahrzeug eine Vierteldrehung lösen.
  3. Aufbocken: Wagenheber an der vorgesehenen Aufnahme ansetzen und das Rad anheben.
  4. Rad tauschen: Altes Rad abnehmen, Auflagefläche und Gewinde sauber und rostfrei halten, neues Komplettrad aufsetzen.
  5. Über Kreuz anziehen: Schrauben zunächst handfest, dann über Kreuz mit dem vom Hersteller vorgeschriebenen Drehmoment mit einem Drehmomentschlüssel festziehen.
  6. Nachziehen: Nach rund 50 Kilometern die Verschraubung noch einmal kontrollieren und gegebenenfalls nachziehen.

Kennzeichnen Sie die abgenommenen Räder auf der Lauffläche (z. B. „VR" für vorne rechts, „HL" für hinten links). So montieren Sie sie in der nächsten Saison positionsrichtig – das hilft beim gleichmäßigen Verschleiß.

Hinweis: Sind Sie sich beim Drehmoment oder beim Wagenheber-Ansatzpunkt unsicher, lassen Sie den Wechsel in der Werkstatt erledigen. Lockere Räder sind lebensgefährlich.

Kompletträder richtig lagern: Der nicht genutzte Radsatz will gut gelagert sein. Der ADAC empfiehlt für Kompletträder die liegende Lagerung – am besten übereinandergestapelt oder an einem Felgenbaum hängend – mit 0,5 bar erhöhtem Luftdruck. Reifen ohne Felge stehen dagegen hochkant. Lagern Sie kühl, trocken und dunkel, fern von Lösungsmitteln und Ölen. Alle Details haben wir in Reifen richtig lagern und pflegen zusammengefasst.

Passende Reifen und Kompletträder im Shop

Den Kern jedes Komplettrads bildet ein guter Reifen. In der besonders gefragten Größe 205/55 R16 etwa decken diese Modelle unterschiedliche Preisklassen ab:

Eine größere Auswahl finden Sie in der Größe 205/55 R16 sowie unter PKW-Sommerreifen und PKW-Winterreifen. Fertig konfigurierte Kompletträder für Ihr Fahrzeug stellen wir Ihnen passend zu Größe und Saison zusammen. Wenn Sie beim Kauf grundsätzlich nichts falsch machen möchten, hilft Ihnen unser Ratgeber Reifen online kaufen.

Fazit

Kompletträder machen den saisonalen Räderwechsel schnell, schonend und auf Dauer oft günstiger – vorausgesetzt, Sie haben Platz für den zweiten Radsatz. Beim Kauf zählen die exakten Anschlussmaße, die richtige Felgenfreigabe, passende Radschrauben und – bei direktem RDKS – die Reifendrucksensoren. Mit Drehmomentschlüssel, sauberer Montage über Kreuz und dem Nachziehen nach 50 Kilometern wird der Wechsel zu Hause zur sicheren Routine. So sind Sie für jede Saison bestens gerüstet.

Häufige Fragen

Mit welchem Drehmoment ziehe ich die Radschrauben an? Maßgeblich ist die Vorgabe des Fahrzeugherstellers. Ziehen Sie die Schrauben über Kreuz mit einem Drehmomentschlüssel an und kontrollieren Sie die Verschraubung laut ADAC nach rund 50 Kilometern erneut.

Was ist der Unterschied zwischen Reifenwechsel und Räderwechsel?

Beim Reifenwechsel wird der Reifen von der Felge gezogen und ein neuer aufgezogen, gewuchtet und montiert. Beim Räderwechsel tauschen Sie das komplette Rad (Reifen plus Felge) – das ist deutlich schneller und ohne Reifenmontiermaschine möglich.

Lohnen sich Kompletträder finanziell?

In der Regel ja, wenn Sie das Fahrzeug einige Jahre fahren. Dem einmaligen Kauf eines zweiten Felgensatzes stehen die jährlich gesparten Montage- und Wuchtkosten gegenüber. Voraussetzung ist genügend Lagerplatz für den zweiten Radsatz.

Brauche ich für den zweiten Radsatz neue RDKS-Sensoren?

Nur bei einem direkten RDKS, das mit Sensoren im Ventil arbeitet – dann braucht jeder Radsatz eigene, programmierte Sensoren. Fahrzeuge mit indirektem System kommen ohne zusätzliche Sensoren aus und werden nach dem Wechsel nur neu angelernt.

Kann ich Sommerreifen einfach auf meine Winterfelgen ziehen lassen?

Das ist möglich, hebt aber den Hauptvorteil von Kompletträdern auf, weil dann doch jede Saison ummontiert wird. Sinnvoll sind zwei eigene Radsätze – einer für den Sommer, einer für den Winter.

Schlagwörter: Kompletträder Saisonwechsel Felgen Radwechsel RDKS Reifenmontage

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