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Branche & Markt – Ratgeber im Magazin

Der Nokian Wetproof 2 steht jetzt im EU-Register – und ist auf dem Label nicht durchweg besser

· 15 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 11.10.2026
Neuer Pkw-Sommerreifen auf nasser Landstraße im Abendlicht (KI-generiert, OpenAI)
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Als wir diesen Beitrag am 9. September 2026 geschrieben haben, war eine der beiden Hälften der Nokian-Ankündigung nicht überprüfbar: Vom Powerproof E standen damals schon 13 Ausführungen im EU-Produktregister EPREL, vom Wetproof 2 kein einziger Eintrag. Genau das hat sich inzwischen geändert. Seit dem 24. September 2026 ist auch der Wetproof 2 im Register veröffentlicht, und zwar vollständig: zwölf Ausführungen, exakt so viele, wie Nokian angekündigt hatte.

Damit lässt sich die Frage beantworten, die am 9. September offenblieb – nämlich ob der Nachfolger auf dem Papier tatsächlich der bessere Reifen ist. Wir haben das Register am 11. Oktober 2026 erneut vollständig abgefragt und alle zwölf Wetproof-2-Einträge dem Wetproof 1 gegenübergestellt, Größe für Größe und Index für Index. Das Ergebnis ist differenzierter, als eine Nachfolger-Ankündigung vermuten lässt: Die Nasshaftung bleibt auf dem höchsten Niveau, der Rollwiderstand bleibt fast überall gleich – und beim Geräusch geht es in acht von zwölf Fällen in die andere Richtung.

Zwei Reifen für zwei sehr verschiedene Fahrer

Nokian stellt die beiden Modelle ausdrücklich nicht als Konkurrenten vor, sondern als Antworten auf unterschiedliche Bedürfnisse. Der Powerproof E ist der Effizienzreifen: Er soll niedrigen Rollwiderstand mit verlässlichem Nassgriff verbinden. Grundlage ist laut Hersteller die sogenannte Motion Control Technology, in der Profilbild, Gummimischung und Karkassenaufbau gemeinsam ausgelegt werden. Auffällig ist der Materialanteil: Je nach Größe bestehen 40,9 bis 42,8 Prozent des Reifens aus recycelten und erneuerbaren Rohstoffen, darunter Silica aus Reisschalenasche, recycelter Industrieruß und recycelter Stahl. Gefertigt wird er im 2024 eröffneten Werk im rumänischen Oradea. Das alles steht in der Pressemitteilung von Nokian Tyres zum Powerproof E vom 8. September 2026.

Wie sich solche Rezyklatquoten einordnen lassen, haben wir an anderer Stelle durchgerechnet: Ein Wert um die vierzig Prozent ist heute ambitioniert, aber kein Laborwert mehr, wie Continentals Konzeptreifen mit 43 Prozent Rezyklatanteil zeigt. Zwischen einem Serienreifen und einer Studie liegt allerdings genau der Unterschied, um den es hier geht – der Powerproof E ist ein Produkt, das in den Handel kommen soll.

Der Wetproof 2 verfolgt eine andere Linie. Er ist der direkte Nachfolger des heutigen Wetproof 1 und zielt laut Nokian auf Nassgriff, Stabilität und Fahrkomfort bei wechselhaften Sommerbedingungen. Verändert wurden vor allem Profildesign und Mischung; eine optimierte Aufstandsfläche soll für gleichmäßigeren Verschleiß sorgen, Feinarbeit am Profil für weniger Abrollgeräusch und etwas geringeren Rollwiderstand. Beide Reifen sind ausdrücklich auch für Elektro- und Hybridfahrzeuge freigegeben – was inzwischen weniger eine Besonderheit als eine Selbstverständlichkeit ist, wie unser Beitrag dazu zeigt, was der Reifenwechsel beim E-Auto die Reichweite wirklich kostet. Über die Neuvorstellung berichtete auch die Fachpresse, unter anderem in der Meldung der Reifenpresse zu den zwei neuen Nokian-Sommerreifen.

Der Wetproof 2 ist im Register angekommen – mit genau zwölf Einträgen

Unsere Abfrage der öffentlichen Reifensuche der EU-Produktdatenbank EPREL am 11. Oktober 2026 liefert zum Handelsnamen Wetproof 2 zwölf Einträge. Als Datum des Inverkehrbringens tragen alle zwölf den 10. September 2026, veröffentlicht wurden sie im Register geschlossen am 24. September 2026 – also zwei Wochen nach der Pressemitteilung und gut zwei Wochen nach dem Powerproof E.

Diese Zwölf ist in zweierlei Hinsicht bemerkenswert. Erstens deckt sie sich exakt mit der Herstellerankündigung: Nokian hatte zwölf Größen in 15 und 16 Zoll mit den Geschwindigkeitssymbolen H, V und W genannt. Genau das steht jetzt im Register – acht Ausführungen in 15 Zoll, vier in 16 Zoll, Indizes H, V und W. Die Ankündigung war also keine gerundete Absichtserklärung, sondern eine Angabe über ein bereits fertig registriertes Programm. Zweitens heißt das: Mehr als diese zwölf ist vorerst nicht zu erwarten. Wer hofft, dass das Programm später noch in größere Zolldurchmesser wächst, hat dafür derzeit keinen Anhaltspunkt.

Die Labelangaben des Herstellers bestätigt das Register in allen drei Kriterien. Auf seiner Produktseite zum Nokian Tyres Wetproof 2 schreibt Nokian, alle Größen erreichten bei der Nasshaftung die Klasse A, während der Rollwiderstand je nach Größe in den Klassen B oder C und das externe Rollgeräusch in den Klassen A oder B liege. Im Register steht genau das:

  • Nasshaftung: zwölfmal Klasse A – ohne Ausnahme.
  • Rollwiderstand: zweimal Klasse B, zehnmal Klasse C. Kein A.
  • Externes Rollgeräusch: viermal Klasse A, achtmal Klasse B; die gemessenen Werte liegen zwischen 67 und 70 Dezibel.

Das ist ein Punkt für die Glaubwürdigkeit des Herstellers, und er ist selten genug, um ihn zu erwähnen: Die Pressemitteilung hat beim Label nicht übertrieben. Sie hat allerdings auch nichts versprochen, was über das Labelfenster des Vorgängers hinausgeht – und genau deshalb lohnt der direkte Vergleich.

Zwölf Paare, ein Vergleich ohne Unschärfe

Beim Vergleich zweier Reifengenerationen hat man normalerweise ein Problem: Die Größenprogramme überschneiden sich nur teilweise, und wo sie sich überschneiden, unterscheiden sich oft Lastindex oder Geschwindigkeitssymbol. Dann vergleicht man Äpfel mit Birnen. Hier ist das anders. Zu allen zwölf Wetproof-2-Ausführungen gibt es im Register eine Wetproof-1-Ausführung mit identischer Größe, identischem Lastindex und identischem Geschwindigkeitssymbol. Zwölf von zwölf – ein saubereres Vergleichsfeld bekommt man kaum.

So sieht der Vergleich aus, jeweils in der Reihenfolge Rollwiderstand, Nasshaftung, Geräuschklasse und gemessener Geräuschwert:

  • 175/65 R15 84H: C/A/A 67 dB bleibt C/A/A 67 dB – unverändert.
  • 185/55 R15 86V: C/A/A 68 dB wird C/A/A 67 dB – ein Dezibel besser.
  • 185/60 R15 88H: C/A/A 68 dB wird C/A/A 67 dB – ein Dezibel besser.
  • 185/65 R15 88H: C/A/A 67 dB bleibt C/A/A 67 dB – unverändert.
  • 195/50 R15 82V: C/A/A 68 dB wird C/A/B 70 dB.
  • 195/55 R15 85V: C/A/A 68 dB wird C/A/B 70 dB.
  • 195/60 R15 88V: C/A/A 68 dB wird C/A/B 70 dB.
  • 195/65 R15 91H: C/A/A 68 dB wird C/A/B 70 dB.
  • 205/60 R16 92H: C/A/A 68 dB wird C/A/B 70 dB.
  • 205/60 R16 96V: C/A/A 69 dB wird C/A/B 70 dB.
  • 215/55 R16 97W: C/A/A 69 dB wird B/A/B 70 dB – der einzige Fall mit besserem Rollwiderstand.
  • 215/60 R16 99V: B/A/A 69 dB wird B/A/B 70 dB.

Die Bilanz über alle zwölf Paare: Die Nasshaftung bleibt zwölfmal Klasse A, der Nachfolger hält hier also das Niveau, das schon die Stärke des Wetproof 1 war. Der Rollwiderstand verbessert sich in genau einem von zwölf Fällen um eine Klasse und bleibt in elf Fällen unverändert. Beim Geräusch wird der gemessene Wert zweimal um ein Dezibel niedriger, bleibt zweimal gleich und steigt achtmal um ein bis zwei Dezibel – und in diesen acht Fällen fällt die Klasse von A auf B.

Das ist ein ungewohnter Befund, denn der Hersteller nennt auf derselben Produktseite ausdrücklich Verfeinerungen am Design, die zu geringeren Reifengeräuschen und weniger Rollwiderstand beitragen sollen. Auf dem Label ist davon in den überschneidenden Größen überwiegend das Gegenteil dokumentiert. Bevor man daraus einen Vorwurf macht, muss man aber genau lesen, was das Label überhaupt misst.

Warum „leiser" auf dem Label etwas anderes bedeutet als im Auto

Der Geräuschwert auf dem EU-Reifenlabel ist kein Maß für das, was Sie im Innenraum hören. Gemessen wird das externe Vorbeifahrgeräusch: Der Reifen rollt mit abgeschaltetem Motor an einem Mikrofon am Straßenrand vorbei, und der dabei entstehende Schalldruck wird in Dezibel protokolliert. Das ist eine Lärmschutzgröße für Anwohner, nicht eine Komfortgröße für Fahrer. Wenn Nokian von geringeren Reifengeräuschen spricht, kann damit sehr wohl das Abrollgeräusch im Fahrzeug oder die Geräuschcharakteristik auf schlechtem Asphalt gemeint sein – Dinge, die das Label nicht erfasst und die kein Register beantworten kann. Ein Widerspruch im strengen Sinn ist das also nicht. Aber es ist auch kein Beleg für die Aussage, und wer beim Kauf auf die drei Buchstaben schaut, sieht in acht von zwölf Größen eine schlechtere Note als beim Vorgänger.

Beim Rollwiderstand ist Zurückhaltung in die andere Richtung angebracht. Eine Labelklasse ist ein Band, kein Messwert: Innerhalb einer Klasse kann sich der Rollwiderstand messbar verbessern, ohne dass sich der Buchstabe ändert. Dass elf von zwölf Ausführungen in derselben Klasse bleiben, beweist deshalb nicht, dass sich nichts verbessert hat – es beweist nur, dass eine mögliche Verbesserung die Klassengrenze nicht überschritten hat. Beim Geräusch ist die Lage anders, weil dort neben der Klasse auch der gemessene Wert in Dezibel veröffentlicht wird. Und dieser Wert ist in acht Fällen höher.

Eine zweite Einschränkung gehört dazu: Ein Dezibel Unterschied ist wenig, und vier der acht Verschlechterungen betragen genau ein Dezibel. Dass sie trotzdem eine ganze Klasse kosten, liegt daran, dass die Klassengrenze bei diesen Dimensionen zwischen 69 und 70 Dezibel verläuft – ein knapper Wert kann also auf die eine oder andere Seite fallen. Vier Paare liegen dagegen bei zwei Dezibel Differenz, und das ist eine Größenordnung, die man nicht mehr als Messrauschen abtun kann. Warum derselbe Reifen je nach Dimension ohnehin unterschiedliche Noten bekommt, erklären wir in einem eigenen Beitrag dazu, warum derselbe Reifen je nach Größe ein anderes Label bekommt. Wer die drei Buchstaben grundsätzlich einordnen möchte, findet das im ausführlichen Ratgeber zum Lesen der Labelwerte. Und dass eine Labelklasse nicht in jedem Fall ein echter Messwert sein muss, zeigt unsere Auswertung zum Füllwert im Reifenetikett.

Der Powerproof E trägt sein dreifaches A inzwischen sechzehnmal

Beim zweiten der beiden neuen Reifen ist das Register in der Zwischenzeit ebenfalls gewachsen, und hier fällt der Befund klar positiv aus. Aus den 13 Ausführungen vom 8. September sind 16 geworden: zwei weitere wurden am 11. September in Verkehr gebracht und am 21. September veröffentlicht, eine am 22. September mit Veröffentlichung am 23. September. Alle 16 tragen A beim Rollwiderstand, A bei der Nasshaftung und die Geräuschklasse A, bei Werten von 67 Dezibel und 68 Dezibel in den beiden 255er-Größen. Die Herstelleraussage vom dreifachen A hält also auch nach dem Zuwachs – jetzt mit 16 von 16 statt 13 von 13 Belegen.

Eine Lücke, die wir im September noch notieren mussten, ist damit geschlossen: 17 Zoll fehlte im Register, inzwischen steht die Dimension 225/45 R17 94Y dort – ebenfalls mit A/A/A und 67 Dezibel. Die registrierten Größen verteilen sich nun auf eine Ausführung in 16 Zoll, eine in 17 Zoll, sechs in 18 Zoll, sechs in 19 Zoll und zwei in 20 Zoll. Vierzehn der sechzehn liegen damit bei 18 Zoll oder darüber, was zur Herstellerangabe passt, das angekündigte Programm von 19 Größen bestehe zu rund 89 Prozent aus 18 Zoll und größer. Drei der 19 angekündigten Größen fehlen im Register also noch.

Wie groß dieser Schritt ist, zeigt erst der Blick auf das übrige Nokian-Sommerprogramm. Wir haben beide heutigen Modelle am 11. Oktober vollständig abgefragt: Der Powerproof 2 steht mit 94 Ausführungen im Register, 16 bis 21 Zoll, beim Rollwiderstand 66-mal B und 28-mal C; die Nasshaftung ist in allen 94 Fällen A, beim Geräusch stehen 32-mal Klasse A und 62-mal Klasse B bei Werten von 69 bis 73 Dezibel. Der Wetproof 1 steht mit 47 Ausführungen dort, 15 bis 20 Zoll, Rollwiderstand 9-mal B und 38-mal C, Nasshaftung 46-mal A und einmal B, Geräusch 37-mal Klasse A und 10-mal B bei 67 bis 72 Dezibel. Das deckt sich mit dem, was wir bei der Modellvorstellung gemessen hatten, nachzulesen in unserer Auswertung, was der Wetproof 1 im Register wirklich vorweist.

Daraus ergibt sich der eigentliche Maßstab: In 141 registrierten Ausführungen der beiden aktuellen Modelle steht beim Rollwiderstand kein einziges A. Beim Powerproof E steht es 16-mal von 16. Das ist kein kosmetischer Fortschritt, sondern ein Sprung um ein bis zwei Klassen in genau der Disziplin, die beim Verbrauch und bei der Reichweite zählt – und er geht nicht zulasten der Nasshaftung, die bei allen drei Modellen auf A liegt.

Warum „Saison 2027" und ein Registerdatum von 2026 kein Widerspruch sind

Nokian nennt für beide Reifen die Sommersaison 2027 als Zeitpunkt der Verfügbarkeit in Mittel- und Südeuropa. Im Register steht als Datum des Inverkehrbringens der 8. September 2026 für den Powerproof E und der 10. September 2026 für den Wetproof 2. Zwischen beiden Angaben liegen rund neun Monate, und das wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich.

Es ist keines. Die Eintragung ist an das Inverkehrbringen in der EU gekoppelt, also an den Moment, in dem der Anbieter die Ausführung auf den europäischen Markt gibt – nicht daran, wann ein deutscher Händler sie ordern kann und wann sie in nennenswerter Stückzahl im Lager liegt. Dass diese beiden Daten regelmäßig auseinanderfallen, haben wir an drei anderen Modellen durchgerechnet; dort lagen zwischen Registerdatum und angekündigtem Termin zwei bis drei Monate. Die Systematik dahinter steht in unserem Beitrag darüber, warum das EU-Register früher ist als jede Pressemitteilung.

Neun Monate sind allerdings deutlich mehr als die zwei bis drei, die wir bisher gesehen haben. Die naheliegende Erklärung: Bei einem Sommerreifen ist der Saisonstart hart gesetzt. Ein Modell, das im Herbst fertig registriert wird, kommt trotzdem nicht mehr in eine Sommersaison, die praktisch vorbei ist – es wartet auf die nächste. Für Sie heißt das ganz praktisch: Rechnen Sie mit dem Frühjahr 2027, und prüfen Sie dann Ihre konkrete Größe. Weder beim Powerproof E noch beim Wetproof 2 gibt es bei uns heute einen Artikel und damit auch keinen Preis – und wir werden keinen schätzen. Was ein Reifen kostet, entscheidet sich erst, wenn er tatsächlich im Handel ist.

Für welche Größen sich Warten lohnt – und für welche nicht

Jetzt, da das Register beide Programme kennt, lässt sich die praktische Frage sauber beantworten. Wir führen den Wetproof 1 derzeit in 42 Ausführungen über 35 Größen von 15 bis 20 Zoll, zu Preisen von 54,72 bis 126,55 Euro bei einem Median von 90,54 Euro (Stand 11. Oktober 2026, alle Preise an diesem Tag live geprüft). Stellt man diesen Bestand den zwölf registrierten Wetproof-2-Ausführungen gegenüber, ergibt sich eine klare Zweiteilung:

  • Zwölf unserer 42 Ausführungen bekommen einen Nachfolger in identischer Größe und identischem Index. Sie kosten zwischen 59,89 und 100,94 Euro, Median 68,36 Euro – es sind durchweg die kleinen, günstigen Dimensionen in 15 und 16 Zoll.
  • Dreißig Ausführungen bekommen keinen. Sie kosten zwischen 54,72 und 126,55 Euro, Median 98,24 Euro, und verteilen sich auf drei Ausführungen in 15 Zoll, elf in 16 Zoll, neun in 17 Zoll, vier in 18 Zoll, zwei in 19 Zoll und eine in 20 Zoll.

Der Nachfolger deckt also knapp 29 Prozent unseres heutigen Wetproof-1-Programms ab, und zwar sein preisgünstiges Ende. Für die anderen 71 Prozent – darunter das komplette Angebot ab 17 Zoll – ist überhaupt kein Nachfolger angekündigt. Besonders deutlich wird das in der gefragtesten Größe des deutschen Marktes: In 205/55 R16 gibt es keinen Wetproof 2. Das Register führt dort nichts, und das angekündigte Programm nennt in 16 Zoll nur 205/60, 215/55 und 215/60. Wer diese Dimension fährt, wartet also nicht auf einen Nachfolger, sondern auf nichts.

Unsere Einordnung: Warten lohnt sich praktisch nur dann, wenn Sie eine der zwölf kleinen Dimensionen fahren, Ihre jetzigen Reifen noch eine Saison durchhalten und Ihnen die Nasshaftung wichtiger ist als die Geräuschklasse – denn genau die wird in acht dieser zwölf Fälle schlechter. In allen übrigen Größen stellt sich die Frage nicht.

Konkret heißt das für die beliebteste Dimension: Der Nokian WETPROOF 1 205/55 R16 91V kostet bei uns 67,15 Euro und trägt C/A/68, die stärkere Variante Nokian WETPROOF 1 205/55 R16 94V 69,34 Euro bei C/A/69. Wer dort eine Klasse besseren Rollwiderstand möchte, muss heute zum Nokian PowerProof 2 205/55 R16 94V greifen: 79,34 Euro, Label B/A/70. Zehn Euro Aufpreis für eine Klasse Rollwiderstand und ein Dezibel mehr Geräusch – ob sich das rechnet, hängt an Ihrer Jahresfahrleistung.

Was Sie heute schon von Nokian bekommen

Bis zum Frühjahr 2027 ist das aktuelle Programm gut sortiert, und für die meisten Fahrprofile ist der Unterschied zwischen einem B und einem A beim Rollwiderstand kleiner als der zwischen einem passenden und einem unpassenden Reifen. Lieferbar sind bei uns das Modellprogramm des Nokian PowerProof 2 mit 79 Ausführungen von 75,49 bis 258,26 Euro, das komplette Wetproof-1-Programm mit 42 Ausführungen von 54,72 bis 126,55 Euro sowie der ältere Powerproof 1 mit 53 Ausführungen von 81,69 bis 253,52 Euro (Stand 11. Oktober 2026).

Ein Hinweis zum Powerproof 1 ist dabei wichtig, weil er zeigt, wie schnell solche Bestände schrumpfen: Das Modell steht nur noch in 17 bis 20 Zoll im Regal, und die Zahl der Ausführungen ist seit Anfang September deutlich zurückgegangen. Bei einer auslaufenden Baureihe gilt generell, dass zuerst die Stückzahl sinkt und nicht der Preis – wer eine bestimmte Größe braucht, sollte sie also nicht zu lange liegen lassen, auch wenn kein Schnäppchen zu erwarten ist.

Für die Einordnung der Marke insgesamt lohnt ein Blick in unser Markenporträt der finnischen Reifenmarke Nokian; wie sich der Hersteller im Winterprogramm schlägt, zeigt unsere Auswertung zum Premium-Winterreifen Snowproof 3P. Das gesamte Angebot an Sommerreifen für PKW und alle Modelle in der Größe 205/55 R16 finden Sie ebenfalls im Shop.

Unser Fazit fällt einen Monat später nüchterner aus als am 9. September. Der Powerproof E bleibt die interessantere der beiden Neuvorstellungen: Er macht in einer messbaren, öffentlich hinterlegten Größe einen echten Schritt, und dieser Schritt ist inzwischen sechzehnmal statt dreizehnmal im Register eingetragen. Der Wetproof 2 ist dagegen kein Fortschritt auf dem Label, sondern eine Neuauflage im selben Labelfenster – mit gehaltener Nasshaftung, praktisch unverändertem Rollwiderstand und in der Mehrheit der überschneidenden Größen einer schlechteren Geräuschklasse. Das muss kein schlechter Reifen sein: Bremsweg auf nasser Fahrbahn, Aquaplaningverhalten, Handling und Laufleistung stehen auf keinem Label, und gerade bei diesen Eigenschaften verspricht Nokian die Verbesserungen. Beurteilen lässt sich das endgültig erst, wenn unabhängige Reifentests vorliegen.

Häufige Fragen

Steht der Nokian Wetproof 2 inzwischen im EU-Produktregister?

Ja. Seit dem 24. September 2026 sind zwölf Ausführungen veröffentlicht, als Datum des Inverkehrbringens tragen alle den 10. September 2026. Damit ist das angekündigte Programm von zwölf Größen in 15 und 16 Zoll vollständig eingetragen.

Ist der Wetproof 2 auf dem Label besser als der Wetproof 1?

Nicht durchgehend. In den zwölf direkt vergleichbaren Ausführungen bleibt die Nasshaftung zwölfmal A, der Rollwiderstand verbessert sich einmal um eine Klasse, und die Geräuschklasse fällt achtmal von A auf B. Das Label erfasst allerdings weder Bremsweg noch Laufleistung.

Gibt es den Wetproof 2 in 205/55 R16?

Nein. Das registrierte und angekündigte Programm umfasst in 16 Zoll nur 205/60, 215/55 und 215/60. In 205/55 R16 bleibt es beim Wetproof 1 oder einem anderen Modell.

Schlagwörter: Nokian Sommerreifen EU-Reifenlabel Neue Reifenmodelle Rollwiderstand Marktstart

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