235/60 R18: 448 Ausführungen – und das schwerere Auto hat die kleinere Auswahl
235/60 R18 ist eine der meistgefragten SUV-Dimensionen im deutschen Ersatzmarkt – und eine der am schlechtesten dokumentierten. Wer nach ihr sucht, findet reihenweise Listen mit Fahrzeugmodellen, die niemand belegt, und Empfehlungen, die sich auf eine Handvoll bekannter Namen beschränken. Wir haben deshalb etwas anderes gemacht: Für diesen Ratgeber sind sämtliche lieferbaren Reifen dieser Dimension aus unserem eigenen Katalog ausgezählt worden – jede einzelne Ausführung mit Tragzahl, Geschwindigkeitsindex, EU-Label und Preis. Das Ergebnis erklärt, warum ausgerechnet die schwereren Fahrzeuge in dieser Größe die kleinere Auswahl haben, warum die beste Nasshaftung hier fast nichts kostet und warum zwei sehr bekannte Winterreifen teurer sind als ihre eigenen Nachfolger.
Was 235/60 R18 bedeutet – und wie groß das Rad dadurch wird
Die Folge auf der Flanke beschreibt die Maße. 235 ist die Laufflächenbreite in Millimetern, 60 das Verhältnis von Flankenhöhe zu Breite in Prozent, R steht für die radiale Bauweise und 18 für den Felgendurchmesser in Zoll. Daraus lässt sich das ganze Rad ausrechnen: Die Seitenwand ist 141 Millimeter hoch (60 Prozent von 235 mm), der Felgendurchmesser misst 457,2 Millimeter (18 × 25,4 mm), zusammen ergibt das einen Reifenaußendurchmesser von rund 739 Millimetern. Diese Zahl ist der eigentliche Grund, warum Sie die Dimension nicht frei tauschen dürfen: Der Abrollumfang bestimmt, was Tacho, ABS und ESP für die gefahrene Geschwindigkeit halten.
Für ein SUV ist dieses Verhältnis ein bewusst gewählter Kompromiss. Eine 141 Millimeter hohe Flanke federt Querfugen und Bordsteinkanten spürbar weicher ab als der flache Querschnitt eines 40er- oder 45er-Reifens und schützt zugleich das Felgenhorn, während 235 Millimeter Breite genug Aufstandsfläche für ein Fahrzeug mit zwei Tonnen Leergewicht bieten. Wer wissen will, wie die übrigen Zeichen auf der Flanke zu lesen sind, findet die vollständige Entschlüsselung im Ratgeber Reifengröße auf der Flanke ablesen. Welche Dimensionen für Ihr Auto überhaupt zulässig sind, steht dagegen ausschließlich in den Papieren – wie Sie das prüfen, erklärt der Beitrag zugelassene Reifengrößen im Fahrzeugschein.
Welche Autos die Größe fahren – und was sich davon belegen lässt
Fahrzeuglisten zu Reifengrößen sind im Netz reichlich unterwegs, nur ist fast nie zu erkennen, woher sie stammen. Wir nennen deshalb nur, was eine benennbare Quelle sagt. Continental führt auf seiner eigenen Größenseite zu 235/60 R18 sechs Baureihen als Beispiele auf, geordnet nach Klasse: Audi Q5 und Volvo XC60 als Mittelklasse-SUV, Kia Sorento und Hyundai Santa Fe sowie Honda CR-V und Mazda CX-60 als SUV (Quelle: Continental, Reifengröße 235/60 R18, Herstellerangabe). Mehr behauptet der Hersteller selbst nicht – und mehr behaupten wir auch nicht.
Es gibt aber eine zweite, härtere Spur, und die liegt in den Reifen selbst. 54 der 448 Ausführungen in dieser Größe tragen eine Erstausrüster-Kennung, also das eingeprägte Kürzel eines Autoherstellers, für den genau dieser Reifen abgestimmt wurde. Nach Häufigkeit sortiert sind das: Mercedes-Benz 16 (MO und MOE), Porsche 12 (N0 und N1), Audi 10 (AO), Volvo 7 (VOL), Jaguar und Land Rover 7, Alfa Romeo 2. Das ist kein Zufallsmuster, sondern ein Beleg: 235/60 R18 ist eine echte Werksgröße des europäischen Premium-Segments und nicht bloß eine Nachrüstdimension. Was die Kürzel im Einzelnen bedeuten und wann sie beim Nachkauf zählen, steht im Ratgeber Herstellerkennzeichen auf dem Reifen.
Für Sie folgt daraus zweierlei. Erstens: Verlassen Sie sich nie auf eine Modellliste, sondern auf Ihre Zulassungsbescheinigung Teil I (Felder 15.1 und 15.2) beziehungsweise die CoC-Papiere – nur dort steht verbindlich, was montiert werden darf. Zweitens: Eine Werkskennung ist eine Empfehlung des Autoherstellers, keine Qualitätsklasse und in aller Regel keine Pflicht. Ausnahmen sind Fahrzeuge mit vorgeschriebener Notlauftechnik und ausdrückliche Herstellervorgaben.
448 Ausführungen, 75 Marken: so sieht das Regal wirklich aus
Grundlage der folgenden Zahlen ist eine Vollerhebung unseres offenen Produktkatalogs mit Stand 11. September 2026: alle lieferbaren Reifen, deren Größenangabe exakt 235/60 R18 lautet. Das sind 448 Ausführungen von 75 Marken in 341 verschiedenen Modellen. Diese Zahlen ändern sich täglich mit Beständen und Preisen; die Größenordnung ist aber stabil.
Bemerkenswert ist die Verteilung. Die fünf größten Marken – Continental (37), Michelin (32), Pirelli (29), Hankook (22) und Nexen (16) – stellen zusammen nur 136 Ausführungen und damit 30,4 Prozent des Angebots. Die übrigen rund 70 Prozent verteilen sich auf 70 Marken, neun davon mit einer einzigen Ausführung. Wer also glaubt, in einer gängigen SUV-Größe stünden vor allem die bekannten Namen im Regal, irrt: Die Größe ist eher ein Marktplatz als ein Premium-Schaufenster.
Beim Preis liegt der Median bei 117,78 Euro je Reifen. Aussagekräftiger als die nackte Spanne ist das Band, in dem die Masse liegt: Zwischen dem zehnten und dem neunzigsten Perzentil reicht sie von 77,93 bis 166,52 Euro – ein Faktor von gut zwei. Darunter und darüber gibt es Einzelfälle bis hinunter zu 62,33 Euro und hinauf zu knapp 590 Euro; solche Ausreißer sind meist Restposten oder Sonderausführungen und taugen nicht als Maßstab. Rechnen Sie also für einen ordentlichen Satz dieser Größe mit rund 310 bis 670 Euro, je nachdem, wie weit Sie sich vom Median entfernen. Zum Vergleich: In der eng verwandten Dimension eine Nummer kleiner, für die wir dieselbe Auszählung gemacht haben, liegt der Median bei 108,10 Euro – die Details stehen in der Kaufberatung zu 235/55 R17.
Eine Größe, zwei Regale – und Allwetter gibt es nur in einem
Jetzt wird es praktisch. 235/60 R18 steht in unserem Shop in zwei verschiedenen Rubriken: 214 Ausführungen unter PKW-Reifen, 234 unter Offroad-Reifen. Es ist dieselbe Dimension, dasselbe Rad, dieselben Papiere – nur die Warengruppe unterscheidet sich. Wer im Shop zuerst die Fahrzeugklasse wählt und dann die Größe, sieht deshalb systematisch nur rund die Hälfte des Angebots. Genau dieses Problem beschreibt unser Beitrag Filterfalle bei SUV-Winterreifen ausführlich; die sicherste Route ist deshalb immer der direkte Weg über die Größenseite, weil sie beide Regale zusammenführt.
Noch deutlicher wird die Zweiteilung bei den Jahreszeiten. Von den 448 Ausführungen sind 229 Sommerreifen, 120 Winterreifen und 99 Ganzjahresreifen. Sommer und Winter verteilen sich auf beide Rubriken – im Offroad-Regal stehen 167 Sommer- und 67 Winterreifen, im Pkw-Regal 62 und 53. Bei den Ganzjahresreifen aber liegt die Sache anders: Alle 99 stehen im Pkw-Regal, im Offroad-Regal steht kein einziger. Wer seinen Geländewagen über die Fahrzeugklasse ansteuert und dort nach Allwetterreifen sucht, bekommt in dieser Größe schlicht eine leere Trefferliste, obwohl 99 passende Reifen lieferbar sind. Ob Allwetter am SUV überhaupt die richtige Wahl ist, wägt der Ratgeber Ganzjahresreifen am Geländewagen ab.
Die Tragzahl entscheidet, ob 322 oder 447 Reifen infrage kommen
Hinter der Größe stehen zwei Kennzahlen, die über Zulässigkeit und Auswahl entscheiden: der Lastindex und der Geschwindigkeitsindex. In 235/60 R18 dominiert der Lastindex 107 – also 975 Kilogramm je Reifen – mit 320 von 448 Ausführungen oder 71,4 Prozent. Der kleinere Wert 103 (875 Kilogramm) kommt 125-mal vor, das sind 27,9 Prozent; dazu treten je ein Einzelfall mit 102 und zwei mit 108.
Entscheidend ist nun die Richtung der Regel, und sie wird häufig falsch herum gedacht: Der montierte Reifen muss den eingetragenen Lastindex mindestens erreichen – ein höherer Wert ist immer erlaubt, ein niedrigerer nie. Daraus folgt etwas Überraschendes. Wer die 103 in den Papieren stehen hat, darf praktisch das ganze Regal nutzen: 447 der 448 Ausführungen erreichen 103 oder mehr. Wer dagegen die 107 eingetragen hat, kommt nur an die 322 Ausführungen mit 107 oder 108 heran – knapp drei von zehn Reifen dieser Größe scheiden für ihn aus. Nicht das leichtere, sondern das schwerere Fahrzeug hat hier also die kleinere Auswahl.
Im Winter ist dieser Effekt am deutlichsten: Von 120 Winterreifen tragen nur 101 die 107, bei den Ganzjahresreifen sind es 87 von 99, im Sommer 134 von 229. Die höhere Tragzahl geht dabei fast immer mit der Kennung XL und einem entsprechend höheren Fülldruck einher; die Systematik hinter beiden Kennzahlen steht im Ratgeber Last- und Geschwindigkeitsindex.
Beim Tempo verteilt sich das Angebot auf V (bis 240 km/h) 189-mal, W (bis 270 km/h) 117-mal, H (bis 210 km/h) 112-mal und T (bis 190 km/h) 24-mal, dazu einzelne S-, R- und Q-Ausführungen. Auch hier gilt die Mindestregel – mit einer Ausnahme für Winterreifen, die unter Auflagen langsamer sein dürfen als das Fahrzeug.
Was das EU-Label in dieser Größe hergibt
Alle 448 Ausführungen tragen vollständige Labelwerte, die Auswertung ist also lückenlos. Bei der Nasshaftung verteilen sie sich auf A 97, B 181, C 127, D 12 und E 31. Die Bestnote A erreicht demnach gut jeder fünfte Reifen (21,7 Prozent) – für eine SUV-Größe ein guter Wert. Bei der Kraftstoffeffizienz sieht es magerer aus: C 231, B 104, E 49, A 36, D 28. Nur acht Prozent schaffen hier die Bestnote.
Der interessanteste Befund steckt in der Aufteilung nach Jahreszeiten. Nasshaftung A erreichen 82 von 229 Sommerreifen (35,8 Prozent), 10 von 120 Winterreifen (8,3 Prozent) und 5 von 99 Ganzjahresreifen (5,1 Prozent). Dieses Gefälle ist kein Zufall dieser Dimension, sondern eine Eigenschaft der Gattung: Die Wintermischung muss bei Kälte weich bleiben und verliert dadurch auf nassem Asphalt, was der Sommerreifen dort gewinnt. Dass Nasshaftung A bei Winterreifen fast nicht vorkommt, haben wir korpusweit an einer eigenen Auszählung gezeigt – nachzulesen unter Nasshaftung A bei Winterreifen. Bei der Effizienz ist die Spreizung noch krasser: Von den 36 A-Ausführungen sind 35 Sommerreifen, genau eine ist ein Ganzjahresreifen, und kein einziger Winterreifen erreicht die Bestnote.
Beide Bestnoten zugleich – A bei Effizienz und A bei Nässe – schaffen in dieser Größe 13 Ausführungen, ausnahmslos Sommerreifen. Und hier kommt die gute Nachricht für den Geldbeutel: Der günstigste davon ist der Kumho Ecsta PS71 SUV in 107V für 100,20 Euro, dicht gefolgt vom Hankook Ventus S1 Evo3 in 103T für 101,80 Euro – beide klar unter dem Median von 117,78 Euro. Wer sich mit Nasshaftung A allein begnügt, zahlt sogar noch weniger: Der günstigste Reifen mit dieser Bestnote kostet 71,97 Euro und liegt damit im untersten Zehntel des Preisbands. Die beste Bremsleistung bei Nässe ist in dieser Größe also keine Preisfrage. Wie viele Meter Bremsweg zwischen den einzelnen Labelklassen liegen, rechnet unsere Auswertung zur Nasshaftung im EU-Reifenlabel vor.
Eine Nebenbeobachtung räumt mit einem naheliegenden Verdacht auf. In der benachbarten Größe 235/55 R17 war aufgefallen, dass die Effizienz-Bestnote dort fast ausschließlich an langsame Reifen gekoppelt war. In 235/60 R18 stimmt das nicht: Die 36 A-Ausführungen verteilen sich auf V 16, T 7, W 7 und H 6 – also mehrheitlich auf Reifen mit 240 oder 270 km/h Freigabe. Die Kopplung ist damit keine Eigenschaft des Labels, sondern eine Eigenart des jeweiligen Angebots. Dass dasselbe Modell je nach Größe unterschiedliche Klassen bekommt, ist ohnehin die Regel und kein Widerspruch.
Sommerreifen: wo Bestnote und Preis zusammenfallen
229 Sommerreifen bedeuten eine bequeme Auswahl, der Median liegt mit 117,49 Euro fast exakt auf dem Gesamtniveau. Bei einem schweren, hoch bauenden Fahrzeug zählen im Sommer vor allem zwei Dinge: die Nasshaftung, weil sie den Bremsweg im Ernstfall bestimmt, und der Rollwiderstand, weil das Gewicht ohnehin Sprit oder Strom kostet. Beides zusammen liefern die genannten A/A-Kandidaten.
- Bestwert ohne Aufpreis: der Kumho Ecsta PS71 SUV 107V mit A/A/72 dB für 100,20 Euro – beim Geräusch liegt er mit 72 Dezibel lediglich ein Dezibel über dem Median der Größe.
- Premium mit Effizienz-Anspruch: der Michelin Primacy 5 Energy in 107V mit A/A/69 dB für 166,32 Euro – er gehört zugleich zu den leisesten Ausführungen der Größe.
- Komfortlinie mit Bestnoten: der Bridgestone Turanza 6 in 107W mit A/A/70 dB für 116,23 Euro.
- Günstiger Einstieg mit gutem Nasswert: der Sailun Atrezzo ZSR2 SUV 107V mit B/A/71 dB für 71,97 Euro.
Ein Fund am Rande zeigt, wie genau man hinsehen muss. Der Hankook Ventus S1 Evo3 steht in 103T zweimal im Regal: einmal als freie Ersatzmarktversion mit A/A/70 dB für 101,80 Euro und einmal als Audi-Werksversion mit AO-Kennung mit A/B/69 dB für 107,73 Euro. Gleicher Name, gleiche Größe, gleiche Tragzahl – und trotzdem eine andere Nasshaftungsklasse, ein anderes Geräusch und ein anderer Preis. Dass ein Reifenname allein noch kein Etikett bestimmt, ist ein verbreitetes Missverständnis – ausführlich behandelt es der Beitrag derselbe Reifenname mit zwei EU-Labeln.
Winterreifen: zehn mit Bestnote bei Nässe – und zwei Preisfallen
120 Winterreifen sind reichlich, und das Premiumangebot ist dabei keineswegs dünn: Continental allein führt in dieser Größe vier Ausführungen des WinterContact TS 870 P, dazu kommen Modelle von Pirelli, Bridgestone, Michelin, Goodyear, Dunlop, Hankook und Nokian. Für die situative Winterreifenpflicht in Deutschland zählt allein das Alpine-Symbol (3PMSF); die reine M+S-Kennzeichnung genügt seit dem 1. Oktober 2024 nicht mehr.
Zehn Ausführungen erreichen im Winter die Nasshaftungsklasse A. Der günstigste ist der Linglong Sport Master Winter 107H für 87,16 Euro, aus dem Premiumfeld kommen der Bridgestone Blizzak LM005 in 107H für 140,00 Euro und der Pirelli Scorpion Winter 2 in 107V für 153,58 Euro. Beide tragen die Kombination C bei der Effizienz und A bei der Nasshaftung – und das ist typisch: Neun der zehn Winterreifen mit Nasshaftung A stehen bei der Effizienz auf C. Wer die Tragzahl 103 in den Papieren stehen hat, greift am ehesten zum Continental WinterContact TS 870 P in 103V für 164,07 Euro mit B/B/71 dB.
Und genau an diesem Reifen lässt sich die wichtigste Preisfalle dieser Größe zeigen. Direkt daneben steht sein Vorgänger, der Continental WinterContact TS 830 P in 103V, für 162,21 Euro – also 1,86 Euro billiger. Dafür fällt sein Etikett von B/B/71 dB auf D/C/72 dB zurück: zwei Klassen schlechter bei der Effizienz, eine bei der Nasshaftung, und das für praktisch denselben Preis. Warum der Nachfolger in fast jeder Hinsicht die bessere Wahl ist, haben wir im Modellporträt WinterContact TS 830 P und sein Nachfolger aufgedröselt.
Der zweite Fall ist noch eindeutiger: Der ältere Dunlop SP Winter Sport 3D in 107H kostet 157,45 Euro bei einem Etikett von D/D/72 dB – der jüngere Dunlop Winter Sport 5 SUV in derselben Kennung liegt bei 124,41 Euro und trägt C/C/72 dB. Der Vorgänger ist hier also 33,04 Euro teurer und in beiden Labelklassen schlechter. Dieses Muster ist kein Einzelfall unseres Sortiments, sondern eine bekannte Mechanik des Reifenmarkts: Auslaufende Modelle werden nicht mehr nachproduziert, die Restmengen verteuern sich, während der Nachfolger in die Masse geht. Wie Sie die drei häufigsten dieser Fallen erkennen, steht im Ratgeber Preisfallen beim Reifenkauf. Die volle Auswahl listet die Kategorie Winterreifen für PKW und SUV.
Ganzjahresreifen: 99 Ausführungen – und nur fünf mit Nasshaftung A
Ganzjahresreifen sind der Kompromiss für alle, die in milderen Regionen fahren, wenig Winterkilometer sammeln und sich den saisonalen Wechsel sparen wollen. In dieser Größe stehen dafür 99 Ausführungen bereit, der Median liegt mit 114,50 Euro sogar leicht unter dem Gesamtniveau – Allwetter ist hier also kein Aufpreisprodukt. Für den Winterbetrieb gilt dieselbe Regel wie beim Winterreifen: Ohne Alpine-Symbol ist der Reifen bei winterlichen Verhältnissen nicht zulässig.
Die bereits erwähnte Kehrseite bleibt bestehen: Nur fünf der 99 erreichen Nasshaftung A, und alle fünf tragen den Geschwindigkeitsindex W.
- Preis-Leistungs-Spitze bei Nässe: der GT-Radial ClimateActive 107W mit B/A/70 dB für 110,77 Euro.
- Nordische Auslegung: der Nokian Seasonproof 2 in 107W mit B/A/70 dB für 122,88 Euro.
- SUV-Spezialist: der Pirelli Scorpion All Season SF 3 mit B/A/71 dB für 125,14 Euro.
- Der Bestseller der Gattung: der Michelin CrossClimate 3 in 107V mit B/B/72 dB für 161,95 Euro.
- Der Preiseinstieg: der Westlake Z-401 in 107V mit C/C/72 dB für 64,50 Euro – solide Werte, aber eben kein Bestwert bei Nässe.
Ehrlich bleibt trotzdem: Ein Ganzjahresreifen erreicht weder das Sommer- noch das Winteroptimum. Für ein schweres Fahrzeug mit hoher Jahresfahrleistung, viel Autobahn oder Wohnort im Mittelgebirge ist die zweigleisige Lösung sicherer. Die gesamte Auswahl finden Sie unter Ganzjahresreifen im Shop.
Notlauf, Felgenschutz – und die Frage nach dem Reifentest
Drei Zusatzmerkmale lohnen in dieser Größe einen Blick. Notlaufreifen sind knapp: Genau sieben der 448 Ausführungen haben Notlaufeigenschaften, verteilt auf Continental, Pirelli, Michelin und Bridgestone. Wer ein Fahrzeug ohne Reserverad fährt und deshalb auf Runflat angewiesen ist, hat hier also faktisch eine sehr schmale Auswahl und muss zusätzlich noch Jahreszeit und Tragzahl treffen. Wie die Technik arbeitet und für wen sie sich lohnt, erklärt der Ratgeber Notlaufreifen verstehen.
Felgenschutz ist dagegen verbreitet: 82 Ausführungen – also gut jede fünfte – tragen die Kennung MFS oder FR für eine umlaufende Schutzrippe am Felgenhorn. Bei 18-Zoll-Alufelgen an einem hohen Fahrzeug, das häufiger einen Bordstein streift, ist das ein Argument, das im Preisvergleich gern untergeht.
Einen aktuellen Reifentest gibt es für diese Dimension nicht. Der ADAC testet in jeder Saison nur eine kleine Auswahl gängiger Größen; 235/60 R18 gehört nicht dazu, und ein Abruf der ADAC-Testseiten führt für diese Dimension ins Leere. Wie schmal das Testarchiv insgesamt ist, haben wir in Reifentests nach Größe ausgezählt. Für Sie heißt das: In dieser Größe müssen Label, Modellhistorie und die Erfahrungen mit dem jeweiligen Profil die Testnote ersetzen – ein weiterer Grund, das Etikett ernst zu nehmen. Wie Sie es Zeile für Zeile lesen, steht in der Erklärung zum EU-Reifenlabel.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Die Reihenfolge ist in dieser Größe besonders wichtig, weil jeder Schritt die Auswahl deutlich einengt. Erstens die Papiere: Lastindex und Geschwindigkeitsindex aus der Zulassungsbescheinigung ablesen – ob dort die 103 oder die 107 steht, entscheidet über rund ein Viertel des Angebots. Zweitens die Jahreszeit und damit, ob das Alpine-Symbol nötig ist. Drittens das Etikett: Bei einem zwei Tonnen schweren Fahrzeug schlägt jede Klasse Nasshaftung im Bremsweg spürbar durch, und wie die Auszählung zeigt, kostet die Bestnote hier keinen Aufpreis. Viertens das Alter: Neureifen sollten beim Kauf höchstens rund drei Jahre alt sein, ablesbar an der DOT-Nummer auf der Flanke.
Und schließlich die Frage nach der Marke. Günstige Reifen sind nicht automatisch unsicher – aber die Qualität streut bei unbekannten Marken deutlich stärker, und das Etikett bildet nur einen Ausschnitt der Eigenschaften ab. Wer viel, schnell und beladen fährt, ist mit einem Marken- oder Premiumreifen meist besser bedient; für den Zweitwagen mit geringer Laufleistung kann ein solider Budgetreifen genügen. Eine Einordnung liefert der Ratgeber günstige Reifen und unbekannte Marken richtig einschätzen. Alle lieferbaren Reifen Ihrer Dimension mit aktuellen Preisen und Labelwerten vergleichen Sie am schnellsten auf der Größenseite zu 235/60 R18 im Shop.
Häufige Fragen
Reicht bei 235/60 R18 die Tragzahl 103 aus?
Nur, wenn in Ihrer Zulassungsbescheinigung die 103 oder ein niedrigerer Wert steht. Der montierte Reifen muss den eingetragenen Lastindex mindestens erreichen, ein höherer Wert ist dagegen immer zulässig. Praktisch heißt das: Mit der 103 in den Papieren dürfen Sie alles ab Lastindex 103 montieren, also 447 der 448 Ausführungen. Verlangt Ihr Fahrzeug dagegen die 107, bleiben 322 – die 103er-Reifen sind dann tabu.
Warum finde ich dieselbe Reifengröße einmal unter PKW und einmal unter Offroad?
Weil die Warengruppe im Shop den vorgesehenen Einsatzzweck des Reifens beschreibt, nicht das Rad. In 235/60 R18 stehen 214 Ausführungen im Pkw- und 234 im Offroad-Regal, technisch passen beide an dasselbe Fahrzeug, sofern Größe, Tragzahl und Geschwindigkeitsindex stimmen. Bei den Ganzjahresreifen ist der Unterschied besonders folgenreich, weil alle 99 im Pkw-Regal geführt werden.
Welche Reifen der Größe tragen eine Werkskennung?
54 der 448 Ausführungen sind für einen bestimmten Autohersteller abgestimmt und tragen dessen eingeprägtes Kürzel – am häufigsten Mercedes-Benz, Porsche, Audi, Volvo sowie Jaguar und Land Rover. Pflicht ist diese Kennung in aller Regel nicht: Verbindlich sind Größe, Trag- und Geschwindigkeitsindex. Eine Ausnahme bilden Fahrzeuge, für die der Hersteller ausdrücklich Notlaufreifen oder bestimmte Freigaben vorschreibt.