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Reifenpflege & Lagerung – Ratgeber im Magazin

Reifen einlagern lassen: Reifenhotel, Kosten und ob sich der Service lohnt

· 6 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 03.07.2026
Eingelagerte Kompletträder auf einem Metall-Felgenregal in einem kühlen, trockenen Lagerraum (KI-generiert, OpenAI)
Eingelagerte Kompletträder auf einem Metall-Felgenregal in einem kühlen, trockenen Lagerraum (KI-generiert, OpenAI)

Zweimal im Jahr steht der Radwechsel an – und jedes Mal die gleiche Frage: Wohin mit dem Satz, der gerade nicht am Auto ist? Acht Reifen wollen untergebracht sein, am besten kühl, trocken und dunkel. Wer keinen Platz im Keller hat oder sich das Schleppen sparen möchte, gibt den zweiten Radsatz zum Einlagern in ein „Reifenhotel". Wir zeigen, was der Service kostet, was er umfasst – und wann er sich gegenüber der Lagerung in den eigenen vier Wänden wirklich lohnt.

Reifenhotel: Was steckt hinter dem Einlagerungsservice?

Ein „Reifenhotel" ist nichts anderes als die professionelle Einlagerung Ihres zweiten Radsatzes bei einer Werkstatt, einem Reifenhändler oder einem spezialisierten Lager. Dort verbringen Ihre Sommer- oder Winterräder die Saison, in der sie nicht gebraucht werden – fachgerecht gelagert und meist gleich mit dem passenden Rundum-Service.

In der Regel läuft es so: Beim saisonalen Radwechsel bleibt der abmontierte Satz direkt beim Betrieb. Er wird gereinigt, geprüft und bis zum nächsten Wechsel eingelagert. Beim nächsten Termin holt der Betrieb „Ihre" Räder wieder aus dem Regal und montiert sie. Sie selbst müssen weder Reifen schleppen noch zu Hause Platz freiräumen.

Was kostet die Reifeneinlagerung?

Die reine Lagerung eines Radsatzes kostet je nach Anbieter und Region meist rund 30 bis 60 Euro pro Saison (etwa sechs Monate). Komplettpakete, die den saisonalen Radwechsel, das Auswuchten und die Reinigung einschließen, liegen höher – oft bei 100 Euro und mehr.

Auffällig sind die großen regionalen Unterschiede: ADAC-Preisvergleiche haben schon Spannen von rund 10 Euro bis über 80 Euro für dieselbe Leistung ergeben (Quelle: ADAC-Preisvergleich Reifeneinlagerung). Ein Vergleich mehrerer Betriebe in Ihrer Nähe lohnt sich also – und der Blick darauf, was genau im Preis enthalten ist.

Was ist im Service enthalten?

Zwischen „reiner Lagerung" und „Rundum-sorglos-Paket" liegen Welten. Achten Sie beim Vergleich darauf, welche Leistungen dabei sind:

  • Saisonaler Radwechsel – Räder ab- und wieder anmontieren, mit korrektem Drehmoment.
  • Reinigung der Räder vor dem Einlagern.
  • Sichtkontrolle auf Beschädigungen, Fremdkörper, Profiltiefe und Reifenalter.
  • Fachgerechte Lagerung in kühlen, trockenen und dunklen Räumen.
  • Häufig eine Einlagerungs-Versicherung gegen Diebstahl oder Brand.
  • Bei Bedarf Auswuchten und ein Blick auf die RDKS-Sensoren.

Voraussetzung für einen reibungslosen Ablauf ist ein zweiter, kompletter Radsatz – idealerweise als Kompletträder auf eigenen Felgen. Denn nur dann muss der Reifen nicht jedes Mal von der Felge gezogen werden, und der Wechsel geht schnell.

Einlagern lassen oder selbst lagern?

Beide Wege haben ihre Berechtigung – es kommt auf Ihre Situation an.

Vorteile, den Satz einlagern zu lassen:

  • Kein Platzbedarf zu Hause, kein Schleppen schwerer Räder.
  • Professionelle, gleichbleibend kühle und trockene Lagerbedingungen.
  • Fachleute prüfen Profil, Alter und Zustand automatisch mit.
  • Oft inklusive Versicherung gegen Diebstahl und Schäden.

Vorteile der Selbstlagerung:

  • Kostenlos, wenn geeigneter Platz vorhanden ist.
  • Jederzeit Zugriff auf die eigenen Räder.
  • Keine Terminbindung an eine Werkstatt.

Nachteile: Das Einlagern-Lassen kostet Geld und Sie brauchen für den Wechsel einen Termin. Die Selbstlagerung wiederum verlangt den richtigen Ort und etwas Muskelkraft – ein feuchter, warmer oder heller Raum schadet den Reifen mehr, als er nützt.

Reifen richtig lagern – wenn Sie es selbst tun

Wer den zweiten Satz zu Hause aufbewahrt, sollte die Grundregeln des ADAC beachten, damit die Reifen die Pause unbeschadet überstehen (Quelle: ADAC):

  1. Vorher reinigen und prüfen: Räder mit mildem Spülmittel und Wasser säubern, vollständig trocknen lassen und auf Beschädigungen sowie Fremdkörper im Profil kontrollieren. Notieren Sie die Position am Fahrzeug (z. B. „vorne links").
  2. Luftdruck erhöhen: Vor dem Einlagern den Druck um etwa 0,5 bar über die Herstellervorgabe anheben – Reifen verlieren während der Lagerung Luft.
  3. Richtiger Lagerort: kühl, dunkel und trocken (z. B. Keller oder Garage), geschützt vor Sonne und Witterung, fern von Ölen, Lösungsmitteln und laufenden Elektromotoren (Ozon greift das Gummi an).
  4. Mit oder ohne Felge – das ist der Unterschied: Kompletträder (Reifen auf Felge) liegend stapeln oder hängend lagern, etwa in einem Regal oder auf einem Felgenbaum. Reifen ohne Felge dagegen hochkant stehend lagern und alle paar Monate etwas drehen, damit sie sich nicht verformen.
  5. Auf das Alter achten: Nach etwa acht bis zehn Jahren ist unabhängig von der Profiltiefe Schluss.

Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung dazu finden Sie in unserem Ratgeber zur richtigen Reifenlagerung.

Für wen lohnt sich der Service?

Das Einlagern-Lassen spielt seine Stärken vor allem dann aus, wenn zu Hause der Platz fehlt: in der Stadtwohnung ohne Keller, ohne Garage oder ohne Lust auf Reifen im Wohnraum. Auch wer hochwertige Alu-Kompletträder besitzt, ist mit der klimatisierten Profilagerung und der Versicherung gut aufgehoben. Wer dagegen einen trockenen, kühlen Kellerraum und etwas Zeit hat, spart mit der Selbstlagerung bares Geld – und kann jederzeit an die eigenen Räder.

Ein zweiter Radsatz ist die Grundlage für den bequemen Saisonwechsel – ob Sie ihn nun selbst lagern oder einlagern lassen. Warum sich ein fertig montierter Radsatz lohnt und worauf Sie beim Kauf achten, lesen Sie in unserem Beitrag zu den Vorteilen von Kompletträdern. Den passenden zweiten Satz – ob Winterreifen oder Sommerreifen – finden Sie direkt in unserem Shop.

Häufige Fragen

Was kostet die Reifeneinlagerung pro Saison?

Die reine Lagerung eines Radsatzes kostet meist rund 30 bis 60 Euro pro Saison. Komplettpakete inklusive Radwechsel, Auswuchten und Reinigung liegen oft bei 100 Euro und mehr. Die Preise unterscheiden sich regional stark – ein Vergleich lohnt sich.

Sollte man Reifen mit oder ohne Felge liegend lagern?

Kompletträder (Reifen auf Felge) lagert man liegend gestapelt oder hängend. Einzelne Reifen ohne Felge stellt man dagegen hochkant hin und dreht sie alle paar Monate ein Stück weiter.

Wie lange kann man Reifen lagern?

Bei guter Lagerung überstehen Reifen mehrere Saisons problemlos. Der ADAC empfiehlt jedoch, sie unabhängig von der Profiltiefe nach etwa acht bis zehn Jahren auszutauschen.

Muss man den Luftdruck vor dem Einlagern erhöhen?

Ja, das empfiehlt sich. Erhöhen Sie den Druck um rund 0,5 bar über die Herstellervorgabe, weil Reifen während der Lagerung langsam Luft verlieren.

Fazit

Ob Reifenhotel oder Kellerregal – Hauptsache, Ihr zweiter Radsatz kommt kühl, trocken und dunkel durch die Saison. Der Einlagerungsservice nimmt Ihnen Platz, Schlepperei und die Zustandskontrolle ab und kostet dafür meist 30 bis 60 Euro pro Saison, als Komplettpaket auch mehr. Wer Platz und Zeit hat, lagert genauso gut selbst – mit den richtigen Handgriffen. Die Basis für den entspannten Wechsel ist in beiden Fällen ein kompletter zweiter Radsatz.

Schlagwörter: Reifen einlagern Reifenhotel Reifenlagerung Saisonwechsel Reifenpflege

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