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Winterreifen – Ratgeber im Magazin

Wann Reifen wechseln? Die O-bis-O-Regel und die 7-Grad-Regel einfach erklärt

· 6 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 14.07.2026
Zwei Radsätze und ein aufgebocktes Auto beim saisonalen Reifenwechsel (KI-generiert, OpenAI)
Zwei Radsätze und ein aufgebocktes Auto beim saisonalen Reifenwechsel (KI-generiert, OpenAI)

Zweimal im Jahr stellt sich dieselbe Frage: Ist es jetzt Zeit, die Reifen zu wechseln? Rund um den Termin ranken sich zwei bekannte Faustregeln – „von O bis O" und die 7-Grad-Regel. Beide geben eine gute Orientierung, doch keine ist ein Gesetz. Wer den richtigen Zeitpunkt kennt, fährt sicherer, schont seine Reifen und vermeidet im Winter ein Bußgeld.

Dieser Ratgeber erklärt, was hinter den Faustregeln steckt, wann in Deutschland tatsächlich eine Winterreifenpflicht greift und woran Sie erkennen, dass der Wechsel wirklich ansteht – im Herbst wie im Frühjahr. Am Ende finden Sie eine kompakte Checkliste für den Reifenwechsel.

Die O-bis-O-Regel: von Oktober bis Ostern

Die bekannteste Faustregel lautet „von O bis O": Von Oktober bis Ostern sollten Winterreifen montiert sein, in der übrigen Zeit Sommerreifen. Der Vorteil dieser Eselsbrücke liegt auf der Hand – sie ist leicht zu merken und deckt die kritische kalte Jahreszeit grob ab.

Wichtig ist aber: Die O-bis-O-Regel ist nur eine Faustformel und hat rechtlich keine Bedeutung (ADAC). Sie sagt nichts über das tatsächliche Wetter aus. In milden Regionen kann ein früher Wintereinbruch schon im September für Schnee sorgen, während es anderswo bis weit in den April frostig bleibt. Verlassen Sie sich deshalb nicht allein auf den Kalender, sondern behalten Sie vor allem die Temperaturen und die Wetterprognose im Blick. Die Regel taugt als grobe Erinnerung, den Termin nicht zu verpassen – mehr nicht.

Die 7-Grad-Regel: worauf es wirklich ankommt

Aussagekräftiger als das Datum ist die Temperatur. Nach der 7-Grad-Regel spielen Winterreifen ihre Stärken aus, sobald es dauerhaft kälter als etwa sieben Grad Celsius wird. Ihre weichere Gummimischung bleibt in der Kälte elastisch und sorgt für mehr Grip und einen kürzeren Bremsweg – nicht nur bei Schnee, sondern auch auf kalter, nasser Fahrbahn.

Sommerreifen dagegen werden bei niedrigen Temperaturen hart und verlieren an Haftung. Umgekehrt gilt: Bei sommerlicher Wärme ist der Sommerreifen klar überlegen. Er bremst kürzer, verschleißt langsamer und verbraucht weniger Sprit als ein Winterreifen, der bei Hitze schnell „schmiert". Warum das Fahren mit Winterreifen im Sommer keine gute Idee ist, vertieft der Beitrag Winterreifen im Sommer fahren. Der ADAC rät ausdrücklich, sich am Wetter statt starr am Kalender zu orientieren (ADAC: Zeit für den Reifenwechsel).

Situative Winterreifenpflicht: wann Winterreifen Pflicht sind

In Deutschland gibt es keine Winterreifenpflicht nach festem Datum, sondern eine situative Pflicht: Wer bei winterlichen Straßenverhältnissen – also bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte – fährt, muss Winter- oder Ganzjahresreifen aufgezogen haben. Bei trockener Straße dürfen Sie auch im Januar mit Sommerreifen fahren; sobald es aber glatt wird, sind die passenden Reifen Vorschrift.

Als Winterreifen gelten seit dem 1. Oktober 2024 nur noch Reifen mit dem Alpine-Symbol (3PMSF) – dem Bergpiktogramm mit Schneeflocke. Das alte „M+S"-Zeichen allein reicht als Nachweis nicht mehr aus. Wer bei winterlichen Verhältnissen ohne geeignete Reifen erwischt wird, zahlt mindestens 60 Euro Bußgeld und kassiert einen Punkt in Flensburg; bei Behinderung anderer wird es teurer. Alle Details, Ausnahmen und Bußgelder erklärt unser Ratgeber zur situativen Winterreifenpflicht. Weil das Wetter im Herbst schnell umschlägt, ist es sinnvoll, nicht bis zum ersten Schnee zu warten, sondern rechtzeitig auf Winterreifen zu wechseln.

Wann zurück auf Sommerreifen wechseln?

Im Frühjahr gilt die 7-Grad-Regel in umgekehrter Richtung: Erst wenn die Temperaturen dauerhaft über sieben Grad liegen und auch nachts kein Frost mehr droht, sollten Sie zurück auf Sommerreifen wechseln. Ein paar milde Tage im März sind noch kein verlässliches Signal – Spätfröste und überraschende Schneefälle sind bis in den April keine Seltenheit.

Ostern ist deshalb nur ein grober Anhaltspunkt. Wer zu früh wechselt, riskiert bei einem Kälteeinbruch längere Bremswege. Warten Sie lieber ein bis zwei Wochen stabil warmes Wetter ab. Ist der Winter dann sicher vorbei, profitieren Ihre Winterreifen davon, rechtzeitig herunterzukommen: Bei Wärme verschleißen sie überdurchschnittlich schnell. Die abmontierten Räder sollten Sie fachgerecht einlagern, damit sie die Sommerpause gut überstehen.

Ganzjahresreifen: der Wechsel entfällt

Wer den zweimaligen Wechsel vermeiden möchte, kann über Ganzjahresreifen nachdenken. Sie tragen das Alpine-Symbol, erfüllen damit die situative Winterreifenpflicht und bleiben das ganze Jahr montiert. Der Preis dafür ist ein Kompromiss: Bei extremer Hitze oder tiefem Schnee kommen sie nicht ganz an spezialisierte Sommer- oder Winterreifen heran.

Für Wenigfahrer, Stadtautos und Regionen mit milden Wintern sind sie dennoch eine bequeme und wirtschaftliche Lösung – schließlich sparen Sie Wechsel, Einlagerung und einen zweiten Radsatz. Für wen sich Allwetterreifen wirklich rechnen, klärt der Beitrag Ganzjahresreifen: für wen sie sich lohnen. Die Auswahl finden Sie unter Ganzjahresreifen für Pkw.

Checkliste für den Reifenwechsel

Nutzen Sie den Wechsel gleich für eine kurze Kontrolle des einzulagernden und des zu montierenden Satzes:

  1. Profiltiefe prüfen: gesetzlich sind mindestens 1,6 mm vorgeschrieben. Aus Sicherheitsgründen empfiehlt sich beim Winterreifen ein Wechsel ab etwa 4 mm, beim Sommerreifen ab rund 3 mm.
  2. Reifenalter beachten: Das Herstelldatum steht als DOT-Nummer auf der Flanke. Reifen über rund acht bis zehn Jahre sollten Sie ersetzen.
  3. Auf Schäden achten: Risse, Beulen, Fremdkörper oder ungleichmäßiger Verschleiß gehören in fachkundige Hände.
  4. Laufrichtung und Position markieren: So können Sie die Räder in der nächsten Saison sinnvoll tauschen.
  5. Reifendruck einstellen: nach dem Wechsel den korrekten Luftdruck laut Fahrzeugvorgabe prüfen.

Den Wechsel können Sie mit etwas Werkzeug selbst erledigen oder in der Werkstatt montieren lassen. Neue Reifen für die kommende Saison finden Sie in unseren Übersichten für Winterreifen und Sommerreifen – worauf es beim Kauf ankommt, zeigen die Ratgeber Winterreifen kaufen und Sommerreifen kaufen.

Häufige Fragen

Muss ich am 1. Oktober die Winterreifen aufziehen?

Nein. Ein festes Datum gibt es nicht. „Von O bis O" ist nur eine Faustregel. Maßgeblich sind die Temperaturen und das Wetter: Sinkt es dauerhaft unter sieben Grad oder werden winterliche Verhältnisse erwartet, sollten Winterreifen montiert sein.

Darf ich im Winter mit Sommerreifen fahren?

Bei trockener, schnee- und eisfreier Straße ja. Sobald aber Glätte, Schnee oder Schneematsch herrschen, greift die situative Winterreifenpflicht – dann sind Reifen mit Alpine-Symbol Pflicht, sonst drohen Bußgeld und ein Punkt.

Wann ist der beste Zeitpunkt, neue Reifen zu kaufen?

Das ist eine andere Frage als der Wechseltermin: Preislich lohnt sich der Kauf meist außerhalb der Hochsaison. Wann Reifen am günstigsten sind, lesen Sie im Beitrag Wann ist die beste Zeit, Reifen zu kaufen?.

Fazit

Der richtige Wechseltermin richtet sich nicht nach dem Kalender, sondern nach dem Wetter. „Von O bis O" hilft als grobe Erinnerung, die 7-Grad-Regel ist der bessere Ratgeber, und die situative Winterreifenpflicht macht rechtzeitige Winterreifen bei Glätte zur Pflicht. Wer im Herbst nicht bis zum ersten Schnee wartet und im Frühjahr stabil warmes Wetter abwartet, ist ganzjährig sicher unterwegs. Passende Reifen für beide Jahreszeiten finden Sie direkt in unserem Shop.

Schlagwörter: Reifenwechsel Winterreifen Sommerreifen O bis O Winterreifenpflicht Saisonwechsel

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