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Sommerreifen – Ratgeber im Magazin

Barum Bravuris 6: ungetestet – aber sein Vorgänger landete auf Platz 24 von 50

· 14 Min. Lesezeit · von Reifentiefpreis · Aktualisiert am 30.08.2026
Barum Bravuris 6 mit asymmetrischem Profil an einem Kompaktwagen (KI-generiert, OpenAI)
Barum Bravuris 6 mit asymmetrischem Profil an einem Kompaktwagen (KI-generiert, OpenAI)

Günstige Sommerreifen stehen unter Generalverdacht, und der Barum Bravuris 6 ist der Reifen, an dem sich dieser Verdacht besonders gut überprüfen lässt: Er kommt von einer Marke, die zur Continental AG gehört, kostet in gängigen Größen weniger als die Hälfte eines Premiumreifens und wurde von keiner unabhängigen Prüforganisation getestet. Sein direkter Vorgänger dagegen schon. Wir haben deshalb drei Dinge zusammengetragen, die es sonst nirgends gebündelt gibt: das vollständige ADAC-Ergebnis des Vorgängers, die Zahlen, mit denen Barum den Generationswechsel selbst beziffert, und eine eigene Auswertung aller 575 Barum-Ausführungen in unserem Sortiment. Das Ergebnis ist überraschend eindeutig.

Der Bravuris 6 ist nicht getestet, sein Vorgänger schon

Weder der ADAC noch die Stiftung Warentest haben den Bravuris 6 bisher in einem Reifentest geprüft. Das ist keine Nachlässigkeit, sondern Normalität: Prüforganisationen testen pro Jahr eine Handvoll Größen mit jeweils 15 bis 50 Modellen, und in dieses Raster fällt längst nicht jedes Profil. Welche Größen überhaupt belastbar geprüft sind und welche nicht, haben wir in unserer Übersicht zu welchen Reifengrößen es überhaupt Testergebnisse gibt aufgeschlüsselt.

Es gibt aber einen Umweg, der in diesem Fall ungewöhnlich gut funktioniert. Der ADAC hat den Bravuris 5HM getestet, also genau das Profil, das der Bravuris 6 ablöst. Und dieser Vorgänger ist kein Museumsstück: Mit 139 lieferbaren Ausführungen in 117 Größen ist er in unserem Sortiment (Stand 30. August 2026) sogar noch etwas breiter aufgestellt als der Nachfolger mit 114 Ausführungen. Wer heute einen Barum-Sommerreifen kauft, hat also in vielen Größen tatsächlich die Wahl zwischen dem getesteten und dem ungetesteten Reifen.

Der Test, um den es geht, ist der große ADAC-Sommerreifentest in der Größe 205/55 R16, veröffentlicht am 22. Februar 2023. Er ist bis heute das aktuelle ADAC-Testfeld für diese Größe und war zum 50-jährigen Jubiläum der ADAC-Reifentests ungewöhnlich groß angelegt: 50 Modelle quer durch alle Preisklassen, vom 45-Euro-Reifen bis zum 124-Euro-Modell. Das Fazit des ADAC steht in der Überschrift der Testseite: Nur zehn der 50 Reifen erreichten die Bewertung „gut“.

Was der ADAC am Bravuris 5HM gemessen hat

Der Barum Bravuris 5HM landete mit der Gesamtnote 3,1 auf Platz 24 der 50er-Tabelle, also im breiten befriedigenden Mittelfeld. Der Testreifen war ein 205/55 R16 91V mit dem EU-Label C/B/71, Testpreis 86 Euro, produziert in Deutschland und Portugal.

Interessant wird es bei den Teilnoten, weil sie ein sehr klares Profil zeichnen. Die Fahrsicherheit bewertete der ADAC mit 3,2 (trockene Fahrbahn 3,1, nasse Fahrbahn 3,2), die Umweltbilanz mit 2,9. In der Umweltbilanz steckt die beste Einzelnote des ganzen Reifens: 1,9 für die Effizienz. Die schlechteste ist die 3,2 für Nachhaltigkeit, dicht gefolgt von der 3,0 fürs Geräusch und der 2,9 für die Laufleistung, die eine Abwertung nach sich zog.

Die Messwerte dahinter erklären, woher die Noten kommen. Der ADAC gibt zu jeder Messung die Spanne des besten und des schlechtesten Reifens im Feld mit an, was die Einordnung erst möglich macht:

  • Bremsweg trocken aus 100 km/h: 41,0 Meter bei einer Feldspanne von 35,9 bis 42,9 Metern. Der Bravuris 5HM liegt damit fast am unteren Ende des Feldes, gut fünf Meter hinter dem besten Reifen.
  • Bremsweg auf nassem Asphalt aus 80 km/h: 41,4 Meter bei einer Spanne von 34,4 bis 59,3 Metern. Auf nassem Beton sind es 41,9 Meter (Spanne 35,2 bis 58,4).
  • Prognostizierte Laufleistung: 36.000 Kilometer bei einer Spanne von 23.100 bis 71.500 Kilometern. Das ist deutlich weniger als die Hälfte dessen, was der beste Reifen des Feldes schafft.
  • Kraftstoffverbrauch bei 100 km/h: 5,6 Liter bei einer sehr engen Spanne von 5,5 bis 5,9 Litern, dazu ein Gewicht von 8,3 Kilogramm (Spanne 7,6 bis 9,9). Das ist die Grundlage der guten Effizienznote.
  • Vorbeifahrgeräusch: 72,4 dB(A) bei einer Spanne von 69,1 bis 73,6. Auch hier gehört der Reifen zu den lauteren im Feld.

Der ADAC fasst das in zwei knappen Listen zusammen. Als Stärke nennt er, dass der Reifen effizient und leicht sei. Als Schwächen führt er auf, dass er nicht ausgewogen sei, Schwächen auf trockener und nasser Fahrbahn zeige (mit Abwertung), Schwächen in der Umweltbilanz habe und eine relativ geringe Laufleistung erreiche (ebenfalls mit Abwertung). Übersetzt heißt das: Der Bravuris 5HM spart Sprit und wiegt wenig, bremst dafür in beiden Zuständen der Fahrbahn spürbar länger als die Spitze und ist früher abgefahren.

Wichtig ist dabei die faire Einordnung, die der ADAC selbst mitliefert. Er beschreibt die 21 befriedigenden Modelle ausdrücklich als Reifen, die meist nur wegen einer speziellen Schwäche abgewertet werden und je nach persönlichen Einsatzbedingungen durchaus eine „meist etwas preiswertere Alternative“ sein können. Ein befriedigender Reifen ist im ADAC-Schema kein durchgefallener Reifen. Sieben Modelle dieses Feldes waren mangelhaft, und dazwischen liegen Welten. Wie Sie solche Grenzfälle grundsätzlich einordnen, erklärt unser Ratgeber zur Einschätzung von Billigreifen unbekannter Marken.

Was Barum am Nachfolger geändert hat, und was nicht

Auf der Produktseite zum Bravuris 6 nennt Barum drei Schwerpunkte: Trocken-Performance, hohe Laufleistung und geringer Rollwiderstand. Das ist zunächst Werbesprache. Konkreter wird es im offiziellen Factsheet zum Bravuris 6, das eine bezifferte Leistungsentwicklung gegenüber dem Bravuris 5 HM enthält. Barum gibt dort an (100 Prozent entspricht dem Vorgänger):

  • Rollwiderstand 111 Prozent und Geräusch 110 Prozent, also die beiden mit Abstand größten Fortschritte.
  • Laufleistung 106 Prozent, Trockenbremsen 103 Prozent, Trocken-Handling 102 Prozent, Nass-Handling 101 Prozent.
  • Nassbremsen 99 Prozent und Aquaplaning 98 Prozent, also zwei Werte leicht unterhalb des Vorgängers.

Diese Verteilung ist bemerkenswert offen. Barum behauptet gar nicht, den Reifen rundum verbessert zu haben, sondern räumt beim Nassbremsen und beim Aquaplaning einen minimalen Rückschritt ein. Der Fortschritt liegt eindeutig dort, wo der ADAC den Vorgänger nicht kritisiert hatte, nämlich beim Rollwiderstand, und dort, wo er ihn kritisiert hatte, nämlich beim Geräusch und bei der Laufleistung.

Eine Einschränkung gehört dazu, und wir nennen sie bewusst: Das Factsheet enthält keine Referenzgröße, kein Prüfinstitut und kein Messverfahren. Es handelt sich um herstellereigene Indexwerte ohne Fußnote. Anders als etwa Firestone, das seine Laufleistungsangaben zum Roadhawk 2 mit einer konkreten Referenzgröße unterlegt (nachzulesen in unserem Markenporträt zu Firestone), lässt sich diese Angabe von außen nicht nachrechnen. Sie ist ein Anhaltspunkt, kein Beleg. Rechnet man die 106 Prozent Laufleistung grob auf die vom ADAC gemessenen 36.000 Kilometer des Vorgängers, kämen rund 38.200 Kilometer heraus, was das Bild vom unteren Drittel des Testfeldes nicht ändern würde. Ob sich der Index so übertragen lässt, ist allerdings offen.

Die Gegenprobe im Regal: 48 Größen, zwei Generationen

Genau an dieser Stelle lässt sich der Herstellerangabe aber unabhängig auf die Finger schauen, weil das EU-Reifenlabel für jede einzelne Größe gemessen und veröffentlicht wird. Wir haben unser komplettes Barum-Sortiment erhoben (575 lieferbare Ausführungen, Stand 30. August 2026) und alle Größen herausgesucht, in denen wir Bravuris 5HM und Bravuris 6 mit identischer Größe und identischer Last- und Geschwindigkeitskennung führen. Das sind 48 direkte Paarungen. Das Ergebnis:

  • Kraftstoffeffizienz: In 33 von 48 Paaren springt die Klasse von C auf B. In 13 Paaren bleibt sie unverändert bei C, in zwei weiteren Fällen steigt sie von E auf B beziehungsweise auf C. In keinem einzigen Paar ist der Nachfolger schlechter eingestuft.
  • Geräusch: Der Bravuris 6 ist in 44 von 48 Paaren leiser als der Vorgänger, in drei Paaren gleich laut, in einem einzigen Fall lauter.
  • Nasshaftung: In allen 48 Paaren steht auf beiden Reifen dieselbe Klasse B. Kein einziger Wechsel, weder nach oben noch nach unten.

Das ist eine ungewöhnlich saubere Bestätigung der Herstellerangabe aus einer völlig unabhängigen Datenquelle. Barum sagt, der Fortschritt liege beim Rollwiderstand und beim Geräusch und nicht beim Nassgriff. Das Label sagt in 48 Fällen exakt dasselbe. Über das gesamte Profil betrachtet ist der Unterschied noch deutlicher: Beim Bravuris 5HM steht die Effizienzklasse 128-mal auf C, neunmal auf D und zweimal auf E, aber kein einziges Mal auf B. Beim Bravuris 6 stehen 88 von 114 Ausführungen auf B und die restlichen 26 auf C. Warum ein und derselbe Reifen je nach Größe unterschiedliche Labelklassen tragen kann, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag warum dasselbe Reifenmodell verschiedene EU-Label hat und in der Auswertung der Labelverteilung nach Reifengröße.

Praktisch heißt das: Wer zwischen den beiden Generationen wählt, kauft mit dem Bravuris 6 einen messbar effizienteren und leiseren Reifen bei gleicher Nasshaftungsklasse. Was das an der Zapfsäule bedeutet, ordnet unser Ratgeber zum Rollwiderstand und zum Spritverbrauch ein. Und er kostet dabei meist nicht einmal mehr: In 44 preislich unauffälligen Paarungen ist der Bravuris 6 in 35 Fällen der günstigere Reifen, im Median um 13,68 Euro.

Barum im Continental-Konzern: sechs Reifen einer Familie in einem Testfeld

Barum ist 1948 aus der Fusion dreier Reifenhersteller hervorgegangen, produziert nach eigenen Angaben heute mehr als 21 Millionen Reifen im Jahr und gehört zur Continental AG. Welche Marke sonst noch zu welchem Konzern zählt, haben wir in der Übersicht zur Konzernzugehörigkeit der Reifenmarken zusammengestellt.

Der 50er-Test von 2023 macht diese Konzernstruktur ausnahmsweise sichtbar, weil gleich sechs Ausführungen aus fünf Continental-Marken im selben Feld, auf demselben Testfahrzeug und am selben Tag gemessen wurden. Die Reihenfolge nach Gesamtnote, jeweils mit Testpreis, EU-Label, prognostizierter Laufleistung und den beiden Bremswegen:

  • Continental PremiumContact 6 – 115 Euro, Note 2,0, C/A/71, 49.700 km, 35,9 m trocken, 34,4 m nass. Beide Bremswege sind der Bestwert des gesamten Feldes.
  • Continental UltraContact – 113 Euro, Note 2,3, B/A/69, 55.900 km, 37,1 m trocken, 38,3 m nass.
  • Barum Bravuris 5HM – 86 Euro, Note 3,1, C/B/71, 36.000 km, 41,0 m trocken, 41,4 m nass.
  • Viking ProTech NewGen – 80 Euro, Note 3,1, C/B/71, 40.000 km, 40,3 m trocken, 44,2 m nass.
  • General Tire Altimax One S – 64 Euro, Note 3,2, C/B/71, 40.800 km, 40,2 m trocken, 43,9 m nass.
  • Uniroyal RainSport 5 – 92 Euro, Note 3,3, C/A/71, 33.300 km, 39,1 m trocken, 36,8 m nass.

Zwei Dinge fallen daran auf. Erstens: Der Konzern staffelt sein Angebot nicht sauber nach Preis. Der Uniroyal war im Test der teuerste der vier Zweitmarken und bekam trotzdem die schlechteste Note, obwohl er als einziger von ihnen ein A bei der Nasshaftung trägt und mit 36,8 Metern am kürzesten von allen vier auf Nässe bremst. Abgewertet wurde er für deutliche Schwächen auf trockener Fahrbahn und die mit 33.300 Kilometern niedrigste Laufleistung der Gruppe. Wer nur auf den Preis schaut, findet in diesem Feld also keine verlässliche Rangfolge.

Zweitens: Der Abstand zur Konzernspitze ist konkret bezifferbar. Zwischen dem PremiumContact 6 und dem Bravuris 5HM liegen auf nassem Asphalt aus 80 km/h sieben Meter Bremsweg und beim Testpreis 29 Euro je Reifen. Sieben Meter sind rund anderthalb Fahrzeuglängen und damit genau der Bereich, in dem aus einem Beinahe-Unfall ein Unfall wird. Dieses Muster kennen wir auch von anderen Konzernen, etwa aus unserer Auswertung zur Hyundai-Zweitmarke Laufenn.

Was der Continental-Aufpreis im Regal kostet

Der Testpreisunterschied von 2023 sagt wenig über heutige Regalpreise. Deshalb haben wir es nachgerechnet. Für jede Bravuris-6-Ausführung haben wir das günstigste Continental-Angebot derselben Rubrik, derselben Größe und derselben Kennung gesucht. In 110 Fällen gibt es ein solches Gegenstück:

  • Der Barum ist in 108 von 110 Fällen der günstigere Reifen, also in 98 Prozent. Der Median des Aufpreises für Continental liegt bei 33,01 Euro je Reifen (unteres Quartil 24,24, oberes Quartil 40,19). Auf einen Satz gerechnet sind das rund 132 Euro.
  • Beim Nasshaftungslabel hat der Continental in 81 von 110 Fällen die bessere Klasse, in 28 Fällen die gleiche und nur in einem Fall die schlechtere. Der Aufpreis kauft also in der Mehrzahl der Größen tatsächlich eine höhere Labelstufe.
  • Bei der Kraftstoffeffizienz ist es dagegen ein Patt: 36-mal ist der Barum besser eingestuft, 35-mal gleich, 39-mal schlechter.
  • Beim Geräusch dreht sich das Bild sogar um: Der Bravuris 6 ist in 74 von 110 Fällen der leisere Reifen, in 23 Fällen gleich laut und nur in 13 Fällen lauter.

Ein Beispiel macht das greifbar, und zwar ausgerechnet in der Testgröße. Der Barum Bravuris 6 205/55 R16 91V kostet bei uns 61,06 Euro und trägt das Label B/B/69. Der Continental UltraContact 205/55 R16 91V, also genau das Modell, das im Test mit 2,3 auf Platz sieben lag, kostet 77,75 Euro und trägt B/A/69. Der Unterschied beträgt 16,69 Euro je Reifen oder 66,76 Euro je Satz, und er kauft eine Nasshaftungsklasse. Was hinter diesem Modell steckt, haben wir im Porträt des Continental UltraContact beschrieben; alle Größen finden Sie auf der Modellseite des Continental UltraContact. Ein Hinweis zur Ehrlichkeit dieser Rechnung: Die 55.900 Kilometer Laufleistung des UltraContact stammen aus dem Test und gehören zum getesteten Reifen, nicht zum Bravuris 6, für den es keine solche Messung gibt. Eine Kilometerkostenrechnung über beide Reifen wäre deshalb nicht belastbar.

Größen, Kennungen und Label des aktuellen Lieferprogramms

Barum gibt das Lieferprogramm im Factsheet mit 155 bis 275 Millimetern Breite, Querschnitten von 65 bis 35, Felgengrößen von 14 bis 20 Zoll und den Geschwindigkeitssymbolen T, H, V, W und Y an. Unser Sortiment ist inzwischen etwas darüber hinausgewachsen: Wir führen 114 Bravuris-6-Ausführungen in 80 verschiedenen Größen, darunter zwei 21-Zoll-Dimensionen und einen 165/70 R14, also einen Querschnitt oberhalb der Factsheet-Angabe. Die Geschwindigkeitskennungen verteilen sich auf 39-mal Y, 36-mal V, 16-mal H, 12-mal T und 11-mal W. Der Medianpreis liegt bei 93,25 Euro, die günstigste Ausführung beginnt bei 48,40 Euro, zehn Ausführungen kosten weniger als 60 Euro.

Beim Label deckt sich unser Bestand fast exakt mit der Herstellerangabe B bis C, B, 69 bis 72 dB: Wir zählen 88-mal B und 26-mal C bei der Effizienz, 113-mal B und einmal A bei der Nasshaftung sowie Geräuschwerte zwischen 69 und 72 dB, mit klarem Schwerpunkt auf 70 dB. Das einzige A bei der Nasshaftung trägt ausgerechnet die größte Dimension, ein 255/40 R21. Prüfen Sie das Label deshalb immer für Ihre konkrete Größe, statt sich auf eine Modellangabe zu verlassen. Wie die drei Buchstaben zustande kommen und was sie nicht messen, steht in unserem ausführlichen Ratgeber zum EU-Reifenlabel.

Für wen der Bravuris 6 passt und für wen nicht

Aus alldem ergibt sich ein ziemlich präzises Einsatzprofil statt einer pauschalen Empfehlung.

Er passt gut, wenn Sie ein Klein-, Kompakt- oder Mittelklassefahrzeug bewegen, überwiegend Landstraße und Stadt fahren, Wert auf niedrigen Verbrauch und ein leises Abrollen legen und den Preisunterschied zum Premiumreifen spürbar im Budget merken. Die Kombination aus durchgehend B bei der Nasshaftung und mehrheitlich B bei der Effizienz ist in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich. Auch für Elektro- und Hybridfahrzeuge ist der Reifen laut Barum freigegeben und trägt das EV-Symbol; worauf es dort sonst noch ankommt, steht in unserer Kaufberatung für Reifen am Elektroauto.

Er passt weniger gut, wenn Sie viel Autobahn und viele Kilometer fahren, ein schweres Fahrzeug bewegen oder regelmäßig voll beladen unterwegs sind. Die beiden Punkte, an denen der ADAC den Vorgänger abwertete, waren der Bremsweg auf trockener und nasser Fahrbahn und die Laufleistung, und genau diese beiden Punkte hat Barum nach eigenen Angaben nur um wenige Prozent verbessert. Wer Reserven im Grenzbereich braucht, ist mit einem getesteten Premiumreifen sicherer unterwegs, und das ist keine Meinung, sondern das wiederkehrende Ergebnis der Reifentests, zuletzt im ADAC-Sommerreifentest 2026 in 225/50 R17.

Zwei konkrete Startpunkte im Shop: Für Kompaktwagen ist der Barum Bravuris 6 195/65 R15 91H eine der günstigsten Möglichkeiten, ein B/B-Label zu bekommen. Alle lieferbaren Dimensionen und Tagespreise stehen auf der Modellseite des Barum Bravuris 6. Die Testgröße selbst finden Sie unter 205/55 R16, unsere Kaufberatung dazu unter Reifen in 205/55 R16, das übrige Angebot in der Übersicht PKW-Sommerreifen. Wenn Sie ganzjährig fahren wollen, führt Barum mit dem Quartaris 6 ein eigenes Allwetterprofil, und wie Sie beim Sommerreifenkauf grundsätzlich vorgehen, steht in unserer Kaufberatung für Sommerreifen.

Häufige Fragen

Wie gut ist der Barum Bravuris 6 im Vergleich zum Vorgänger?

Nach den Zahlen des EU-Reifenlabels in 48 identischen Größenpaaren ist er messbar effizienter (33-mal Klasse B statt C) und in 44 von 48 Fällen leiser, bei unveränderter Nasshaftungsklasse B. Barum selbst beziffert den Fortschritt mit 111 Prozent beim Rollwiderstand und 110 Prozent beim Geräusch, räumt beim Nassbremsen aber 99 Prozent ein, also einen minimalen Rückschritt.

Gibt es einen unabhängigen Test zum Bravuris 6?

Nein. Weder ADAC noch Stiftung Warentest haben ihn geprüft. Getestet ist nur der Vorgänger Bravuris 5HM, der im ADAC-Sommerreifentest 205/55 R16 vom Februar 2023 mit der Note 3,1 auf Platz 24 von 50 landete.

Zu welchem Konzern gehört Barum?

Barum gehört nach eigenen Angaben zur Continental AG. Die Marke entstand 1948 aus der Fusion dreier Reifenhersteller und produziert heute mehr als 21 Millionen Reifen im Jahr.

Fazit

Der Barum Bravuris 6 ist kein Reifen, über den man raten müsste, obwohl er ungetestet ist. Sein Vorgänger wurde in einem 50er-Feld gemessen und landete mit der Note 3,1 im befriedigenden Mittelfeld, mit klarer Stärke bei Effizienz und Gewicht und ebenso klarer Schwäche bei Bremsweg und Laufleistung. Der Nachfolger verbessert nachweisbar genau die Punkte, die Barum benennt, nämlich Rollwiderstand und Geräusch, und lässt die Nasshaftungsklasse unverändert. Wer das weiß, kauft mit offenen Augen: einen sparsamen, leisen und gemessen an 108 von 110 Preisvergleichen deutlich günstigeren Alltagsreifen, der bei den Reserven im Grenzbereich nicht mit dem Premiumangebot desselben Konzerns mithält. Für viele Fahrprofile ist das genau die richtige Abwägung, für manche nicht.

Schlagwörter: Barum Bravuris 6 Continental Zweitmarke ADAC-Test EU-Reifenlabel

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