✓ Versandkostenfrei innerhalb Deutschlands ✓ 30 Tage Widerrufsrecht ✓ Seit 1997 — über 25 Jahre Erfahrung Hotline: 037329 7153-0
Motorrad – Ratgeber im Magazin

Continental ContiMotion EVO: vier Größen zum Start – und fünf ohne Nachfolger

· 10 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 23.09.2026
Naked Bike in Schräglage auf einer Landstraße, Vorderreifen im Fokus (KI-generiert, OpenAI)
Naked Bike in Schräglage auf einer Landstraße, Vorderreifen im Fokus (KI-generiert, OpenAI)

Continental hat am 10. September 2026 den Nachfolger eines seiner meistgefahrenen Motorradreifen vorgestellt: Der ContiMotion EVO löst den ContiMotion im Sport-Touring-Segment ab und ist laut Hersteller ab September 2026 lieferbar. Für Fahrerinnen und Fahrer von Naked Bikes, Roadstern und modernen Klassikern ist das mehr als eine Modellpflege – denn der Marktstart umfasst zunächst nur vier Größen. Wir haben die Herstellerangaben mit unserem eigenen Regal abgeglichen: Welche Größen der Neue trifft, welche vorerst leer ausgehen und was Sie tun können, wenn Ihre Dimension nicht dabei ist.

Was am ContiMotion EVO wirklich neu ist

Continental beschreibt den EVO nicht als völlige Neuentwicklung, sondern als gezielte Überarbeitung an vier Stellen. Neue Karkassmaterialien sollen für zusätzliche Stabilität und Konsistenz sorgen – daraus leitet der Hersteller ein besseres Handling und eine agilere Fahrdynamik ab. Die EasyHandling-Technologie von Continental soll zusammen mit einer überarbeiteten Reifenkonstruktion eine präzise und berechenbare Lenkreaktion ermöglichen, ausdrücklich auch in engen Kurven und bei langsamer Kurvenfahrt. Eine optimierte Hybrid-Silica-Laufflächenmischung soll die Nasshaftung verbessern, ohne die Laufleistung zu beeinträchtigen – das ist die klassische Zielkonflikt-Stelle bei Sport-Touring-Reifen, an der sich jede neue Generation messen lassen muss. Und die ZeroDegree-Stahlgürtelkonstruktion soll die Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten sichern.

Um einzuordnen, warum gerade diese vier Punkte zusammengehören, hilft ein Blick auf das Segment: Sport-Touring-Reifen sind der Kompromiss-Reifen der Straßenmotorräder. Sie müssen genug Grip für eine zügige Kurvenfahrt bieten, dabei aber deutlich länger halten als ein reiner Sportreifen und auch bei Nässe und kühlen Temperaturen berechenbar bleiben – schließlich werden sie über die ganze Saison und nicht nur an schönen Sonntagen gefahren. Jede Änderung an der Mischung, die den Grip erhöht, geht klassischerweise zulasten der Laufleistung, und jede Verstärkung der Karkasse, die Stabilität bringt, kann das Einlenkverhalten träger machen. Genau an diesen beiden Stellen setzt Continental nach eigener Darstellung an: Die Hybrid-Silica-Mischung soll den ersten Zielkonflikt entschärfen, die Kombination aus neuen Karkassmaterialien und EasyHandling-Technologie den zweiten.

„Der ContiMotion EVO ist an entscheidenden Stellen aktualisiert worden, ohne die bekannten, grundlegenden Qualitäten seines Vorgängers zu verlieren“, wird Christoph Ettenhuber, Head of Business Field Motorcycle Tires bei Continental, in der Pressemitteilung vom 10. September 2026 zitiert. „Fahrerinnen und Fahrer profitieren von einem Reifen, der spürbar agiler ist.“

Ein wichtiger Hinweis zur Einordnung: Das sind sämtlich Herstellerangaben aus der Produktankündigung, keine unabhängig gemessenen Werte. Ein Test einer Prüforganisation oder der Fachpresse liegt für den EVO bislang nicht vor. Wie stark die Verbesserungen im Alltag tatsächlich durchschlagen, lässt sich deshalb heute noch nicht seriös beziffern. Der Reifen ist inzwischen auch auf der Produktseite von Continental im regulären Motorradprogramm geführt – die Ankündigung ist also bereits in den Katalog des Herstellers übergegangen. Die deutsche Reifenfachpresse hat die Vorstellung am 11. September 2026 aufgegriffen; das Branchenmagazin Reifenpresse.de berichtete unter dem Titel „Weiterentwickelter Sporttouringreifen“ über denselben Reifen, dort verkürzt „Motion Evo“ genannt. Wundern Sie sich also nicht, wenn Ihnen beide Schreibweisen begegnen – gemeint ist dasselbe Produkt.

Vier Größen zum Start – und für welche Motorräder sie gedacht sind

Der Marktstart fällt bewusst schmal aus. Continental nennt in der Mitteilung genau vier Dimensionen, allesamt in 17 Zoll:

  • Vorderrad 120/70 ZR 17 M/C (58W) TL – verfügbar ab September 2026
  • Hinterrad 160/60 ZR 17 M/C (69W) TL – verfügbar ab September 2026
  • Hinterrad 180/55 ZR 17 M/C (73W) TL – verfügbar ab September 2026
  • Hinterrad 190/50 ZR 17 M/C (73W) TL – verfügbar erst ab November 2026

Damit deckt der EVO zum Start die absolute Mitte des Sport-Touring-Marktes ab: einen Vorderreifen und drei Hinterreifen, aus denen sich die gängigsten Kombinationen moderner Straßenmotorräder bilden lassen. Wer mit der Angabe wenig anfangen kann: In unserem Ratgeber steht ausführlich, was die Angabe 120/70 ZR17 M/C 58 W bedeutet – von der Breite über den Tragfähigkeitsindex bis zum Geschwindigkeitssymbol.

Als passende Motorräder nennt Continental unter anderem die BMW R12 nineT, die Triumph Daytona 660, die Ducati Supersport 950, die Honda CB 650R, die Suzuki GSX-8TT und die Yamaha MT-09. Ettenhuber ordnet das Einsatzgebiet so ein: „Der ContiMotion EVO passt zu einer großen Bandbreite beliebter Naked Bikes, Roadster und moderner Klassiker.“ Gedacht ist der Reifen laut Hersteller sowohl für die sportliche Wochenendausfahrt als auch für Touring-Fahrer. Welche Alternativen es in diesem Segment sonst noch gibt, haben wir in unserem Vergleich der Sport-Touring-Reifen zusammengestellt; das gesamte Sortiment finden Sie unter Motorradreifen für die Straße.

Elf ContiMotion im Regal: Der EVO trifft den Kern genau

Interessant wird eine solche Ankündigung erst, wenn man sie gegen den tatsächlichen Bestand hält. In unserem Sortiment stehen mit Stand 22. September 2026 elf lieferbare ContiMotion-Ausführungen – und der Abgleich mit der Startliste des Nachfolgers ergibt ein bemerkenswert sauberes Bild: Für alle vier EVO-Größen gibt es bei uns bereits eine ContiMotion-Entsprechung, und zwar jedes Mal mit identischem Tragfähigkeits- und Geschwindigkeitsindex.

Konkret sind das diese vier Paarungen, jeweils mit dem aktuellen Preis:

Dass die Indizes in allen vier Fällen übereinstimmen, ist die praktisch wichtigste Nachricht dieser Ankündigung: Wer heute einen dieser vier ContiMotion fährt, bekommt mit dem EVO einen Nachfolger in exakt derselben Tragfähigkeits- und Geschwindigkeitsklasse. Ein Blick in die Fahrzeugpapiere beziehungsweise in die Reifenfreigabe des Herstellers bleibt trotzdem Pflicht, denn maßgeblich ist immer die für Ihr Motorrad freigegebene Kombination.

Eine Auffälligkeit am Rande, die beim Preisvergleich Geld kostet: Denselben Profilnamen führen wir teilweise mit unterschiedlichen Zusatzbuchstaben – und die Preise gehen dabei auseinander. In 120/70 ZR17 58W kostet die Ausführung ohne Zusatzbuchstaben 98,48 Euro und damit 14,30 Euro mehr als die oben genannte Z-Variante derselben Größe. Achten Sie beim Bestellen also auf die vollständige Bezeichnung, nicht nur auf den Profilnamen. Denselben Effekt haben wir bei Metzeler ebenfalls beschrieben.

Fünf Größen ohne Nachfolger – und warum Sie trotzdem mischen dürfen

Die andere Hälfte des Abgleichs ist für viele Fahrer die wichtigere: Fünf der elf ContiMotion-Ausführungen in unserem Regal haben zum Start keine EVO-Entsprechung. Es sind die folgenden fünf Dimensionen, hier mit dem Preis der jeweils bei uns lieferbaren Ausführung:

  • 110/70 ZR17 54W – 56,75 Euro
  • 120/60 ZR17 55W – 86,15 Euro
  • 140/70 ZR17 66W – 63,58 Euro
  • 150/60 ZR17 66W – 66,97 Euro
  • 150/70 R17 69W – 135,34 Euro

Das sind überwiegend die schmaleren Größen kleinerer und mittlerer Maschinen – und damit genau die Klasse, in der der ContiMotion über Jahre stark vertreten war. Wer eine davon fährt, findet den Neuen vorerst schlicht nicht in seiner Größe. Ob und wann Continental das Größenspektrum nachzieht, ist derzeit offen; die Mitteilung nennt dazu keinen Termin, und wir spekulieren an dieser Stelle bewusst nicht. Ein Blick auf alle ContiMotion-Größen im Überblick zeigt, wie breit die auslaufende Baureihe im Vergleich dazu aufgestellt ist.

Genau für diesen Fall enthält die Continental-Mitteilung einen Satz, der leicht zu überlesen ist, aber praktisch mehr wiegt als jede Technikbeschreibung: „ContiMotion EVO und ContiMotion können miteinander kombiniert werden.“ Das ist die Freigabe des Herstellers dafür, vorn den neuen und hinten den bisherigen Reifen zu fahren – oder umgekehrt. Wer also etwa vorn 120/70 ZR17 fährt, hinten aber 150/60 ZR17 braucht, muss nicht auf den EVO verzichten und ist nicht gezwungen, bis zu einer späteren Sortimentserweiterung zu warten.

Verlassen Sie sich dabei aber nicht allein auf die Pressemitteilung: Welche Kombinationen zulässig sind, regeln in Deutschland die Fahrzeugpapiere, die Betriebserlaubnis und die Reifenfreigaben des Motorradherstellers. Was dabei erlaubt ist und wo die Grenzen liegen, erklärt unser Ratgeber dazu, was die StVZO beim Mischen von Reifen verlangt. Dass eine Baureihe zum Start nicht jede Größe abdeckt, ist bei Continental übrigens kein Einzelfall – dasselbe Muster war schon beim TKC 80² zu beobachten, als der Nachfolger anfangs nur einen Teil des Größenspektrums bediente.

Ohne EU-Label: woran Sie einen Sport-Touring-Reifen sonst messen

Bei Autoreifen würden Sie jetzt aufs EU-Reifenlabel schauen und Nasshaftung, Rollwiderstand und Geräusch vergleichen. Bei Motorradreifen geht das nicht: Sie sind von der EU-Reifenlabel-Verordnung ausgenommen und tragen deshalb keine Label-Klassen. Warum das so ist und welche Kennwerte stattdessen weiterhelfen, steht in unserem ausführlichen Ratgeber zum fehlenden EU-Label bei Motorradreifen.

Für die Beurteilung des ContiMotion EVO heißt das ganz konkret: Es gibt derzeit keine objektive, vergleichbare Messgröße, mit der sich der Neue gegen seinen Vorgänger oder gegen Wettbewerber stellen ließe. Was bleibt, sind drei Anhaltspunkte. Erstens die Herstellerangaben, die eine Richtung vorgeben, aber naturgemäß nicht neutral sind. Zweitens die technischen Eckdaten – Größe, Tragfähigkeits- und Geschwindigkeitsindex, Bauart –, die eindeutig und überprüfbar sind und über die Eignung für Ihr Motorrad entscheiden. Und drittens die Tests der Fachpresse, sobald sie vorliegen; Sport-Touring-Reifen werden regelmäßig von Motorradzeitschriften geprüft, und der EVO wird in der Saison 2027 sehr wahrscheinlich in solchen Vergleichen auftauchen.

Bis dahin gilt die nüchterne Einordnung: Der EVO ist die überarbeitete Fassung eines etablierten Reifens, nicht ein völlig neues Konzept. Continental selbst formuliert es als Aktualisierung „an entscheidenden Stellen“ bei erhaltenen Grundqualitäten – das ist ehrlicher als vieles, was in Produktankündigungen sonst zu lesen ist.

Fazit: Wer jetzt warten sollte – und wer nicht

Der ContiMotion EVO ist bei uns noch nicht bestellbar – im Sortiment steht derzeit ausschließlich die Vorgängerbaureihe mit ihren elf lieferbaren Ausführungen. Daraus ergibt sich eine einfache Faustregel für die laufende Saison.

Warten lohnt sich, wenn Ihr Reifen noch Profil hat, Sie eine der vier Startgrößen fahren und Ihnen die technischen Verbesserungen wichtig sind. Dann bekommen Sie mit etwas Geduld den aktuelleren Reifen in identischer Indexklasse – bei 190/50 ZR 17 allerdings frühestens ab November 2026.

Nicht warten sollten Sie, wenn Ihr Reifen jetzt an der Verschleißgrenze steht oder Sie eine der fünf Größen ohne Nachfolger fahren. Sicherheit geht vor Modellpflege: Ein abgefahrener Reifen ist ein Risiko, ein Reifen der Vorgängergeneration ist es nicht. Der ContiMotion ist ein bewährtes Profil, das Continental selbst als Grundlage des Neuen beschreibt – und er ist bei uns durchgehend lieferbar.

Häufige Fragen

Ist der ContiMotion EVO bei Reifentiefpreis.de schon bestellbar?

Nein. Mit Stand 22. September 2026 führen wir ausschließlich die Vorgängerbaureihe ContiMotion mit elf lieferbaren Ausführungen. Continental nennt als Verfügbarkeit ab September 2026 – bis neue Profile den Weg in den Handel und in unser Lager finden, vergehen erfahrungsgemäß einige Wochen.

Darf ich vorne den EVO und hinten den bisherigen ContiMotion fahren?

Continental gibt in der Produktankündigung ausdrücklich an, dass sich ContiMotion EVO und ContiMotion miteinander kombinieren lassen. Maßgeblich für Ihr Fahrzeug bleiben aber die Fahrzeugpapiere und die Reifenfreigabe Ihres Motorradherstellers – prüfen Sie beides vor dem Kauf.

Wann kommt die Größe 190/50 ZR 17?

Laut Continental ist diese Dimension als einzige der vier Startgrößen erst ab November 2026 verfügbar; die drei übrigen nennt der Hersteller ab September 2026. Für Maschinen mit 190/50 ZR 17 verlängert sich die Wartezeit also um rund zwei Monate.

Schlagwörter: Continental Motorradreifen Sport-Touring ContiMotion Reifenmodelle

Das könnte Sie auch interessieren