Motorradreifen in 160/60 ZR17: Welcher Hinterreifen zu Ihrem Naked Bike passt
Die Größe 160/60 ZR17 ist einer der klassischen Hinterreifen im Mittelklasse-Segment: Sie sitzt auf vielen Naked Bikes, Sporttourern und mittelstarken Supersportlern. Wer hier den passenden Reifen sucht, hat die Qual der Wahl – vom komfortablen Tourenreifen bis zum sportlichen Kurvenräuber ist alles lieferbar. In diesem Ratgeber lesen Sie, was die Größe genau bedeutet, für welche Motorräder sie gedacht ist und wie Sie im großen Angebot den richtigen Reifen für Ihren Fahrstil finden – ehrlich und ohne erfundene Testsieger.
Was 160/60 ZR17 bedeutet
Die Zahlen- und Buchstabenkombination auf der Flanke ist genormt und lässt sich Zeichen für Zeichen lesen:
- 160 – Nennbreite des Reifens in Millimetern.
- 60 – das Höhen-Breiten-Verhältnis in Prozent: Die Reifenflanke ist rund 60 % von 160 mm hoch, also etwa 96 mm.
- ZR – Bauart Radial (R) in Kombination mit dem Geschwindigkeitszusatz ZR für Reifen, die für über 240 km/h freigegeben sind. Reine Radialreifen ohne ZR tragen nur ein R.
- 17 – Felgendurchmesser in Zoll.
Der Querschnitt von 60 % ist dabei mehr als eine Zahl: Eine höhere Flanke federt Fahrbahnstöße spürbar mit und gibt der Karkasse Zeit, sich in Schräglage zu verwinden – das sorgt für ein ruhiges, gutmütiges Fahrgefühl, wie es Naked Bikes und Sporttourer schätzen. Ein flacherer Querschnitt (etwa 55 %) lenkt zwar direkter ein, verzeiht aber weniger. Genau deshalb ist 160/60 ein so beliebter Kompromiss aus Handlichkeit und Komfort.
Dahinter folgt meist die Betriebskennung, zum Beispiel 69W: Der Lastindex 69 steht für maximal 325 kg Tragfähigkeit pro Reifen, der Geschwindigkeitsindex W für bis zu 270 km/h. Beide Werte müssen mindestens den Vorgaben Ihres Motorrads entsprechen – ein Reifen mit zu niedriger Kennung ist nicht zulässig. Häufig ist zusätzlich das Kürzel M/C (Motorcycle) aufgeprägt, das den Reifen eindeutig als Motorradreifen kennzeichnet. Wie Sie die komplette Kennung entschlüsseln, erklären wir ausführlich unter Motorradreifen-Größe lesen.
Anders als PKW-Reifen tragen Motorradreifen kein EU-Reifenlabel – Werte wie Nasshaftung oder Rollwiderstand stehen hier also nicht in genormter, vergleichbarer Form zur Verfügung. Umso wichtiger ist die Orientierung an Segment, seriösen Erfahrungsberichten und vor allem an der Freigabe für Ihr Fahrzeug.
Für welche Motorräder passt 160/60 ZR17?
160/60 ZR17 ist eine typische Hinterreifengröße für Mittelklasse-Maschinen. Dazu zählen viele populäre Naked Bikes und Sporttourer der 600er- bis 750er-Klasse sowie mittelstarke Supersportler. Diese Motorräder verbindet ein ausgewogenes Verhältnis aus Leistung und Gewicht: Sie brauchen einen Hinterreifen, der genug Aufstandsfläche für Grip bietet, sich aber trotzdem leichtfüßig durch Kurven zirkeln lässt. Als grobe Orientierung – maßgeblich sind aber immer Ihre Fahrzeugpapiere und die Reifenfreigabe:
- Mittelklasse-Naked-Bikes und Roadster
- Sporttourer und mittlere Supersportler
- viele Modelle, die vorne mit 120/70 ZR17 laufen
Vorder- und Hinterreifen bilden dabei ein aufeinander abgestimmtes System. Hersteller entwickeln die beiden Reifen eines Modells gemeinsam, damit Profil, Gummimischung und Karkasse zusammenpassen und das Motorrad in Schräglage berechenbar bleibt. Zur passenden Vorderradgröße finden Sie alle lieferbaren Reifen auf der Größenseite 120/70 R17. Warum man Vorne und Hinten als Satz denken und nicht wild kombinieren sollte, lesen Sie unter Motorradreifen mischen.
160/60, 160/55 oder 180/55 – nicht eigenmächtig wechseln
Rund um diese Größe gibt es ähnliche Maße, die aber nicht beliebig austauschbar sind:
- 160/55 ZR17 baut mit rund 88 mm Flankenhöhe niedriger als 160/60 (etwa 96 mm). Das senkt das Heck leicht ab, macht das Einlenken direkter, kostet aber etwas Komfort und Eigendämpfung.
- 180/55 ZR17 ist ein deutlich breiterer Hinterreifen für stärkere Maschinen – eine andere Liga, die in der Regel auch eine breitere Felge und mehr Freigang in der Schwinge voraussetzt.
Grundsätzlich gilt: Fahren Sie nur die in den Papieren freigegebene Größe und Bauart. Ein breiterer oder höherer Reifen passt nicht automatisch, verändert die Fahrgeometrie und kann Handling, Freigängigkeit und Zulassung beeinträchtigen – im Zweifel bis zum Erlöschen der Betriebserlaubnis. Wer bewusst eine größere Heckdimension fahren möchte, muss das über die Reifenfreigabe abklären. Zur nächsthöheren Klasse haben wir einen eigenen Ratgeber: Motorradreifen 190/55 ZR17.
Welcher Reifen für welchen Fahrstil?
In 160/60 ZR17 ist praktisch jedes Segment lieferbar – vom reinen Tourenreifen bis zum Trackday-tauglichen Sportreifen. Die folgende Einordnung nach Fahrstil hilft bei der Vorauswahl; für jedes Profil gibt es passende Vorderreifen desselben Herstellers, damit vorne und hinten harmonieren:
Touren & Vielfahren (Komfort, Laufleistung, Nässe): Sport-Touring-Reifen sind die Allrounder für lange Etappen und jedes Wetter. Sie erwärmen sich schnell, bieten viel Sicherheitsreserve bei Nässe und halten spürbar länger als reine Sportgummis. Ein aktuelles Beispiel ist der Metzeler Roadtec 02 160/60ZR17 69W.
Sportlich & kurvig (Grip, Handling): Wer es zügiger mag und viel Schräglage fährt, greift zu einem sportlichen Straßenreifen mit weicherer Schulter und schnellem Handling – zum Beispiel dem Pirelli Diablo Rosso III 160/60ZR17 69W. Solche Reifen bieten enormen Grip, verschleißen aber schneller als Tourengummis.
Preiswert & alltagstauglich: Solide Allrounder zum kleineren Preis gibt es ebenfalls, etwa den Continental ContiRoad 160/60ZR17 69W – eine ausgewogene Wahl für Pendler und gemäßigte Tourenfahrer, die keine Rennstrecken-Ambitionen haben.
Welche Mischung (Single- oder Dual-Compound) zu Ihrem Einsatz passt, erklären wir unter Single- oder Dual-Compound bei Motorradreifen. Eine grundsätzliche Orientierung nach Fahrstil bietet unsere Kaufberatung für Motorradreifen. Alle aktuell lieferbaren Reifen in dieser Größe finden Sie gebündelt auf der Größenseite 160/60 R17 sowie in der Kategorie Motorrad-Straßenreifen.
Kauf und Sicherheit: worauf Sie achten sollten
Der schönste Reifen nützt nichts, wenn er nicht zum Fahrzeug passt oder falsch montiert wird. Diese Punkte sollten Sie vor dem Kauf abhaken:
- Reifenfreigabe/Reifenbindung: In Deutschland ist entscheidend, was für Ihr Motorrad zugelassen ist. Bei einer Reifenfabrikatsbindung dürfen nur die eingetragenen Fabrikate montiert werden. Details unter Motorradreifen bei der HU.
- Schlauch oder schlauchlos (TT/TL): Gussräder werden in der Regel schlauchlos gefahren, Speichenräder brauchen oft einen Schlauch. Die Kennung TL (tubeless) oder TT (tube type) steht auf der Flanke.
- Profiltiefe und Alter: Gesetzlich sind 1,6 mm Mindestprofil vorgeschrieben (§ 36 StVZO); praktisch sollten Sie deutlich früher wechseln, weil der Nassgrip lange vorher nachlässt. Auch das Reifenalter zählt – wann ein Reifen runter muss, lesen Sie unter Motorradreifen-Verschleiß erkennen.
- Luftdruck und Einfahren: Den richtigen Druck gibt der Fahrzeughersteller vor (Handbuch/Aufkleber), nicht der Reifen. Neue Reifen müssen zudem behutsam eingefahren werden, bis die Trennmittel-Schicht abgetragen ist. Mehr dazu unter Motorrad-Reifendruck und neue Reifen einfahren.
- Montage und Wuchten: Motorradreifen gehören fachgerecht montiert und gewuchtet – was das kostet, lesen Sie unter Motorradreifen wechseln lassen.
Häufige Fragen
Haben Motorradreifen ein EU-Reifenlabel?
Nein. Das EU-Reifenlabel mit Nasshaftung, Effizienz und Geräusch gilt nur für PKW-, Transporter- und Lkw-Reifen. Bei Motorradreifen helfen die Zuordnung zum Segment (Touren, Sport, Adventure), seriöse Testberichte der Fachpresse und die Herstellerangaben weiter.
Welcher Vorderreifen gehört zu 160/60 ZR17?
Sehr häufig ist es 120/70 ZR17. Vorder- und Hinterreifen sollten als abgestimmtes Paar – idealerweise gleiches Modell oder gleiche Modellfamilie – gefahren werden; alle lieferbaren Vorderreifen sehen Sie auf der Größenseite 120/70 R17.
Wann muss ein 160/60-ZR17-Hinterreifen runter?
Spätestens bei 1,6 mm Restprofil ist gesetzlich Schluss, sinnvoll ist der Wechsel aber früher. Ein Hinterreifen verschleißt schneller als der Vorderreifen, weil er Antrieb und Bremse überträgt; achten Sie zusätzlich auf Alter, poröse Flanken und ein „eckig" gefahrenes Profil in der Mitte.
Unterm Strich: 160/60 ZR17 ist eine der vielseitigsten Hinterreifengrößen der Mittelklasse – mit einem riesigen Angebot vom komfortablen Sport-Touring-Reifen bis zum sportlichen Straßenreifen. Entscheidend ist, dass Sie die freigegebene Größe und Bauart wählen, Vorne und Hinten als Satz denken und den Reifen zu Ihrem Fahrstil passend aussuchen. Dann bekommen Sie in dieser Größe für nahezu jeden Einsatz einen passenden Reifen – stöbern Sie dazu in aller Ruhe auf der Größenseite 160/60 R17.