205/60 R16: die Größe mit eigenem ADAC-Test – und 570 Ausführungen im Regal
Die meisten Reifengrößen haben ein Problem: Es gibt keinen unabhängigen Test zu ihnen. Der ADAC prüft pro Jahr nur eine Handvoll Dimensionen, und in sieben Jahren sind so ganze zehn verschiedene Größen zusammengekommen. 205/60 R16 ist eine davon. Am 26. September 2023 hat der Club genau diese Dimension in der Geschwindigkeitsklasse H mit 16 Winterreifen auf den Prüfstand gestellt – sieben davon waren gut, sieben befriedigend, zwei fielen durch. Dieser Ratgeber nimmt diesen Test als Ausgangspunkt, hält ihn gegen unser heutiges Sortiment und beantwortet die drei Fragen, die beim Kauf in dieser Größe wirklich zählen: Welche Kennung brauchen Sie, was ist von den Testreifen übrig geblieben, und was lohnt sich in Sommer, Winter und Ganzjahr?
Eine der zehn Größen, für die es überhaupt einen Reifentest gibt
Reifentests sind teuer. Jede geprüfte Dimension bedeutet ein eigenes Testfahrzeug, komplette Sätze für jedes Modell und eigene Messreihen auf trockener, nasser und verschneiter Fahrbahn. Deshalb entscheidet sich ein Veranstalter pro Jahr für wenige Größen – und alle anderen bleiben außen vor. Wir haben das Testarchiv des ADAC einmal komplett ausgezählt: 22 Tests aus den Jahren 2020 bis 2026 verteilen sich auf gerade einmal zehn Dimensionen. Wie schmal dieses Fenster ist und was das für ungetestete Größen bedeutet, haben wir in Warum es für Ihre Reifengröße oft keinen Test gibt ausführlich aufgeschrieben.
Wer 205/60 R16 fährt, gehört damit zur begünstigten Minderheit. Der ADAC-Winterreifentest vom 26. September 2023 prüfte 16 Winterreifen der Ausführung 205/60 R16 92H – eine Dimension, die der Club ausdrücklich kompakten SUVs und Fahrzeugen der unteren Mittelklasse zuordnet. Bewertet wurde nach dem seit 2023 gültigen Schema: Fahrsicherheit zählt 70 Prozent, die Umweltbilanz 30 Prozent. In die Fahrsicherheit fließen trockene Fahrbahn (30 Prozent), nasse Fahrbahn (40 Prozent) und winterliche Fahrbahn (30 Prozent) ein, in die Umweltbilanz Laufleistung, Abrieb, Effizienz, Geräusch und Nachhaltigkeit. Die Notenskala reicht von „sehr gut“ (0,6 bis 1,5) über „gut“ (1,6 bis 2,5) und „befriedigend“ (2,6 bis 3,5) bis „mangelhaft“ (4,6 bis 5,5).
Ein Punkt vorweg, damit die Zahlen richtig eingeordnet werden: Der Test ist von 2023 und beschreibt den Stand von damals. Ein Teil der Modelle wurde inzwischen von Nachfolgern abgelöst, und die Preise haben sich seither deutlich bewegt – in welche Richtung, dazu weiter unten die konkreten Zahlen. Was der Test unverändert liefert, ist etwas, das weder ein Preisvergleich noch ein Herstellerprospekt liefern kann: gemessene Bremswege in genau dieser Größe.
Was 205/60 R16 bedeutet – und welche Autos die Größe fahren
Die Bezeichnung steht auf jeder Reifenflanke. 205 ist die Reifenbreite in Millimetern, 60 das Verhältnis von Flankenhöhe zu Breite in Prozent – die Flanke ist hier also rund 123 Millimeter hoch. R steht für die Radialbauweise, 16 für den Felgendurchmesser in Zoll. Der etwas höhere Querschnitt gegenüber der verwandten Größe 205/55 R16 ist der Grund, warum diese Dimension als komfortabel gilt: Mehr Flanke heißt mehr Federungsweg über Querfugen und Schlaglöcher. Wie Sie die komplette Kennzeichnung entschlüsseln, zeigt unser Ratgeber Reifengröße ablesen: Was die Zahlen und Buchstaben bedeuten.
Wichtiger als die Größe selbst ist die Kennung dahinter, und die ist in dieser Dimension eine echte Entscheidung. In unserem Sortiment verteilen sich die lieferbaren Ausführungen fast exakt hälftig auf die beiden Tragfähigkeiten: 160-mal 96H und 158-mal 92H, dazu 138-mal 96V, 66-mal 92V und 30-mal 96W. Der Lastindex 92 steht für 630 Kilogramm je Reifen, der Lastindex 96 für 710 Kilogramm – ein Unterschied von 80 Kilogramm pro Rad oder 320 Kilogramm auf das Fahrzeug gerechnet. Bei einem gut beladenen Kombi mit Dachbox oder einem kleinen Van ist das keine Feinheit, sondern der Grund, warum in den Papieren steht, was dort steht. Ein höherer Index ist immer erlaubt, ein niedrigerer nie. Was die Zahlen und Buchstaben im Einzelnen bedeuten, erklären wir unter Lastindex und Geschwindigkeitsindex.
205/60 R16 sitzt typischerweise unter Kompakt-Kombis, kleinen Vans, kompakten SUVs und der unteren Mittelklasse. Ab Werk oder als gängige Alternativgröße findet man sie unter Modellen wie VW Golf Variant, VW Touran, VW Caddy, Škoda Octavia, SEAT Leon, Ford Focus Turnier, Opel Astra, Toyota Corolla oder der Mercedes B-Klasse. Verbindlich ist diese Aufzählung allerdings nicht. Was für Ihr Fahrzeug zulässig ist, steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I in den Feldern 15.1 bis 15.3 beziehungsweise im CoC-Dokument – und nur das zählt.
Hinweis: Eine verbreitete Größe ist noch keine freigegebene Größe. Bevor Sie von 205/55 R16 auf 205/60 R16 wechseln oder umgekehrt, prüfen Sie die Papiere. Die beiden unterscheiden sich in Flankenhöhe und Abrollumfang und sind nicht beliebig austauschbar.
Sieben gute, sieben befriedigende, zwei mangelhafte Reifen
Das Testfeld von 2023 ist ungewöhnlich breit gestreut, und genau das macht es so lehrreich. An der Spitze standen mit jeweils der Note 2,2 der Dunlop Winter Sport 5 und der Michelin Alpin 6, dahinter mit 2,3 der Goodyear UltraGrip 9+. Mit 2,4 folgten gleich drei Reifen – Continental WinterContact TS 870 P, Hankook Winter i-cept RS3 und Bridgestone Blizzak LM005 –, mit 2,5 schloss der Firestone Winterhawk 4 die Gruppe der sieben guten Reifen ab.
Sieben weitere Modelle landeten im befriedigenden Bereich: BFGoodrich g-Force Winter 2 und Fulda Kristall Control HP 2 mit 2,6, Kleber Krisalp HP3 mit 2,8, Falken Eurowinter HS02 mit 3,0, Barum Polaris 5 und Vredestein Wintrac mit jeweils 3,1 sowie der Uniroyal WinterExpert mit 3,2. Bei allen sieben lag die Ursache in der Fahrsicherheit: Dort kamen sie über ein befriedigendes Ergebnis nicht hinaus, obwohl fünf von ihnen bei der Umweltbilanz noch gut abschnitten.
Und dann waren da zwei Reifen, bei denen der ADAC ausdrücklich vom Kauf abriet: der Lassa Snoways 4 mit 5,2 und der Austone Athena SP-901 mit 5,3 – beide „mangelhaft“. Interessant ist dabei weniger das Urteil selbst als die Frage, wie es zustande kam. Denn beide Reifen waren keineswegs durchgängig schlecht.
Ein Blick auf die Preise des Testjahres zeigt außerdem, dass die Rangfolge nicht einfach dem Geld folgte. Der ADAC führte den Michelin Alpin 6 mit 141 Euro als teuersten und den Austone mit 88 Euro als günstigsten Reifen des Feldes. Dazwischen liegen aber Fälle, die dem Preisdenken widersprechen: Der Fulda Kristall Control HP 2 kostete 108 Euro und landete mit 2,6 vor dem gleich teuren Uniroyal WinterExpert (3,2) und vor dem 109 Euro teuren Vredestein Wintrac (3,1) – während der 109 Euro teure Hankook mit 2,4 mit dem 136 Euro teuren Continental gleichzog. Ein niedriger Preis war in diesem Feld weder ein Warnsignal noch eine Garantie; dass die Preis-Qualitäts-Logik im Reifenregal regelmäßig aussetzt, haben wir in Drei Preisfallen im Reifenregal über mehrere Modellfamilien hinweg belegt.
Wie eine einzige Disziplin das ganze Urteil kippt
Der spannendste Befund des Tests steckt in den Einzelmessungen, und er widerspricht der Erwartung. Der Austone Athena SP-901 hatte mit 9,5 Metern den kürzesten Schneebremsweg des gesamten Feldes (aus 30 km/h), gemeinsam mit dem Goodyear, dem Hankook und dem Kleber. Auf Schnee war der später durchgefallene Billigreifen also niemandem unterlegen. Sein Problem lag woanders: Auf nassem Asphalt brauchte er aus 80 km/h 45,6 Meter – der schlechteste Wert im Feld. Der beste war der Bridgestone Blizzak LM005 mit 35,2 Metern. Zwischen dem besten und dem schlechtesten Reifen dieser einen Größe liegen also 10,4 Meter Bremsweg, mehr als zwei Fahrzeuglängen. Der ADAC hat es drastischer formuliert: Wenn der Bridgestone nach einer Vollbremsung längst steht, rauscht der Austone noch mit knapp 40 km/h an ihm vorbei. Dazu kam die mit Abstand schlechteste Aquaplaning-Eigenschaft im Feld – der Reifen schwamm bereits bei 69,1 km/h auf, während der beste Testreifen bis 90,6 km/h Bodenkontakt hielt.
Beim Lassa Snoways 4 lief es genau umgekehrt. Auf trockener und nasser Fahrbahn wurde er noch mit 2,5 bewertet, also gut. Auf schneebedeckter Fahrbahn brach er ein: 11,3 Meter Schneebremsweg und ein im Handling als mangelhaft eingestuftes Verhalten ergaben die Teilnote 5,2 – und die zog das Gesamturteil mit. Ein Winterreifen, der auf Schnee versagt, ist als Winterreifen unbrauchbar, egal wie ordentlich er sonst fährt.
Das ist die eigentliche Lehre dieses Testfeldes: Das ADAC-Urteil ist kein Durchschnitt, der Schwächen wegmittelt. Fällt ein Reifen in einem sicherheitsrelevanten Hauptkriterium ab, wird das Gesamturteil abgewertet – auch wenn er anderswo Bestwerte einfährt. Für Sie heißt das, dass eine gute Gesamtnote vor allem eines aussagt: Der Reifen hat keine Disziplin, in der er gefährlich wird. Das EU-Reifenlabel kann diese Aussage nicht ersetzen, weil es Schnee und Eis überhaupt nicht bewertet; wie weit seine Aussagekraft reicht, erklären wir unter EU-Reifenlabel lesen.
Auch bei der Haltbarkeit klafften die Werte weit auseinander. Die prognostizierte Laufleistung bis zur gesetzlichen Mindestprofiltiefe reichte von 56.300 Kilometern beim Fulda Kristall Control HP 2 bis zu 34.800 Kilometern beim Bridgestone Blizzak LM005 – ausgerechnet dem Reifen mit dem besten Nassbremswert. Diese Kehrseite haben wir am Modell selbst nachgezeichnet: Warum beim Blizzak LM005 der beste Nasswert die schwächste Laufleistung bedeutet. Der ADAC rät im Übrigen ausdrücklich davon ab, Winterreifen bis zur gesetzlichen Grenze von 1,6 Millimetern zu fahren, und empfiehlt den Wechsel spätestens bei vier Millimetern Restprofil.
Was von den 16 Testreifen heute noch im Regal steht
Ein Test von 2023 nützt wenig, wenn die Reifen nicht mehr zu bekommen sind. Wir haben deshalb alle 16 Kandidaten gegen unser aktuelles Sortiment in 205/60 R16 abgeglichen. Das Ergebnis: Elf der 16 Testreifen sind bei uns in dieser Größe weiterhin lieferbar.
Drei der fünf fehlenden Modelle wurden schlicht abgelöst und stehen in dieser Größe heute als Nachfolger im Regal: Der Michelin Alpin 6 ist dem Michelin Alpin 7 in 205/60 R16 92T gewichen, der Goodyear UltraGrip 9+ dem Goodyear UltraGrip Performance 3 in 205/60 R16 92T, und aus dem Barum Polaris 5 wurde der Barum Polaris 6 in 205/60 R16 92H. Wie sich Michelins Winterreihen untereinander unterscheiden, haben wir in Alpin 7, sein Vorgänger und der Eisspezialist auseinandergenommen.
Die beiden übrigen sind genau die zwei durchgefallenen Reifen. Weder der Lassa Snoways 4 noch der Austone Athena SP-901 sind bei uns lieferbar – und zwar nicht nur in dieser Größe nicht, sondern in keiner: Eine Abfrage über das gesamte Sortiment liefert für beide Marken null Treffer. Das ist keine nachträgliche Reaktion auf den Test, sondern schlicht das Ergebnis unserer Sortimentsauswahl. Erwähnenswert ist es trotzdem, weil es die häufigste Sorge beim Reifenkauf im Netz betrifft.
Der zweite Abgleich betrifft das Geld, und er fällt eindeutig aus: Die Testreifen sind heute durchweg deutlich günstiger als im Testjahr. Der Testbeste Dunlop Winter Sport 5 in 205/60 R16 92H kostet bei uns 88,54 Euro statt der im Test notierten 126 Euro. Der Continental WinterContact TS 870 P in 205/60 R16 92H liegt bei 98,38 statt 136 Euro, der Bridgestone Blizzak LM005 in 205/60 R16 92H bei 96,35 statt 127 Euro und der Hankook Winter i-cept RS3 in 205/60 R16 92H bei 80,98 statt 109 Euro. Der Firestone Winterhawk 4 in 205/60 R16 92H ist von 109 auf 78,51 Euro gefallen und liegt damit unter dem Preis, den 2023 der billigste Reifen des ganzen Feldes kostete – und dieser billigste war der durchgefallene Austone. Wer den Test heute als Einkaufsliste benutzt, kauft also nicht nur besser, sondern auch günstiger, als es die Testtabelle nahelegt. Wie stark Reifenpreise über die Zeit und über Modellgenerationen hinweg wandern, zeigen wir auch am direkten Vergleich in Blizzak 6 oder LM005.
570 Ausführungen: was das Regal über diese Größe verrät
Der Test beschreibt 16 Winterreifen. Das Angebot in dieser Größe ist erheblich größer, und die Zahlen dazu stammen aus unserem eigenen Bestand. Wir führen in 205/60 R16 aktuell 570 lieferbare Ausführungen von 80 Marken in 330 Profillinien (Stand 7. September 2026). Nach Saison verteilen sie sich auf 276 Sommerreifen, 167 Winterreifen und 123 Ganzjahresreifen, dazu vier Offroad-Ausführungen. Nicht mitgezählt sind dabei vier Transporterreifen in der eng verwandten Größe 205/60 R16C: Das C steht für eine verstärkte Bauart mit höherer Tragfähigkeit, die nur an Fahrzeuge gehört, für die sie eingetragen ist.
Die Preisspanne reicht von 40,69 bis 380,90 Euro je Reifen, der Median liegt bei 83,59 Euro. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Reifen dieser einen Größe liegt also der Faktor 9,4 – auf den Satz gerechnet rund 163 Euro gegenüber gut 1.520 Euro. Die Masse liegt allerdings weit unterhalb dieses oberen Randes: 119 Ausführungen kosten weniger als 60 Euro, 294 liegen zwischen 60 und 100 Euro, 157 darüber. Wer in dieser Größe rund 85 Euro je Reifen einplant, bewegt sich also im Kern des Angebots und nicht am Sparlimit.
Aufschlussreich ist auch die Verteilung des EU-Labels, weil sie zeigt, wo dieses Label überhaupt noch trennt. Bei der Nasshaftung tragen 124 Ausführungen die Klasse A, 295 die Klasse B, 121 die Klasse C und 30 die Klassen D bis F. Nach Saison aufgeschlüsselt entsteht daraus ein sehr klares Bild: Von den 276 Sommerreifen erreichen 110 die Bestklasse A, von den 167 Winterreifen nur acht, von den 123 Ganzjahresreifen fünf. Nasshaftung A ist in dieser Größe also fast ausschließlich ein Sommer-Phänomen – denselben Effekt haben wir in 205/55 R16 an einem noch größeren Datensatz gefunden. Der Grund ist bauartbedingt: Winterreifen brauchen eine weiche, lamellenreiche Lauffläche für Schnee und Eis, und das kostet Bremsleistung auf warmem, nassem Asphalt.
Bei der Kraftstoffeffizienz ist die Lage umgekehrt eng: Nur 39 Ausführungen erreichen die Klasse A, 106 die Klasse B, aber 317 – und damit mehr als die Hälfte – liegen bei C. Das Rollgeräusch bewegt sich zwischen 67 und 79 Dezibel bei einem Median von 71. Anders gesagt: Bei Nasshaftung und Effizienz lohnt der Blick aufs Label, beim Geräusch unterscheiden sich die allermeisten Reifen dieser Größe kaum hörbar.
Was sich in dieser Größe konkret lohnt
Für den Sommer ist die Nasshaftungsklasse das schärfste Kriterium, das für jede Ausführung einzeln vorliegt – und hier gibt es reichlich Auswahl in der Bestklasse. Preislich attraktiv unter den A-Reifen ist der Hankook Ventus Prime 4 in 205/60 R16 92H für 81,88 Euro (Label B/A/69). Wer zusätzlich Wert auf Effizienz legt, findet die Doppel-Bestnote A/A unter anderem beim Continental PremiumContact 6 in 205/60 R16 96H für 118,95 Euro; komfortbetont und ebenfalls mit Nasshaftung A fährt der Michelin Primacy 5 in 205/60 R16 92H für 139,30 Euro. Insgesamt stehen 19 Ausführungen mit A/A im Regal, die günstigste davon ab rund 71 Euro.
Für den Winter ist die Empfehlung durch den Test in dieser Größe ungewöhnlich gut abgesichert. Wer die kürzesten Nassbremswege will, greift zum Bridgestone Blizzak LM005 für 96,35 Euro – der einzige Winterreifen des damaligen Testfeldes mit Nasshaftungsklasse A, allerdings mit der schwächsten prognostizierten Laufleistung. Wer viel Autobahn fährt und Laufruhe schätzt, ist mit dem Testbesten Dunlop Winter Sport 5 für 88,54 Euro gut bedient; er und der Michelin waren die einzigen beiden Reifen mit gutem Fahrkomfort auf trockener Fahrbahn. Wer möglichst viele Saisons aus einem Satz holen will, sollte den Fulda Kristall Control HP 2 in 205/60 R16 92H für 73,82 Euro ansehen: Note 2,6, aber mit 56.300 Kilometern die höchste Laufleistung des Feldes – seine Schwäche liegt klar bei der Nässe. Ausgewogen, ohne Bestwert in einer einzelnen Disziplin, bleibt der Continental WinterContact TS 870 P für 98,38 Euro; wie sich die beiden fast namensgleichen Continental-Reihen unterscheiden, steht in TS 870 und TS 870 P: ein Name, zwei Testakten.
Für das ganze Jahr gilt die Grundregel unverändert: Nur Modelle mit dem Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke) erfüllen in Deutschland die situative Winterreifenpflicht. In dieser Größe sind fünf Ganzjahresreifen mit Nasshaftung A lieferbar, darunter der Nokian Seasonproof 2 in 205/60 R16 96H für 96,13 Euro (Label B/A/70). Etabliert und breit getestet sind außerdem der Continental AllSeasonContact 2 in 205/60 R16 96H für 116,70 Euro und der Michelin CrossClimate 3 in 205/60 R16 92H für 117,45 Euro. Ob sich der Verzicht auf zwei Sätze für Sie rechnet, klärt unser Ratgeber Ganzjahresreifen: für wen sich Allwetterreifen wirklich lohnen; ab welcher Temperatur der Wechsel sinnvoll ist, steht in der 7-Grad-Regel.
Unterm Strich
205/60 R16 ist eine der wenigen Größen, in denen Sie nicht auf Indizien angewiesen sind: Es gibt einen unabhängigen Test mit gemessenen Bremswegen in genau dieser Dimension, und elf der 16 damals geprüften Reifen sind bei uns weiterhin lieferbar – zu Preisen, die deutlich unter denen des Testjahres liegen. Die beiden Modelle, vor denen der ADAC gewarnt hat, führen wir gar nicht.
Für die Kaufentscheidung selbst bleiben drei Schritte. Erstens die Kennung aus den Fahrzeugpapieren übernehmen, denn 92 und 96 sind in dieser Größe fast gleich häufig und nicht beliebig tauschbar. Zweitens die Saison ehrlich nach Fahrprofil wählen statt nach Bequemlichkeit. Und drittens innerhalb der Saison auf die Nasshaftung schauen – im Sommer, weil dort viel Auswahl in der Bestklasse besteht, im Winter, weil die Klasse A dort die seltene Ausnahme ist und der Testbefund umso schwerer wiegt. Die komplette, tagesaktuelle Auswahl finden Sie auf der Größenseite Reifen 205/60 R16, sortiert nach Saison bei den Sommerreifen, Winterreifen und Ganzjahresreifen.
Häufige Fragen
Brauche ich in 205/60 R16 den Lastindex 92 oder 96?
Das gibt Ihr Fahrzeug vor: Maßgeblich ist der Wert aus der Zulassungsbescheinigung Teil I beziehungsweise dem CoC-Dokument. 92 entspricht 630 Kilogramm je Reifen, 96 entspricht 710 Kilogramm. Ein höherer Index ist immer zulässig, ein niedrigerer nie. In dieser Größe sind beide Kennungen etwa gleich häufig lieferbar, weshalb die Verwechslungsgefahr hier besonders groß ist.
Ist ein Reifentest von 2023 heute noch aussagekräftig?
Teilweise. Die gemessenen Bremswege gelten unverändert für die damals geprüften Reifen, und elf davon gibt es weiterhin. Nicht übertragbar sind die Preise – sie sind seither deutlich gefallen – und die Rangfolge gegenüber neueren Modellen, die damals noch nicht angetreten sind. Prüfen Sie außerdem, ob Ihr Wunschmodell inzwischen einen Nachfolger hat.
Kann ich statt 205/60 R16 auch 205/55 R16 montieren?
Nur wenn die Größe für Ihr Fahrzeug freigegeben ist. Breite und Felgendurchmesser stimmen zwar überein, die Flanke ist bei 205/55 R16 aber rund zehn Millimeter niedriger, was den Abrollumfang und damit die Tachoanzeige verändert. Verbindlich sind allein die Angaben in Ihren Fahrzeugpapieren.