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Transporter & LKW – Ratgeber im Magazin

215/65 R16 C: 280 Kilogramm mehr Tragfähigkeit, 20 km/h weniger Tempo

· 16 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 17.09.2026
Vorderrad eines silbernen Transporters mit C-Reifen auf 16-Zoll-Stahlfelge (KI-generiert, OpenAI)
Vorderrad eines silbernen Transporters mit C-Reifen auf 16-Zoll-Stahlfelge (KI-generiert, OpenAI)

Wer 215/65 R16 in die Reifensuche eingibt, bekommt in unserem Shop an diesem Tag 654 lieferbare Ausführungen angezeigt. Für einen VW-Bus, einen Vito oder einen ausgebauten Campervan sind davon 233 überhaupt zulässig – die mit dem C hinter der Felgengröße. Die übrigen 421 gehören an Kompakt-SUV und Kombis, die zufällig dieselbe Zahlenfolge fahren.

Der Unterschied ist keine Formalie. Er kostet auf der einen Seite Tragfähigkeit und auf der anderen Seite Höchstgeschwindigkeit, und beides lässt sich exakt beziffern. Wir haben das C-Regal dieser Größe am 17. September 2026 vollständig ausgewertet: jede der 233 Ausführungen mit Lastindex, Geschwindigkeitsindex, Preis und EU-Label. Dieser Ratgeber erklärt, was dabei herauskam – einschließlich eines Befunds, der der Erwartung ziemlich deutlich widerspricht.

Zwei Regale unter einer Zahl: 654 Reifen, 233 mit C

Zur Methode, damit die Zahlen nachprüfbar bleiben: Erfasst wurden alle lieferbaren Ausführungen der Größe über die Listenseiten des Shops, dedupliziert über die Artikelnummer. Das Ergebnis lautet 654 Ausführungen und stimmt exakt mit dem Gesamtzähler der Größenseite überein. Auch die Gegenprobe über die Rubriken geht auf: 322 Pkw-Reifen plus 99 Offroad- und SUV-Reifen plus 233 Van- und Transporterreifen ergeben zusammen wieder 654.

Die 233 C-Ausführungen von 72 Marken sind das Regal, um das es hier geht. Sie verteilen sich auf 89 Sommer-, 68 Winter- und 76 Ganzjahresreifen – auch diese Summe stimmt mit der Rubrikzählung überein. Das ist ein bemerkenswert ausgewogenes Angebot: In kaum einer Pkw-Größe stehen die drei Saisons so gleichmäßig nebeneinander.

Die andere Hälfte des Regals ist nicht falsch, sondern nur für andere Fahrzeuge gedacht. Was dort steht, welche Autos 215/65 R16 ohne C fahren und warum dort im Winterregal ausgerechnet die V-Freigabe zur Rarität wird, haben wir in der Kaufberatung zur Pkw-Seite dieser Größe ausgewertet. Dass die Vermischung zweier Fahrzeugwelten unter einer Maßangabe kein Einzelfall ist, zeigt die Nachbardimension: In 205/65 R16 tragen sogar gut zwei Drittel aller Treffer ein C.

Lastindex 109: die 280 Kilogramm, um die es geht

Das C allein sagt Ihnen noch nicht, wie viel der Reifen trägt. Diese Auskunft gibt der Lastindex, die zwei- oder dreistellige Zahl direkt hinter der Größe. Im C-Regal dieser Dimension ist die Verteilung eindeutig: 198 der 233 Ausführungen tragen den Lastindex 109, weitere 31 den Lastindex 106. Dazu kommen zwei Ausführungen mit 104 und zwei mit der Doppelangabe 109/107. Anders gesagt: Vier von fünf C-Reifen dieser Größe sind derselbe Tragfähigkeitstyp.

In Kilogramm übersetzt – die Werte stammen aus der genormten Tragfähigkeitstabelle im Reifen-Ratgeber 2025 von Continental, Seite 8 – bedeutet das:

  • Lastindex 104 entspricht 900 kg je Reifen
  • Lastindex 106 entspricht 950 kg je Reifen
  • Lastindex 107 entspricht 975 kg je Reifen
  • Lastindex 109 entspricht 1.030 kg je Reifen

Und nun die Zahl, die den ganzen Unterschied trägt: Auf der Pkw-Seite derselben Größe ist Lastindex 98 der häufigste Wert – und der steht für 750 Kilogramm. Zwischen dem typischen Pkw-Reifen in 215/65 R16 und dem typischen C-Reifen in 215/65 R16 C liegen also 280 Kilogramm je Rad und damit 1.120 Kilogramm am ganzen Fahrzeug. Das ist ungefähr die Zuladung, die ein mittlerer Kastenwagen überhaupt hat.

Warum daraus eine Pflicht und nicht eine Empfehlung wird, steht in einem einzigen Satz des deutschen Rechts. § 36 Absatz 1 Satz 1 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung verlangt, dass „Maße und Bauart der Reifen von Fahrzeugen den Betriebsbedingungen, besonders der Belastung und der durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs, entsprechen“ müssen (Gesetzestext bei gesetze-im-internet.de). Die Norm nennt weder das C noch eine Kennung – sie knüpft an Last und Tempo an. Welcher Lastindex für Ihr Fahrzeug gefordert ist, steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I in den Feldern 15.1 und 15.2; nach oben dürfen Sie abweichen, nach unten nie. Was die C-Kennung technisch bedeutet und warum dort manchmal zwei Zahlen wie 109/107 stehen, erklärt der Beitrag zu C-Kennung und doppeltem Lastindex; die Systematik der beiden Kennzahlen insgesamt behandelt der Ratgeber zu Last- und Geschwindigkeitsindex.

Bei 190 km/h ist Schluss – und das steht schon im Herstellerbuch

Die Tragfähigkeit bekommt der C-Reifen nicht geschenkt. Die Gegenrechnung steht direkt daneben, im Geschwindigkeitsindex. Über alle 233 C-Ausführungen dieser Größe sieht die Verteilung so aus:

  • T (190 km/h): 164 Ausführungen – gut 70 Prozent des Regals
  • R (170 km/h): 64 Ausführungen – knapp 28 Prozent
  • S (180 km/h): 3 Ausführungen
  • H (210 km/h): 2 Ausführungen

Mehr gibt es nicht. Kein einziger C-Reifen dieser Größe trägt V, W oder Y – also keine Freigabe über 210 km/h. Auf der Pkw-Seite derselben Nenngröße ist das Bild genau umgekehrt: Dort tragen 267 Ausführungen ein H und 126 ein V, zusammen über neunzig Prozent des Angebots.

Das ist kein Zufall des Sortiments, sondern Systematik. Continental führt die Geschwindigkeits-Symbole im genannten Reifen-Ratgeber in zwei getrennten Spalten – eine für Pkw-Reifen, eine für Nutzfahrzeugreifen. Die Pkw-Spalte reicht bis Y und darüber hinaus. Die Nutzfahrzeug-Spalte endet bei H mit 210 km/h. Genauso weit reicht auch die Symbolliste der UN-Regelung Nr. 54, nach der Transporter- und Nutzfahrzeugreifen genehmigt werden. Ein C-Reifen mit V-Freigabe existiert also nicht, weil es das Symbol in dieser Welt schlicht nicht gibt.

Interessant ist, was die beiden Ausreißer mit H kosten. Es sind die einzigen beiden Ausführungen im ganzen C-Regal dieser Größe, die 210 km/h dürfen – und beide tragen den Lastindex 106 statt 109. Das höhere Tempo wird also mit 80 Kilogramm weniger Tragfähigkeit je Rad bezahlt. Wer beides gleichzeitig maximieren will, findet in dieser Dimension nichts.

Wenn der Bus schneller darf als der Reifen

Damit stellt sich eine Frage, die Pkw-Fahrer in dieser Größe praktisch nie haben: Was gilt, wenn die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs über der Freigabe des Reifens liegt? Bei stark motorisierten Bussen und Multivans ist das ein realistischer Fall – der Wert steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I, und er liegt bei manchen Ausführungen eben oberhalb von 190 km/h.

Der Gesetzgeber lässt dafür eine eng begrenzte Ausnahme zu. Nach § 36 Absatz 5 StVZO ist die Anforderung aus Absatz 1 hinsichtlich der Höchstgeschwindigkeit auch dann erfüllt, wenn die zulässige Höchstgeschwindigkeit des Reifens durch ein Schild oder eine Anzeige im Blickfeld des Fahrzeugführers angegeben wird und diese Geschwindigkeit im Betrieb nicht überschritten wird. Der Haken steckt im Anwendungsbereich: Die Ausnahme gilt nur für Reifen für winterliche Wetterverhältnisse im Sinne des Absatzes 4 – also solche mit dem Alpine-Symbol – sowie für Geländereifen mit der Kennzeichnung POR. Für den Sommerreifen gibt es diese Tür nicht.

Praktisch heißt das für 215/65 R16 C: Im Winter- und im Ganzjahresregal können Sie die Ausnahme nutzen, sofern der Reifen das Bergpiktogramm mit Schneeflocke trägt. Im Sommerregal müssen Freigabe und Fahrzeug zusammenpassen – und dort stehen 73 der 89 Ausführungen bei T, also bei 190 km/h. Für den Lastindex gibt es die Ausnahme übrigens in keinem Fall: Die Tragfähigkeit muss immer erfüllt sein. Wie diese Regel im Detail funktioniert und wo sie in der Praxis greift, haben wir im Beitrag Winterreifen dürfen langsamer sein als Ihr Auto ausführlich behandelt.

Welche Fahrzeuge 215/65 R16 C fahren

Diese Dimension ist ein Klassiker der mittelgroßen Transporter, Busse und Campervans. Sie findet sich – je nach Baujahr, Motorisierung und Ausstattung – unter anderem an VW T5, T6 und T6.1 als Transporter, Multivan, Caravelle und Campingbus, an Mercedes Vito und V-Klasse, am Ford Transit Custom und Tourneo Custom, an der Plattform aus Renault Trafic, Opel Vivaro und Nissan Primastar sowie an längeren Versionen des VW Caddy.

Sie sitzt damit eine Klasse unter den schweren 3,5-Tonnern. Ein Sprinter oder Ducato läuft in der Regel eine Nummer größer, in 235/65 R16 C mit Lastindex 115 oder 121 – dort geht die Tragfähigkeit bis 1.450 Kilogramm je Rad, und die Geschwindigkeitsfreigaben fallen entsprechend niedriger aus. 215/65 R16 C ist dagegen die Größe der leichteren, komfortabler ausgelegten Busse.

Verbindlich ist in jedem Fall das Fahrzeugdokument, nicht das Modell. Zwei Busse desselben Baujahrs können unterschiedliche Freigaben haben, und ein ausgebauter Camper wiegt spürbar mehr als der leere Kastenwagen, aus dem er entstanden ist – mit Küchenblock, Wassertank, Aufstelldach und Zuladung steigt die Achslast erheblich. Wie Sie die zulässigen Kombinationen aus Ihren Papieren herauslesen, zeigt der Ratgeber Welche Reifengröße ist für mein Auto zugelassen. Für echte Reisemobile mit hohen Standlasten gibt es außerdem die eigene Kennung CP; ob sie für Ihr Fahrzeug die richtige ist, klärt der Beitrag zu Wohnmobilreifen und der CP-Kennung.

Der überraschende Befund: im Winter bremst das C-Regal besser

Die Erwartung ist naheliegend: Der Transporterreifen ist der robustere, gröbere, weniger fein abgestimmte Reifen – und müsste beim Bremsen auf nasser Fahrbahn hinter dem Pkw-Reifen liegen. Die Auszählung sagt etwas anderes, und sie sagt es deutlich.

Wir haben für jede Ausführung beider Regalhälften die Nasshaftungsklasse des EU-Reifenlabels erfasst. Das ist der sicherheitsrelevanteste der drei Labelwerte, weil er den Bremsweg auf nasser Straße abbildet. Der Anteil der Bestklasse A verteilt sich so:

  • Sommer: C-Regal 31 von 89 Ausführungen (34,8 Prozent), Pkw-Regal 62 von 192 (32,3 Prozent) – praktisch gleichauf.
  • Winter: C-Regal 12 von 68 (17,6 Prozent), Pkw-Regal 5 von 119 (4,2 Prozent) – gut viermal so häufig.
  • Ganzjahres: C-Regal 20 von 76 (26,3 Prozent), Pkw-Regal 6 von 109 (5,5 Prozent) – fast fünfmal so häufig.

Der Winterwert der Pkw-Seite ist dabei kein Messfehler: Unsere Erhebung derselben Größe vom 4. September kam auf 5 von 120 und damit auf exakt denselben Anteil. Die Lücke ist stabil. Ein wesentlicher Grund dürfte in der Zusammensetzung der beiden Mengen liegen – das Van-Winterregal besteht überwiegend aus vergleichsweise jungen Profilgenerationen, während im Pkw-Winterregal dieser Größe viele nordisch ausgelegte Eisspezialisten stehen, deren Laufflächenmischung bewusst nicht auf Nassbremsen optimiert ist.

Zur Ehrlichkeit gehört die Gegenrechnung: Bei der Kraftstoffeffizienz dreht sich das Verhältnis um. Die Bestklasse A erreichen im C-Regal nur 4 von 233 Ausführungen (1,7 Prozent), auf der Pkw-Seite 15 von 420 (3,6 Prozent). Auch beim Rollgeräusch liegt der C-Reifen mit einem Median von 72 Dezibel einen Punkt über dem Pkw-Reifen. Die verstärkte Karkasse kostet also Rollwiderstand und ein wenig Ruhe – aber sie kostet in dieser Größe keine Nassbremsleistung. Was die drei Klassen im Einzelnen bedeuten, erklären unsere Info-Seite zum EU-Reifenlabel und der ausführliche Ratgeber zum Lesen des Labels.

Was die Tragfähigkeit kostet

Über alle 233 C-Ausführungen liegt der Medianpreis bei 106,26 Euro. Nach Saison getrennt: Sommer 109,17 Euro, Winter 107,13 Euro, Ganzjahres 97,78 Euro. Der Ganzjahresreifen ist in dieser Größe also nicht der teure Kompromiss, sondern im Mittel die günstigste der drei Saisons. Der Einstieg beginnt bei 55,23 Euro im Winter-, 56,55 Euro im Ganzjahres- und 57,36 Euro im Sommerregal.

Für den Geldbeutel heißt das: Ein Satz aus vier Reifen zum Medianpreis kostet in dieser Größe 425,04 Euro, im Ganzjahresregal 391,12 Euro – jeweils ohne Montage und Wuchten. Am unteren Ende des Regals sind es 220,92 Euro für vier Winterreifen. Diese Spanne von gut zweihundert Euro je Satz ist der eigentliche Entscheidungsraum; die Frage, ob ein C-Reifen sein muss, stellt sich davor und hat mit dem Preis nichts zu tun.

Wir rechnen bewusst mit dem Median und nicht mit dem Durchschnitt, weil einzelne Ausführungen zu Sonderpreisen das Mittel verzerren würden. Eine Ausführung war am Erhebungstag mit einem offensichtlich fehlerhaften Preis ausgezeichnet und blieb außen vor.

Der Vergleich mit der Pkw-Hälfte derselben Größe fällt dann so aus: Dort liegt der Median bei 86,83 Euro. Der C-Reifen kostet im Mittel also rund 19 Euro mehr je Reifen – für 280 Kilogramm zusätzliche Tragfähigkeit. Am unteren Rand des Regals schrumpft dieser Abstand allerdings dramatisch: Der günstigste Pkw-Reifen der Größe kostet 48,58 Euro, der günstigste C-Reifen 55,23 Euro. Wer aus Preisgründen zum Pkw-Reifen greifen wollte, spart am Einstiegspreis keine sieben Euro je Rad – und verliert dafür über eine Tonne Tragfähigkeit am Fahrzeug. Das ist, nüchtern betrachtet, das schlechteste Geschäft, das man in dieser Größe machen kann.

Ein Hinweis zur Einordnung: Die beiden Mengen sind nicht dasselbe Produkt in zwei Ausführungen, sondern zwei unterschiedlich zusammengesetzte Sortimente. Wie stark die Betriebskennung den Preis treibt, wenn man dasselbe Modell vergleicht, hat der Beitrag 91V oder 94W untersucht. Alle Preise stammen aus der Erhebung vom 17. September 2026 und ändern sich im Tagesgeschäft.

Sommer, Winter oder Ganzjahres: die Lage im C-Regal

Auch für Transporter, Busse und Camper gilt in Deutschland die situative Winterreifenpflicht. § 2 Absatz 3a der Straßenverkehrs-Ordnung erlaubt die Fahrt bei „Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte“ nur, wenn alle Räder mit Reifen ausgerüstet sind, die den Anforderungen des § 36 Absatz 4 StVZO genügen (§ 2 StVO im Volltext). Und Absatz 4 verlangt zweierlei: verbesserte Fahreigenschaften bei Schnee und das Alpine-Symbol. Die alte M+S-Kennung allein genügt seit dem Ende der Übergangsregelung nicht mehr. Ausgenommen sind unter anderem land- und forstwirtschaftliche Nutzfahrzeuge und einspurige Fahrzeuge – ein Transporter ist es nicht.

Aus dieser Vorgabe ergeben sich drei Wege, und das Regal dieser Größe bedient alle drei ungefähr gleich gut:

  • Winter-C-Reifen (68 Ausführungen) sind für Vielfahrer und echte Winterregionen die sicherste Lösung. Auffällig: Hier stellt R mit 40 von 68 Ausführungen die Mehrheit – im Winterregal ist der 170-km/h-Reifen also der Normalfall, nicht die Ausnahme. Worauf es bei dieser Reifenklasse sonst ankommt, steht bei den Transporter-Winterreifen.
  • Ganzjahres-C-Reifen (76 Ausführungen) sparen den saisonalen Wechsel und sind für Wenigfahrer, milde Regionen und Wochenendcamper der praktischste Kompromiss. Hier dominiert T mit 64 Ausführungen. Ob sich die Rechnung für Ihr Fahrprofil trägt, klärt der Ratgeber Allwetter am Lieferwagen; die Marktlage dieser Reifenklasse insgesamt haben wir in C-Ganzjahresreifen im Regal ausgezählt.
  • Sommer-C-Reifen (89 Ausführungen) bleiben für den gewerblichen Ganzjahresbetrieb mit sortenreinem Zweitsatz die wirtschaftlichste Wahl.

Wer ganzjährig gewerblich unterwegs ist, fährt mit getrenntem Sommer- und Wintersatz meist sicherer und am Ende günstiger. Wer den Bus als Freizeitfahrzeug bewegt, ist mit dem Ganzjahresreifen in aller Regel besser bedient – schon deshalb, weil der zweite Radsatz im Keller ebenfalls altert. Die Grundlagen der Winterregel erklärt der Beitrag zur Winterreifenpflicht in Deutschland.

Wenn der Camper steht: das eigentliche Verschleißproblem

Ein Punkt betrifft Busse und Reisemobile stärker als jedes andere Fahrzeug: Sie stehen mehr, als sie fahren. Das dreht die übliche Reifenrechnung um. Bei einem Pkw entscheidet meist das Profil darüber, wann der Reifen getauscht wird. Bei einem Freizeitfahrzeug ist es fast immer das Alter – der Reifen altert schneller, als er sich abfährt.

Dazu kommt die Dauerbelastung an einer Stelle. Bleibt ein hoch belasteter C-Reifen über Wochen unbewegt auf derselben Aufstandsfläche, kann sich eine bleibende Verformung bilden, die sich beim Losfahren zunächst als Vibration bemerkbar macht. Wer sein Fahrzeug über den Winter abstellt, sollte den Luftdruck vorher deutlich erhöhen, das Fahrzeug gelegentlich ein Stück bewegen und es möglichst nicht auf feuchtem Untergrund stehen lassen. Was dabei genau passiert und wie sich das vermeiden lässt, beschreibt der Ratgeber zum Standplatten am Reifen.

Prüfen Sie deshalb an Bus und Camper regelmäßig zwei Dinge, die am Alltagsauto seltener eine Rolle spielen: die DOT-Nummer auf der Flanke und den Zustand der Flankengummis auf feine Risse. Ein Reifen mit fünf Millimetern Profil und acht Jahren auf dem Buckel ist kein guter Reifen, auch wenn er wie neu aussieht.

Drei Ausführungen aus dem C-Regal – und wofür sie stehen

Die folgenden drei Reifen sind keine Testsieger-Empfehlung – für C-Reifen dieser Größe gibt es schlicht keine unabhängigen Vergleichstests. Sie sind Beispiele dafür, wie sich die oben beschriebenen Regeln im konkreten Angebot niederschlagen. In Klammern steht das EU-Label in der Reihenfolge Effizienz / Nasshaftung / Rollgeräusch.

  • Der Regelfall, günstig eingestiegen: Sailun Commercio Pro 215/65 R16C 109T für 64,22 Euro (B/A/72 dB). Lastindex 109, Freigabe bis 190 km/h und Nasshaftungsklasse A – deutlich unter dem Sommer-Median der Größe. Der Beleg dafür, dass die Bestklasse beim Nassbremsen hier keinen Aufpreis verlangt. Wie man Marken dieser Preisklasse einordnet, erklärt der Ratgeber zu Billigreifen und unbekannten Marken.
  • Der Wintertyp ohne Schild im Blickfeld: Falken Eurowinter VAN01 215/65 R16C 109T für 111,63 Euro (C/A/72 dB). Einer von zwölf Winter-C-Reifen dieser Größe mit Nasshaftung A – und mit T einer der 27, die auch ohne die Ausnahmeregelung aus § 36 Absatz 5 bis 190 km/h freigegeben sind.
  • Der Tempo-Sonderfall: Goodyear EfficientGrip Cargo 2 215/65 R16C 106H für 105,59 Euro (A/A/71 dB). Einer von nur zwei C-Reifen dieser Größe mit 210-km/h-Freigabe und zugleich einer von vier mit dem Doppel-A. Der Preis dafür steht daneben: Lastindex 106 statt 109, also 80 Kilogramm weniger je Rad.

Für den ganzjährig abgestellten Camper lohnt daneben ein Blick auf die Allwetterseite, etwa den Nokian Seasonproof C1 215/65 R16C 109T für 108,65 Euro. Das komplette Angebot finden Sie auf der Größenseite 215/65 R16 sowie in den Rubriken Van- und Transporterreifen und – saisonal passend – Transporter-Winterreifen im Shop.

Worauf Sie beim Kauf noch achten sollten

Über Lastindex, Freigabe und Label hinaus entscheiden ein paar Alltagspunkte darüber, ob der neue Satz lange sicher trägt:

  • Luftdruck an die Beladung anpassen. Ein C-Reifen lebt vom Druck – die verstärkte Karkasse trägt ihre Last nur, wenn sie richtig gefüllt ist. Beladen liegen die Sollwerte spürbar höher als leer; sie stehen im Türholm, an der Tankklappe oder im Handbuch. Zu wenig Druck ist bei hoch belasteten Transporterreifen besonders gefährlich, weil sich die Flanke überhitzt.
  • Achsweise gleich bereifen. Pro Achse dasselbe Modell, idealerweise rundum einheitlich – das hält das Fahrverhalten berechenbar, gerade bei hohem Aufbau und Seitenwind.
  • Die Freigabe zuerst prüfen, dann den Preis. Notieren Sie aus der Zulassungsbescheinigung Teil I den geforderten Last- und Geschwindigkeitsindex, bevor Sie filtern. In dieser Größe entscheidet dieser Schritt darüber, ob 233 oder 654 Treffer überhaupt infrage kommen.
  • Das Label als Orientierung nutzen, nicht als einzigen Maßstab. Tragfähigkeit und ein zur Nutzung passendes Profil wiegen beim Transporter schwerer als der letzte Buchstabe beim Rollwiderstand – zumal die Effizienzklasse hier ohnehin selten über C hinauskommt.

Unterm Strich ist 215/65 R16 C eine gut versorgte Größe mit 233 lieferbaren Ausführungen von 72 Marken, ausgewogen über alle drei Saisons und mit einem überraschend starken Angebot bei der Nasshaftung. Entscheidend sind der passende Lastindex, eine Freigabe, die zu Ihrem Fahrzeug passt, und – beim Freizeitfahrzeug – ein wacher Blick auf das Reifenalter. Den großen Überblick über die Reifenklasse insgesamt gibt unser Kaufratgeber für C-Reifen.

Häufige Fragen

Darf ich in dieser Größe einen Reifen ohne C-Kennung montieren?

Nur, wenn er den in den Fahrzeugpapieren geforderten Lastindex erreicht – und das tut er in dieser Dimension praktisch nie. Der häufigste Pkw-Reifen in 215/65 R16 trägt Lastindex 98 und damit 750 Kilogramm, der typische C-Reifen 1.030 Kilogramm. Maßgeblich ist nicht der Buchstabe auf der Flanke, sondern die Tragfähigkeit nach § 36 Absatz 1 Satz 1 StVZO.

Mein Bus darf schneller fahren, als der Reifen freigegeben ist – was nun?

Bei Winterreifen mit Alpine-Symbol genügt nach § 36 Absatz 5 StVZO ein Schild oder eine Anzeige im Blickfeld, das die zulässige Höchstgeschwindigkeit nennt; diese darf dann nicht überschritten werden. Für Sommerreifen gibt es diese Ausnahme nicht – dort muss die Freigabe zur bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs passen.

Ist ein Ganzjahresreifen am Bus die schlechtere Wahl?

Nicht zwangsläufig. In dieser Größe stehen 76 Ganzjahres-Ausführungen bereit, sie sind im Median die günstigste Saison, und gut jede vierte erreicht die Nasshaftungsklasse A. Für Freizeitfahrzeuge mit geringer Jahresfahrleistung ist der Allwetterreifen oft die vernünftigere Lösung, weil ein zweiter Radsatz im Lager ebenfalls altert.

Schlagwörter: Transporterreifen C-Reifen 215/65 R16 Lastindex VW Bus Wohnmobil

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